England und Wales 2014

Dies ist eine kostenlose Homepage erstellt mit hPage.com.
 

Für die Fotogalerie ganz nach unten scrollen

Tagebuch unserer Motorradrundreise durch Südengland und Wales vom 06.06. – 19.06.2014

Dieser Urlaub fand seinen eigentlichen Ursprung etwa 8 Monate zuvor: in Afrika. Wie das?
Nun, im Winter 2013/14 wirkten die Eindrücke und Erinnerungen aus unserer Namibia-Reise noch nach. Mit einigen Mitreisenden hatten wir Film- und Fotoaufnahmen getauscht und mit zwei Bikern sogar Kontakt gehalten. Das waren Dirk, der in London, und Björn, der in Wuppertal lebt. Die beiden kennen sich länger als Berthold und ich (und das will schon etwas heißen!). Es reifte der Plan, eine Motorradreise nach England zu unternehmen und dabei in London Dirk und Björn zu treffen. Dass noch ein weiterer Überraschungsgast aus Namibia dabei sein würde, wussten wir bis zu ihrem Eintreffen nicht. Doch alles der Reihe nach:

Mit Vorfreude auf ein lustiges Wiedersehen starten wir am
Freitag, 06.06.2014.
Das ist der Freitag vor dem Pfingstwochenende. Vor uns liegen geplante 740 km, doch wir haben es offen gelassen, ob wir direkt nach London durchfahren oder unterwegs übernachten. Das hängt ab vom bevorstehenden Feiertagsverkehr und auch von meiner Kondition. Dazu muss ich sagen, dass ich vor jeder Tour, die über 700 km beträgt, Regatt habe (Anm. für alle, die den Ausdruck „Regatt“ nicht mehr kennen: es bezeichnet ein Gefühl zwischen Respekt und Angst).

Wir starten um 9:15 Uhr mit der Radiomeldung, dass die Vollsperrung der A 3 vor unserer Haustür jetzt aufgehoben wurde und sich der Rückstau von 8 km irgendwann auflöst. Toller Einstieg. Wir bevorzugen den Umweg über Dietzenbach und Gravenbruch, um dem Stopp & Go zu entgehen. So fahren wir erst am Offenbacher Kreuz auf die A 3 und haben für die ersten 20 km trotzdem eine halbe Stunde benötigt. (Bei den jetzt noch vor uns liegenden 720 km bitte nicht hochrechnen, sonst Regatt-Wachstumsgefahr!)

Berthold führt uns über Köln und Aachen über Holland und Belgien nach Frankreich. Dabei gestaltet sich der Großraum Brüssel als eine einzige Staumasse. Zugleich lerne ich, dass der belgische Autofahrer in Notzeiten wie dieser sein brutalstes Wesen offenbart: Spurwechsel ohne Abstand, Abdrängen, Reindrängen, Drängeln, Ellenbogen zeigen, Abbremsen bis zum Stillstand. Das ist Stress pur für alle Beteiligten.

In Calais erreichen wir den Eurotunnel um 16:45 Uhr und können nach dem Check In direkt auf den Zug fahren. Das vorgebuchte Ticket ließ uns ein Zeitfenster von jeweils 2 Std. vor und nach der gebuchten Uhrzeit. 51 € hatten wir pro Bike und Fahrer/in bezahlt. Und da jetzt alles wie am Schnürchen läuft, sind wir hochzufrieden. 35 Minuten dauert die Fahrt und zur Belohnung bekommen wir in England noch eine Stunde Zeit dazu geschenkt.

Das Navi weist noch 137 Rest-KM bis zu Dirk´s Adresse aus. Die schaffen wir auch noch heute, also vorher keine Übernachtung mehr. Der Linksverkehr und die vielen Kreisel fordern nochmal unsere volle Konzentration, besonders als wir uns dem Großraum London nähern. Dabei erscheint mir die höfliche und rücksichtsvolle Fahrweise der meisten Briten wohltuend, besonders nach der Etappe mit den schmerzfreien Belgiern. Wir kehren nochmals ein, um unsere knurrenden Mägen zu besänftigen und können uns immer noch Zeit lassen. Denn wir wissen bereits, dass Björn´s Flieger Verspätung hat und Dirk am Flughafen warten muss. Vor 20:00 Uhr (Ortszeit) wird niemand zu Hause sein.

Wie überrascht bin ich dann, als uns doch jemand die Tür öffnet. Freund? Haus-Sitter? Nachbar? Oh ja, es ist der Nachbar Peter, der uns unglaublich freundlich begrüßt und uns alles anbietet, was Reisende meist brauchen: Toilette, Getränke, Sitzplätze, …und die richtige Hausnummer. Upps, da haben wir uns tatsächlich vertan und vor dem falschen Haus herumgelungert. Dirk wohnt nebenan, aber diese nette Begegnung lässt uns die Londoner jetzt schon sympathisch erscheinen.

Gegen 20:00 Uhr kommen Dirk und Björn auf einer Kawasaki Zephyr 1100 vom Flughafen an. Tatsächlich hat Dirk zwar 4 (!) Motorräder, dafür aber kein Auto. Die milden Winter in London machen´s möglich. Die Zephyr wird in einer schmalen Motorradgarage mit Einschubmechanik verstaut. Sehr raffinierte Technik.

Das fröhliche Hallo wird mit einem Willkommensbier begossen. Danach folgt eine kleine Hausbesichtigung. Ich könnte jetzt noch das ganze wunderschöne Haus beschreiben, doch das sprengt den Rahmen dieses Berichts. Lediglich die phantastische riesige Küche muss ich noch erwähnen, bei der jeder Hobbyköchin das Herz aufgeht (also meins).

Wir machen es uns gemütlich mit Abendessen auf der Terrasse, Gesprächen und Gelage bis in die frühen Morgenstunden.

Tages KM: 742 mit dem Motorrad und 60 KM Eurotunnel

Samstag, 07.06.2014
Ausschlafen ist das Gebot der Stunde, doch Dirk muss für 2 Stunden am Mittag nochmal ins Büro. Bei seiner Arbeit ist das nicht verwunderlich, da bleibt auch im Urlaub der Blick aufs Blackberry obligatorisch. Derweil kaufen Björn und wir alles Notwendige für´s Grillen ein. Es wird zwar etwas später als geplant bis wir die Zephyr zurückkehren hören, aber dafür umso überraschender: Astrid aus München steht vor uns. Auch sie kennen wir aus unserem Namibia-Urlaub und irgendwie fühlt es sich an, als würde man alte Freunde wieder treffen. Das Hallo ist entsprechend groß, da der Schlawiner Dirk nichts verraten sondern die Arbeit als Alibi vorgeschoben hat. Es wird ein lustiger Nachmittag bei hervorragendem Wetter, lecker Gegrilltem und absolut guter Laune.

Abends beschließen wir, mit der Metro nach Camden Town reinzufahren. Diesen Londoner Stadtteil kennen Berthold und ich noch nicht. Auch nach Geschäftsschluss herrscht hier reges Treiben von jungen Menschen, Disco-Besuchern, Künstlern, Straßenmusikern, Touristen und Oldies wie wir. Die kunstvoll gestalteten Hausfassaden, die Schleuse und das ehemalige Pferdehospital bieten reichlich Fotomotive und als wir im Elephants Head auf ein Bier einkehren, bekommen wir auch noch mehrere flotte Rock´n Roll Einlagen zu sehen. Unglaublich bei dem Alter der Tanzenden und dem Gedränge in diesem Pub.

Die Metro bringt uns zeitig wieder zurück, denn am nächsten Tag startet unser gemeinsamer Motoradausflug, also ab in die Falle.

Tages KM: ca. 22 mit der Metro

Sonntag, 08.06.2014
Wir 5 starten mit 4 Motorrädern um 10:00 Uhr in London. Dirk führt uns als „Einheimischer“ über wunderschöne kleine Strecken Richtung Amesbury.

Das Mittagessen nehmen wir kurz hinter Goring in einem idyllisch gelegenen englischen Pub mit Biergarten „The bull at streatley“ zu uns. Natürlich sitzen wir draußen und Dirk nimmt unsere Verzehr-Wünsche auf, denn typisch englisch bedeutet, an der Bar zu bestellen und sofort zu bezahlen. So kann man Getränke sofort mitnehmen, lediglich das Essen wird serviert. Dieses Verfahren ist hier üblich und wir werden es überall finden. (Gut zu wissen, denn unsereins würde sonst auf die Bedienung warten, um zu bestellen. Doch da könnten wir lange warten, schließlich wird am Tresen bestellt.) Wenn man es weiß, ist dieses System ganz praktisch.
Typisch Englisch ist auch der Sonntagsbraten. Diesen bestellt sich am besten, wer großen Hunger hat (also ich).

Danach fahren wir weiter bis nach Stonehenge. Hier erwarten uns große Veränderungen. Seit Dezember 2013 gibt es ein Besucherzentrum, einen verlegten, größeren Parkplatz und einen Pendelbus zu den Steinkreisen. Der Eintrittspreis hat sich auch verändert, und zwar nach oben. Mittlerweile werden 14,90 Pfund verlangt, was umgerechnet knapp 20 € entspricht, pro Person versteht sich. Doch ich will mir das Besucherzentrum ansehen und Astrid war sogar noch nie hier gewesen. So teilt sich unser Grüppchen, denn Björn war schon hier und er bewacht lieber die Mopeds, den Himmel und den Rastbereich.

Nach knapp 2 Stunden haben wir Suchenden unsere Runde beendet, einschließlich Busfahrt, Fotoshooting, Kaffeepause und Souvenirshop. Ich fühle mich ernüchtert. Wahrscheinlich hatte ich die irrige Erwartung, dass mir das Besucherzentrum nun endlich dieses Mysterium von Stonehenge erklären würde, doch es bleibt auch mit Besucherzentrum was es ist: ein Rätsel.

Unter dunklen Wolken und in Begleitung mit einer Handvoll Regentropfen fahren wir weiter nach Salisbury. Unser Ziel ist die Kathedrale, die den höchsten Kirchturm Englands haben soll. 123 Meter Höhe erreicht er. Doch der Weg dahin ist von Einbahnstraßen umzingelt und es dauert eine Weile, bis wir unser Ziel erreichen. Dafür haben wir bei unserer kleinen Stadtrundfahrt eine wirklich sehenswerte schöne Altstadt kennengelernt. Schade, dass wir hier nicht mehr Zeit eingeplant haben.

Als wir die Kathedrale erreichen, ist der Besucherbereich, der die Magna Charta ausstellt, bereits geschlossen und in der Kirche selbst herrscht Gottesdienst.
So bleibt es bei einem Fotoshooting von außen und wir spulen die restlichen 43 km nach Gillingham West Stour bis zu unserer Unterkunft ab.

The Ship Inn präsentiert sich im Internet sehr ansprechend. Wir haben uns schon auf diese schöne Bleibe gefreut mit einer exquisiten Küche, einem schönen Ambiente und einer Bar. Doch die Realität stellt sich schon wieder als ernüchternd dar: die Küche hat sonntags geschlossen und die Zimmer entsprechen nicht den Erwartungen, die das Internet erzeugt hat. Dafür hat es bei dem Zimmerpreis keine Enttäuschung gegeben, er ist so hoch geblieben, wie gebucht.

Der Hunger ist allseits auf ein ordentliches Niveau angewachsen, so dass wir ein Großraum-Taxi bestellen, dass uns nach Shaffsbury zu einem ansprechenden Pub fährt. Makrele steht auf der Tageskarte und wir bestellen 3 Stück davon, denn so ein Angebot gibt es nicht oft. Mir läuft schon das Wasser im Munde zusammen. Berthold bevorzugt ein halbes Hähnchen.

Doch was wir zu diesem Zeitpunkt nicht wissen können, in diesem Lokal wird systematisch Kindermord betrieben. Als die Teller serviert werden, erfolgt die nächste Ernüchterung: es handelt sich um Kindermakrelen und auch Bertis halbes Hähnchen hat eher das Format einer mutierten Taube. Kurzerhand bestellen wir noch eine Wurstplatte und „dekadenten“ Schokopudding.

Gegen so viel Ernüchterung hilft ein gepflegtes Bier oder ein guter Wein. Wir bleiben weder nüchtern noch ernst, so dass ich hier von einem gelungenen Abschiedsessen sprechen kann, denn morgen trennen sich unsere Wege. Während Berthold und ich unseren Jahresurlaub auf der Insel verbringen, haben die anderen 3 nur ein Pfingst-Wochenende zur Verfügung. Das heißt, dass sie wieder nach London umkehren müssen, aber eben erst morgen. Zurück im Hotel nehmen wir noch einen Absacker oder zwei bis die Wirtin die Bar zuschließt. Okay, dann ab in die Koje und Schlaf tanken.

Tages KM: 275

Montag, 09.06.2014
Das Frühstück ist wirklich lecker. Ich nehme Rührei mit Lachs. Die anderen sind schon fast fertig.

Um 10:00 Uhr starten Dirk, Astrid und Björn wieder zurück nach London und weiter zum Flughafen. Es war ein sehr lustiges und herzliches Wiedersehen und beinah ist mir etwas wehmütig. Ein kleiner Trost bleibt, denn wir werden auf unserem Rückweg nochmal bei Dirk in London rasten.

Kurz danach starten Berthold und ich Richtung Dartmoor und weiter bis nach Lands End, dem südwestlichsten Punkt der britischen Insel.

Video: Motorradreise durch England und Wales. Der Teil 1 zeigt die Anreise durch den Eurotunnel bis nach London. Ausflug nach Camden Town. Fahrt über kleine Straßen durch Südengland nach Stonehenge. Fahrt über kleine Straßen mit vielen Tierbegegnungen durch den Dartmoor Nationalpark.

Das Dartmoor ist ein Hochmoor und Nationalpark. Schmale kurvige Straßen führen uns über hügeliges Gelände und zu mancher tierischen Begegnung: freilaufende Schafe, Rinder, Pferde mit ihren Fohlen und Touristen. Doch alle sind ganz gechillt. Selbst in den schmalsten Gässchen macht es dem entgegenkommenden Verkehr nichts aus, auch mal in den Büschen zu halten, damit wir Biker uns vorsichtig vorbei schlängeln können, eben alles vollkommen relaxed. Der Wettergott legt sogar noch eine Schippe drauf und pimpt diese wunderschöne Landschaft noch mit Sonnenschein vom Feinsten. Mir geht das Herz auf!

Mitten im Dartmoor nehmen wir unseren Mittagssnack im Two Bridges Hotel bei Princetown und genießen Landschaft und Atmosphäre.

Bis wir unser Tagesziel Lands End erreichen, zeigt die Uhr bereits 16:15 Uhr.  Die Spitze zur Landzunge führt an einem Parkplatzwächter vorbei. 1 Pfund kostet es pro Motorrad, Autos 3 und für Wohnmobile werden sogar 5 Pfund Parkplatzgebühr erhoben.

Die Freizeiteinrichtung, die wie ein Dauer-Jahrmarkt wirkt, hat bereits seit einer Viertelstunde geschlossen, lediglich ein Hotel bietet noch eine Einkehrmöglichkeit. Doch bevor wir diese Option in Erwägung ziehen, wollen wir erst an die Küste, bewaffnet mit Foto und Videokamera natürlich. Wir gehen nur wenige Schritte und trotz des mittlerweile trüben Wetters betteln nach 100 Metern schon die ersten Fotomotive um Aufnahme: eine grüne Hügellandschaft mit Felsen, Küste, und  Meer im Hintergrund, Wiesenblumen und Tieren als Beigaben bieten reizvolle Fotoperspektiven in verschiedensten Variationen. Selbst mein sonst lauffauler Berthold entdeckt mit jedem Meter neue Aufnahme-Highlights, wie das Big Arch. Fast eine Stunde bewandern wir die Landzunge und versuchen sie filmisch und fotografisch einzufangen. Um wie viel schöner es hier sein muss, wenn gar die Sonne scheint?!

Vergessen ist längst unser Kaffeedurst. Irgendwann drängen uns die dunkler werdenden Regenwolken zur Umkehr. Schnell noch die öffentliche Toilette aufgesucht und einen großen Schluck aus dem Topcase-Wasservorrat genommen, dann geht es wieder zurück Richtung Inland und auf die Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Diese finden wir in Penzance, Wherrytown. Im Carlton Hotel beziehen wir ein großes Zimmer mit Meerblick für 75 Pfund inklusive Frühstück und einem dritten Bett.

Tages KM: 321

Dienstag, 10.06.2014
Nach anfänglichem Sonnenschein fängt der Himmel an zu weinen. Wir lassen uns also Zeit mit dem Start und nutzen dann schließlich eine Regenpause. Unsere Route weist Richtung Bristol, allerdings möglichst viel an der Küste entlang, weil das für Auge und Herz immer erbaulich wirkt. Doch angesichts des Wetters nehmen wir zunächst die A 30, um dann irgendwann doch auf der A 39 zu landen, als schwarze Wolken und heftige Schauer uns schon um 11:00 Uhr zu einer Rast zwingen. Eine glückliche Fügung schickt uns eine Ökobäckerei mit Cafe an unsere Strecke. Wir lassen uns nicht lange bitten. Kaffee, Tee, Gebäck und ein warmes, trockenes Plätzchen in einem Wintergarten mit Blick auf die gute Backstube, in der noch alles per Handarbeit und Liebe zubereitet wird, tröstet und wärmt uns.

Nach gut einer Stunde hat die Regenintensität zwar nachgelassen, aber nicht aufgehört. Also zwingen wir uns in die Biker-Ganzkörperkondome und setzen unsere Tour fort. Die Landschaft ist hügelig und die Strecken kurvenreich, doch leider reduziert der Dauerregen die Begeisterung dafür erheblich. Also greife ich zu mentalen Motivationstricks. Motto: Nichts ist so schlimm, als dass sich noch etwas Gutes darin finden lässt. Was sind die Regenvorteile? Mir fallen gleich zwei ein:

  1. Wir haben unsere Regenklamotten nicht umsonst mitgeschleppt. (Anm.: es ist tatsächlich das einzige Mal in diesem Urlaub, dass wir sie brauchen.)
  2. Ich kann endlich die Regentauglichkeit meines neuen Heidenau-Reifens (Scout K 60) testen. Ergebnis: Super Straßenlage bei Regen.

Gerade zu meinem neuen Reifen muss ich dazu sagen, dass er sich merklich anders fährt. Er liebt Kurven so sehr, dass er sie beinah alleine fährt, aber Raserei mag er nicht, da fängt mein Moped bei 160 km/h an zu flattern. Auch erneutes Auswuchten, höherer Luftdruck und was es sonst noch so an Tricks gibt, konnten diesen Effekt nicht ganz beseitigen. Aber Kurven- und Regenverhalten sind unschlagbar!

Nachdem wir Cornwall verlassen und Devon durchfahren haben, erreichen wir am frühen Nachmittag die tollen Küstenstraßen West Somersets mit tollen Landschaften und Küstenmotiven. Der Regen hat zum Glück etwas nachgelassen und wir beschließen, die heutige Tour in Watchet, ca. 90 km vor Bristol,  zu beenden. In diesem malerischen Städtchen finden wir schnell ein Hotel mit Bar, Restaurant und Einheimischen-Anschluss. Nach einem Rundgang durch Dorf und Hafen kehren wir auf einen Drink in ein Pub ein. Watchet bietet einen 24Stunden Supermarkt und einen Bahnhof sowie eine Kunstgalerie am Hafen und Touristen-Touren für Hochseefischerei an. Wirklich interessant. Später genießen wir ein leckeres Abendessen in unserem Quartier. Hier könnte ich es auch länger aushalten.

Tages KM: 241

Mittwoch, 11.06.2014
Um 10:10 Uhr starten wir bei bedecktem Himmel und 16° C Richtung Bristol. Dahinter beginnt Wales.

Unser erstes Besichtigungsziel ist Caerleon und dessen alte Römersiedlung. Das Örtchen scheint eine Touristenhochburg zu sein, mit vielen Passanten, Lokalen, Hotels, Museum, Park, Schulanlage, sogar einen der 5 Standorte der University of South Wales ist hier zu finden. Die engen historischen Gässchen der Innenstadt sind kaum imstande, dem wachsenden Verkehrsaufkommen gerecht zu werden. So ist erklärbar, dass der Straßenverkehr stark reglementiert ist. Es gibt zwar einige gebührenpflichtige Parkplätze aber ansonsten umso mehr Parkverbote und Einbahnstraßen.
Wir wollen das römische Amphitheater besichtigen, doch die Hinweisschilder erscheinen uns nicht eindeutig. Wir sind am suchen. Berthold gibt mir über Funk zu verstehen, dass es am nächsten Parkplatz sein müsste und ich da halten soll. Er fährt weiter und schaut, ob wir hier richtig sind. So trennen sich unsere Wege und Berti übernimmt den Part der „Never-come-back-Tour“. Der Parkplatz, auf dem ich stehe ist ebenfalls gebührenpflichtig und gehört entweder zu dem Restaurant an dem einen Ende oder zu dem Museum an dem anderen. Jedenfalls bleibe ich brav auf meinem Bike sitzen und warte auf meinen Schatz, und warte, und warte, … Der Funkkontakt ist längst abgebrochen und ich sorge mich, ob er eventuell in einen Unfall verwickelt sein könnte. Nach langen 10 Minuten (gefühlt mindestens eine halbe Stunde), hat er mich wieder gefunden. Vor lauter Einbahnstraßen wurde er ständig aus dem Ort herausgeführt anstatt zurück. Bei allem bin ich fest davon überzeugt, dass Berthold über ein eingebautes biologisches Navigationssystem verfügt. Er findet immer alles. Ich wäre dieser Herausforderung gewiss unterlegen gewesen. Jedenfalls hat er bei dieser Stadtrundfahrt eine kostenfreie Parkmöglichkeit in der Nähe unseres Besichtigungsziels gefunden und so steuern wir diese Straße direkt an. Zuerst stärken wir uns noch mit einem kleinen Lunch und gehen dann auf die Kultur-Tour: archäologische Fundorte von römischen Heeres-Baracken, Badehäusern und dem Amphitheater lassen unsere Film- und Fotosammlung weiter wachsen.


Dem eiligen Touristen kann ich empfehlen, diese zwar kostenlose aber für Nicht-Archäologen weniger bedeutsame Stätte durchaus zu überspringen.

Die nächste Besichtigung wartet auf uns in dem rund 30 km entfernten Cardiff. Sie ist die Hauptstadt und bevölkerungsreichste Stadt von Wales. Entsprechend groß ist das Verkehrsaufkommen schon in den Außenbezirken mit Steigerungspotenzial bis zum Staugemenge im Innenstadtbereich.

Mittlerweile freuen wir uns über strahlenden Sonnenschein, und ein bisschen (zu) warm wird es in der Motorradkluft während des Stop and Go auch, aber wer Motorrad fährt, kennt das ja.

Die Parkplatzsuche in dieser Metropole erweist sich als überaus schwierig. Alle Straßenränder sind als Parkverbot markiert und die Parkhäuser sind teuer und deren Einfahrten zu niedrig, jedenfalls wenn man auf einer Enduro sitzt mit Helm und Helmkamera. So parken wir etwas entnervt unsere beiden Mopeds auf einem XXL-Bürgersteig an Fahrradständern, sind ja schließlich auch Bikes. Um es vorweg zu nehmen, wir haben statt der erwarteten Strafzettel ein weiteres parkendes Motorrad angelockt. Das Parkplatzproblem hatten wir also nicht allein …

Das Cardiff Castle ist eine imposante Burganlage, die sich in ungewöhnlich gutem Zustand befindet. 12 Pfund kostet der Eintritt für Erwachsene, bietet aber auf Nachfrage für den Biker den Service, Motorradjacke und –helm in einem historischen Wachhäuschen einzuschließen. So exponiert sind unsere Utensilien ja noch nie untergekommen. Die Besichtigung bietet einen Film über die Burg und deren lange Geschichte, allerdings mit Zielgruppe Schulklassen und mit wenig sprachlicher Erläuterung. Falls der eilige Besucher diesen Part ausfallen lässt, hat er nichts versäumt. Hingegen interessant sind die ewig langen und begehbaren Festungsmauern, die im zweiten Weltkrieg zu Bunkern umfunktioniert wurden. Großteile der städtischen Bevölkerung haben hier Schutz vor den Bombenangriffen gefunden. Nach dem Krieg wurden diese Zugänge und Umbauten allerdings zurückgebaut. Ausstellungsnischen, Fotografien und Bandaufnahmen können den Besucher aber trotzdem noch in diese Zeit zurück versetzen. Alle anderen Gebäudebereiche, Turm und Haupthaus sowie Garten und Mauerreste auf dem Gelände selbst, zeugen von der mittelalterlichen und prunkvollen Vergangenheit. Wer Burgen liebt, ist hier gut aufgehoben.

Für die Besichtigung der Kathedrale, die unweit der Burg gelegen ist, kommen wir um 17:15 Uhr aber schon zu spät. Hier müssen uns ein paar Außenaufnahmen genügen.

Nachdem wir dem Cardiff-Stau mit einiger Mühe wieder entronnen sind, machen wir uns auf die Quartiersuche. Das 1. Hotel, das wir aufsuchen, liegt eingeklemmt zwischen einer Autobahn und einer direkten Auffahrt zur Bundesstraße. Das Ambiente ist entsprechend und außer uns parkt niemand auf dem Hotelparkplatz. Was das wohl zu bedeuten hat? Nach kurzer Überlegung bemerken wir dann auch den lauten Straßenlärm. Wir fahren weiter.

Das 2. Hotel hat sich zu einem reinen Restaurant gewandelt, also weiter.

Für das 3. Hotel hat uns das Navi eine Adresse angegeben, die nicht existent ist und ein Hotel ebenso wenig.

Das 4. Hotel befindet sich in Merthyr Tydfil und dort im Stadtteil Troedyrhiw. Das ist walisisch. Ab hier sind die Straßenschilder zweisprachig mit sehr lustiger walisischer Buchstabenfolge. Wer möchte, kann gerne den Versuch unternehmen, diese Namen auszusprechen. Ich habe es nicht geschafft, aber alle erheitert.

Die Straßen sind hier so schmal, dass entweder Parkverbot besteht, oder die wenigen Möglichkeiten von Anwohnern bereits besetzt sind. Jedenfalls stellt sich dieses „Hotel“ als Bed & Breakfast Einrichtung dar, mit angeschlossener Bar, aber augenscheinlich ohne Parkplätze. Angesichts der späten Uhrzeit fragen wir die Wirtin des B&B, ob sie ein Zimmer mit Dusche hat und Parkplätze. Heather ist unglaublich freundlich und flexibel. Die geschäftstüchtige Frau bestätigt Zimmer und Dusche, und hat sogar für unsere beiden Motorräder eine Unterbringungsidee.

Sie zeigt uns ihre Wohnung im 1. Stock mit zwei vermietbaren Schlafzimmern. Wir können uns eines aussuchen. Beide Räume sind mit Liebe und gutem Geschmack eingerichtet. Die Dusche teilen wir nur mit unserer Wirtin. Das Abendessen finden wir im nahe gelegenen indischen Restaurant und Frühstück würde sie uns morgen Früh von gegenüber holen. Wir sollten ihr nur genau sagen was wir haben wollen. Wir bleiben gerne.

Die Unterbringung unserer Mopeds erfordert aber dann doch etwas mehr Umstände als gedacht. Wir sollen zu ihrer Garageneinfahrt fahren, die sich um die Ecke befindet. Als sich das Garagentor öffnet, staunen wir über das Innenleben: darin steht alles voll mit Fässern und Getränke-Kartons. Aber die Wirtin Heather zaubert. Sie klettert über alles drüber und stapelt kurzerhand volle, halbvolle und leere Bierfässer, die teilweise direkt mit der Zapfanlage im Pub verbunden sind, geschickt und behände übereinander, ebenso die Kartons mit den vollen Cola Dosen u.a.m. Am Ende passen tatsächlich noch unsere beiden Mopeds hinein, allerdings ohne Koffer. Die nehmen wir mit ins Zimmer. Um die Garage von innen wieder zu schließen, klettert Heather kurzerhand über den errichteten Fässerberg, als würde sie das täglich üben. Sie hat meinen vollen Respekt und meine Sympathie!

Nach einem späten Abendessen im indischen Restaurant kehren wir um 22:30 Uhr zurück zu unserer B&B Bar auf ein paar Absacker, internationalen Gesprächen mit Heather, Richard und 3 Billardspielen mit David. Walisisch klingt lustig, aber englisch und mit Händen und Füßen reden, funktioniert auch.
Bettzeit: kurz vor Mitternacht (glaube ich).

Tages KM: 206

Video: Motorradreise durch England und Wales. Der Teil 2 zeigt die Fahrt nach Lands End und Penzance. Dann geht es weiter die Küste von Cornwall und Devon entlang nach Watchet in West Somerset. Über Bristol geht es nach Wales. Zuerst nach Caerleon und dann weiter nach Cardiff von dort zum Tagesziel Marthyr Tydfil.

 Donnerstag, 12.06.2014
Bevor wir unsere heutige Tour starten können, gilt es, die Motorräder wieder aus der Garage herauszupulen. Berthold fragt: „Heather, are you ready for climbing?“ Ich muss lachen, denn unsere Wirtin muss für das Öffnen des Garagentors tatsächlich wieder über allerlei Gestapeltes drüber klettern. Und wieder scheint es für sie, kein Auftrag zu sein. Der Abschied fällt besonders herzlich aus und für mich beinah etwas wehmütig, so gut hat es mir hier gefallen.

Heather hat uns kurz vor unserem Tourenstart eine Routenänderung empfohlen, die alle Motorradfahrer lieben würden: durch den Brecon Beacons Nationalpark, anstatt nach Haverfordwest. Berti plant daraufhin unsere Tour um Richtung Newcastle Emlyn. Und Heather hatte Recht: die Landschaft, die Straßen und die Kurven lassen das Bikerherz höher schlagen.

Zu Hause verrät mir Wikipedia, dass die Brecon Beacons eine Bergkette im Südosten von Wales sind. Der Name entstammt der mittelalterlichen Tradition der Leuchtfeuer auf den Bergspitzen als Warnung vor Angriffen der Briten.

Wir haben den Nationalpark bereits verlassen und nutzen eine kleinste Verbindungsstraße, die uns wieder in unsere ursprüngliche Touren-Richtung führen soll. Sie ist trotz erlaubtem Gegenverkehr nur ca. 2 m breit und nicht im besten Zustand. Hohe Hecken rechts und links, wie es hier typisch ist, verhindern bei jeder Kurve einen vorausschauenden Blick. Da kreuzt ein Bächlein die Straße, die unmittelbar danach eine 90° Kurve macht, um sich noch weiter zu verjüngen. Sonst hätte sie nicht durch die schmale, niedrige Brücke hindurch gepasst, die sich unmittelbar nach der Biegung anschließt. Ich kann nicht sehen, ob Gegenverkehr kommt, also schön links einordnen und den Blick dahin richten, wo ich hinfahren will, Stichwort Blickführung, schön links bleiben natürlich. Mein Blick richtet sich nach rechts, um die 90° Kurve langsam zu fahren und den Straßenverlauf im Blick zu behalten.

Da sprechen mich zwei gleichzeitig an: Berti über Funk und mein Motorrad über Gesten. Letzteres will mir mitteilen, dass ich bei all dem etwas Wichtiges vergessen habe: die Straße zu lesen! Damit ich es wirklich richtig verstehe, deutet sie mit ihrer ganzen Breitseite auf das Riesenloch im Asphalt: plumps und Scheiße und Fluch!! Da liegen wir zwei, halb im Wasser, doch zum Glück habe ich es geschafft, im Fallen schnell weg zu springen. Berthold kann mich zwar nicht sehen, aber durch den Funkkontakt ist er sozusagen Ohrenzeuge. Es dauert einen Augenblick, bis er auf dieser engen Straße wenden und mir zu Hilfe eilen kann, denn alleine bekomme ich die vollgepackte 700er nicht hoch.

Schadensbilanz: verzogene Koffermechanik, verdrehter Außenspiegel und – das Schlimmste – lädierter Fahrerinnenstolz!

Berti prüft den Koffer. Er lässt sich nicht so ohne weiteres wieder einrenken, doch er bleibt zum Glück zu und mein Ersthelfer plant die Koffer-OP für den Abend, wenn wir in einer Unterkunft sein werden.

Wir setzen unsere Tour fort bis nach Aberystwyth. Nur ein Wort: Touristenhochburg. Parken ist fast nirgends erlaubt oder nur für 30 Minuten. Wir fahren weiter auf der Suche nach einer Unterkunft. Beim 6. Versuch landen wir im Wynnstay Hotel in Machynlleth.

Erst nach 2 Stunden ist die Kofferreparatur erfolgreich beendet, dank Berti meinem Zauberer. Zum späten Abendessen gibt es für uns Pizza, Bier und Whisky – und dann gut Nacht.

Tages KM: 229

 

Freitag, 13.06.2014
Wir starten um 10:30 Uhr nach Caernarfon in Nordwest-Wales. Einen großen Parkplatz finden wir am Hafen nahe der Burg und in unmittelbarer Nähe zu einem gerade ablegen wollenden Touristenboot. Spontan entschließen wir uns, die Perspektive zu wechseln und die Küste mal vom Wasser aus zu betrachten. 45 Minuten lassen wir die Landschaft an uns vorüber ziehen mit einer Vielzahl von schönen Fotomotiven.

Nach diesem entspannten Ausflug nehmen wir Kurs Richtung Snowdonia Nationalpark. Er ist zwar touristisch voll erschlossen, doch er bietet auch eine unglaublich schöne Landschaft mit vielen motorradfreundlichen Kurven an

In Llangollen nehmen wir Quartier und finden die schönste und preiswerteste Unterkunft unseres Urlaubs: Gales Hotel & Winebar. Für 60 Pfund haben wir ein exquisites Zimmer bezogen inklusive eines internationalen Frühstücks. Die angeschlossene Weinbar bietet auch kleine Gerichte, die für englische Verhältnisse mit hervorragendem Geschmack zubereitet sind.

Der Ort selbst ist ebenfalls sehenswert, nicht nur wegen der Bootskanäle, die hier kurioserweise auch über Brücken geleitet werden. Auch die Stadtarchitektur bietet Atmosphäre und viele Fotomotive.

Die Boote, die diese Kanäle befahren, heißen Narrowboots. Manche von ihnen werden noch wie früher von Pferden gezogen. Doch diese Attraktion wird nur zweimal täglich angeboten, die letzte um 14:00 Uhr, da kommen wir um 17:00 Uhr definitiv zu spät.

So genießen wir den Stadtrundgang und am Abend die Küche der Winebar. Wir entscheiden uns für Baguette mit Roastbeef, Salat und selbstgemachten Pommes, sowie für Lachs mit brown Bread, Käseplatte mit einem Fruchtgelee, der dem Käse einen wunderbaren kulinarischen Kontrast bietet. Dass man sooo gut in England essen kann ist unglaublich. (Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, wir werden in diesem Urlaub sogar noch eine Steigerung erleben.)

Ich wäre gerne noch einen Tag länger geblieben, doch unsere weiteren Pläne treiben uns voran.

Tages KM: 202

Samstag, 14.06.2014
Wir verlassen Llangollen bei schwülen 22° C.
Auf dem Weg nach Nottingham biegen wir ab zum Aquädukt von Pontcysyllte nach Froncysyllte, keine Ahnung, die die Waliser das aussprechen.

Wir besichtigen einen anderen Schiffsableger der Narrowboote, die hier übrigens mit Motorbetrieb fahren – oder eher dahin zu schwimmen scheinen. Der Bootskanal führt tatsächlich über ein Aquädukt, um eine Schlucht zu überwinden. Einen schmalen Fußweg bietet das Aquädukt ebenfalls, so dass wir uns den Anblick von oben ins Tal ebenfalls gönnen. Manche neben uns fahrenden Boote bieten sogar Schlafkabinen. Ganze Feiergesellschaften können hier Platz finden. Der Fotoapparat läuft heiß und auch wir bekommen Durst. An der Anlegestelle trinken wir noch etwas und setzen danach unsere Fahrt Richtung Nottingham fort.

Zur Mittagsrast landen wir in Churnet Valley Railway, nahe Oakamoor. Das Wetter ist angenehm und wir sitzen draußen, als plötzlich schwarze Wolken aufziehen. Gleichzeitig breitet sich ein seltsamer Geruch aus. Was passiert hier gerade? Weltuntergang? Vulkanausbrauch? Nein, eine alte Dampflok ist an der tiefer gelegenen Bahnstation angekommen und zieht 5 Waggons einer Silberhochzeitsgesellschaft. Die schöne, alte Lok hat ihre Mühen, als sie wieder startet und qualmt dabei die gesamte Umgebung ein.

Überhaupt sehen wir in England viele Oldtimer, die zwar gepflegt aber auch alltäglich genutzt werden. Wo der Deutsche seinen Schatz gerne im Museum oder einem anderen Ausstellungsort unterbringt, nimmt der Brite seine Oldies einfach rein in sein Leben. Sehr sympathisch.
So steht auch auf dem Parkplatz unserer Mittagsrast wieder ein Oldie: 68er Ford Mustang. Berti sabbert und lässt sich gerne auf eine lustige Unterhaltung mit dem Besitzer ein, auch über Fußball, denn heute spielt England sein erstes WM-Spiel.

Video: Motorradreise durch England und Wales. Der Teil 3 führt uns weiter durch Wales. Es geht durch den Brecon & Beacons Nationalpark. Weiter über kleine Straßen an Llandovery vorbei Richtung Norden nach Aberystwyth und zum übernachten nach Machynlleth. Am nächsten Tag weiter nach Caernarfon und dann auf traumhaften Straßen durch den Snowdonia Nationalpark bis zum Tagesziel Llanggollen zu den tollen Äquädukten. Zum Abschluß noch an den Churnet Valley Railway.

Um 16:00 Uhr erreichen wir Nottingham. Ein kurzes Fotoshooting und dann gehen wir auf Unterkunftssuche. Die ganze Stadt scheint eine einzige Einbahnstraße zu sein und parkplatzfeindlich obendrein. Als wir eine dreiviertel Stunde später reichlich genervt und durchgeschwitzt im Hotel Britannia einchecken können, verschlägt es uns bei den Parkgebühren die Sprache: 9,50 Pfund je Parkplatz. Wir beschließen, dass unsere Motorräder nur einen brauchen und fahren gemeinsam durch die offene Schranke. Hoffentlich wird hier nicht Videoüberwacht.

Als wir endlich zu Fuß die Stadt erkunden, wollen wir zuerst ins Pub.

Auf dem Weg dorthin treffen wir Robin Hood, sogar gleich zweimal. Einmal lässt er sich als Statue problemlos fotografieren, aber beim zweiten Mal verlangt der kostümierte Darsteller einen Obulus. Ich habe mich als Arme getarnt und behauptet, dass ich kein Geld hätte. Sein Lachen zeigt Großmut – und dass er mich durchschaut hat.

Wenige Schritte weiter erreichen wir das älteste Pub Englands: „Ye olde Trip to Jerusalem“. Es besteht seit 1189 und der Reiseführer spricht von einem Geruch, der diese lange Zeit widerspiegelt. Ich kann das nur bestätigen ohne auch nur annähernd in der Lage zu sein, dieses Phänomen zu beschreiben. Es kommt mir vor, wie eine Mischung aus altem Gebäude, Hafenkneipe, Menschen und Mittelalter. Wie Mittelalter riecht? Ich fürchte, wer das noch genauer wissen möchte, muss selbst dorthin fahren.

Jedenfalls treffen wir dort einen in Leipzig beheimateten, deutschsprachigen Neuseeländer hinter der Bar an und kommen trotz des Trubels ins Gespräch über Gott und die Welt. Das fühlt sich beinah an wie nach Hause kommen.

Wir umrunden noch Nottingham Castle, doch leider bleibt uns nur der Blick von außen. Längst hat das Castle geschlossen.

Dieser Abend wird eine echte Kneip(p)kur, jedes Pub pflegt einen eigenen Stil und erreicht damit unterschiedliche Zielgruppen. Als wir einkehren zum Abendessen entdecken wir sogar einen Scheich, der umringt ist von seinen Bodyguards. Beim zweiten Hinsehen erkennen wir allerdings zwei mögliche Varianten dieser illustren Gesellschaft:

  1. Entweder es handelt sich um unfähige und überbezahlte Sicherheitsleute, denn sie achten zu wenig auf ihre Umgebung und niemand hebt mal den Kopf, um zu sehen, wer es von der Balustrade auf sie abgesehen hat (nämlich ich) oder
  2. Es handelt sich um einen kostümierten Junggesellenabschied (wir tippen auf letzteres).

Tages KM: 167 plus x Fußkilometer

Sonntag, 15.06.2014
Nachdem wir die schweren Motorradkoffer im Schweiße unseres angesichts über Aufzug, Gänge und Treppen vom Hotel bis ins Parkhaus geschleppt haben, ist auch noch der Parkhausaufzug defekt. Also Trimm-Dich in den ersten Stock und siehe da, es gibt auch einen direkten Hotelübergang zu unserem Parkdeck, grummel, grummel, schwitz, …Na ja, sehen wir´s mal positiv, das Fitness Studio haben wir uns heute schon gespart.

Es ist kurz vor halb elf als wir unsere Tour Richtung London starten. Es liegen etwa 200 km vor uns und das einzige Highlight des Vormittags begegnet uns an einer Tankstelle: auf den ersten Blick sieht es aus wie ein Fahrrad mit Hilfsmotor, doch es ist eine wunderbar erhaltene Moto Guzzi, Bj. 1948 wie mir ihr stolzer Fahrer mit der Lederkappe erzählt. Ich finde, dass beide, Gefährt und Fahrer, super zusammen passen. Sie sind beide etwa gleich alt und haben ungefähr die gleiche Figur, schlank und funktional, ein herrlicher Anblick.

Für die letzten 70 km nehmen wir dann doch die Autobahn M 1, da weder die Landschaft noch die Streckenführung heute erquicken. Ein Kreisel jagt den nächsten und die vielen Städtchen mit hohem Verkehrsaufkommen (trotz Sonntag) gestatten kein wirklich gutes Vorankommen.

So landen wir um 13:20 Uhr wieder bei Dirk in London. Er kredenzt uns wieder einen wirklich guten Kaffee. Herrlich! Wer schon in Great Britain unterwegs war, weiß, dass die Engländer etwas von Tee verstehen, aber guten Kaffee wissen sie einfach nicht zuzubereiten.

Unsere 3 hungrigen Mägen lassen wir beim Thai verwöhnen, der zugleich auch Pub ist. Wie praktisch, da lässt sich ein leichtes Mittagsmahl mit einem leckeren Bier kombinieren.

So lassen wir den Tag bei Dirk gemütlich ausklingen, bei Urlaubsimpressionen, Benzin Gequatsche, Foto- und Filmbetrachtungen …

Tages KM: 199

Montag, 16.06.2014
Heute dürfen die Motorräder mal ausruhen. Während Dirk arbeiten muss (der Arme), machen Berti und ich einen Trip nach London City. Es ist zwar für uns nicht das erste Mal, dass wir uns London ansehen, doch am Ende eines Urlaubs bleiben doch immer noch ein paar ungesehene Sehenswürdigkeiten, die sich für den nächsten Besuch aufsparen. So wollen wir dieses Mal mit dem Riesenrad fahren, das hier den treffenden Namen „London Eye“ trägt. Zwar ist die lange Warterei, bis wir einsteigen können, etwas nervig und der Preis von 20,95 Pfund pro Person heftig, doch der Blick über London in 135 Meter Höhe ist es auch. Je weiter wir nach oben schweben, desto mehr verändert sich meine Perspektive. Westminster Parliament mit Big Ben, Themse, Embankment Station, London Skyline, alles breitet sich vor mir aus, herrlich! Man könnte auch behaupten, ich hätte wenigstens für eine halbe Stunde mal einen Überblick gehabt…

Die beeindruckende Technik ist teilweise sichtbar und funktioniert wie ein übergroßes Uhrwerk. Auch das ist faszinierend für den Technikfreund.

Als wir wieder unten ankommen und uns gestärkt haben, werden wir ein wenig übermütig, denn wir haben erkannt, dass alles nur eine Frage der Perspektive ist. So passt plötzlich der Big Ben zwischen Daumen und Zeigefinger.

Wir queren die Westminster Bridge, lassen uns vom Treiben der Touristen aber nicht anstecken sondern schlendern gemächlich am anderen Themseufer weiter bis zum „Bomber Command Memorial“, das an die gefallenen Kampfpiloten des Zweiten Weltkriegs erinnert. Das Denkmal kennen wir noch nicht, aber es wurde auch erst am 28. Juni 2012 eingeweiht.

Wir sagen noch Trafalgar Square „Hallo!“, einfach weil es auf dem Weg zur Zigarre Londons liegt. Manche nennen dieses eigentümlich geformte Bürohochhaus auch Gurke, jedenfalls achtet jeder Regisseur darauf, wenn er einen Film in London dreht, dass dieses Bauwerk mindestens einmal auftaucht, achtet mal darauf. Der Londoner nennt das 41 Stockwerke hohe Gebäude übrigens Gherkin, was so viel wie Gewürzgurke heißt. Obwohl es schon seit 2004 die Skyline Londons bereichert, waren wir noch nie dort.
Also reichlich Aufnahmen gemacht und dann weiter zur St. Pauls Cathedral. Hier sind wir mit Dirk verabredet. Selbstverständlich statten wir diesem beeindruckenden Gotteshaus auch innen einen Besuch ab, bis sie um 18:00 Uhr geschlossen wird und wir sowie alle anderen Kirchenbesucher freundlich aber bestimmt zum Verlassen aufgefordert werden.

Da kommt auch schon Dirk und fragt uns, ob wir eine Planänderung bevorzugen würden. (?) Wir könnten Fußball schauen (och nööö), es gäbe public viewing (gibt’s bei uns auch), Deutschland gegen Portugal (ach ja, es ist ja WM), Pub mit deutschem Fernsehen, 3 : 0 für Deutschland, (he, für wen???).  Berthold glaubt auch, dass Dirk uns auf den Arm nehmen will, doch dieser versichert nachdrücklich, dass die Deutschen führen und nicht umgekehrt. Okay, das wollen wir dann doch sehen. Dirk klärt mit dem Restaurant, dass wir 1 Stunde später kommen werden. Rasch sind wir die 100 Meter zum Pub gelaufen: alles voller Menschen, draußen wie drinnen, Eintritt kostet es auch, egal, jeder nimmt ein Bier und wir suchen uns einen Platz zum Stehen mit gutem Blick auf einen der vielen Fernseher. Tatsächlich, das Spiel wird von der ARD übertragen und es steht 3 : 0 für uns. So erleben wir das 4 : 0 in einer jubelnden Menge und die Begeisterung wirkt ansteckend. Wer hätte zu diesem Zeitpunkt ahnen können, dass wir sogar als Weltmeister aus diesem Turnier hervorgehen werden?

Als wir endlich im Japanischen Restaurant Cocoro ankommen, habe ich ordentlich Hunger und Neugierde. In einem richtigen japanischen Restaurant, in dem überwiegend Japaner verkehren, war ich noch nie. Das fängt an mit Schuhe ausziehen und Platz nehmen auf niedrigen Bänken, die komplett um den Tisch herum laufen. Dirk hilft uns mit der Speisekarte und bestellt allerlei japanische „Tapas“ und Getränke, na dann „Kampai“ (Prost).
Kurzes Fazit: super leckeres Essen, sündhaft teurer Schnaps und Livemusik oder kurzum - ein gelungener Abend.

Zu vorgerückter Stunde unternehmen wir einen langen Fußmarsch zur Underground Bahn. Bis wir in Dirks Wohnung ankommen und dort noch einen Absacker genießen, ist es schwupp 1 Uhr. Also ab ins Bett!

Tages KM:
0 mit dem Motorrad, aber etliche mit U-Bahn, Bus und zu Fuß

Dienstag, 17.06.2014
Der Tag beginnt für uns um kurz nach halb 8 mit Abschied nehmen von Dirk, denn er fährt jetzt mit seiner Zephyr zur Arbeit.
An dieser Stelle möchte ich unserem Gastgeber nochmals einen dicken Dank für Kost und Logis aussprechen.
Wir machen noch klar Schiff und werfen hinter uns den Schlüssel in den Briefkasten. 10:40 Uhr ist es geworden, bis wir in Richtung Portsmouth starten. Der Spinnacker Tower steht auf unserem Besichtigungsprogramm. 170 Meter misst er bis zur Spitze. Mein Lieblingsplatz ist die gläserne Plattform, auf die der Besucher sich platzieren kann mit ungehindertem Blick bis zum Boden oder – je nach Perspektive – bis ins Meer.

Wir fahren an der Südküste Englands weiter Richtung Brighton. Dieses Seebad ist weithin berühmt. Umso enttäuschter sind wir, als wir feststellen, dass just zu unserem Besuch – zumindest gefühlt - die ganze Innenstadt eine einzige Baustelle ist und der Straßenverkehr kurz vor dem Verkehrsinfarkt steht. Wir parken illegal in einer verlassenen Baustelle in der Strandpromenade. Unsere Mopeds avancieren damit zum echten Blickfang, doch niemand meckert.
So trinken wir nur etwas und nehmen den Strand mit seinem berühmten Pier auf - mit Zoom versteht sich –und verlassen diesen Trubel schnell wieder.

12 km weiter kommen wir in das malerische Städtchen Lewes und wir möchten hier gerne bleiben. Leider ist alles ausgebucht. Mitfühlende Rezeptionisten empfehlen uns, bis nach Brighton zu fahren, dort gebe es mehrere große Hotels, die bestimmt noch freie Zimmer haben (grrrr). Und danke nein, wir wollen auch nicht 140 Pfund (rund 180 €) für ein Zimmer bezahlen, selbst wenn der wohlmeinende Vermittler eines ausgebuchten Hotels meint, dass er den Preis bestimmt noch um ca. 20 Pfund herunter handeln könne.

Weitere 24 km später erreichen wir Crossways Hotel mitten im Nirgendwo (also zwischen Brighton und Eastbourne in East Sussex). Es ist bereits 19:30 Uhr und wir sind sowohl mürbe als auch müde. 99 Pfund kostet das Zimmer und ja, Abendessen gibt es auch. Wir bleiben.

Als wir das Hotelrestaurant betreten, fühlen wir uns schon an die gute Stube von Urgroßoma erinnert. Dazu trägt das offensichtliche Alter der anderen Gäste ebenfalls bei, oder anders gesagt: wir haben das Durchschnittsalter der Restaurantbesucher deutlich gesenkt.

Als nächstes erfahren wir, dass das Abendessen ausschließlich als Menü gereicht wird, das 39 Pfund pro Person kostet. Oh je. Doch es ist spät und wir haben schon ein Bier getrunken, sind umgezogen und nein, wir werden nicht mehr aufs Moped steigen, sondern dafür die Kreditkarte strapazieren.

Doch was wir dann erleben ist einfach himmlisch. Das Menü besteht aus 4 Gängen und jeder Gang bietet jeweils 6 Auswahlmöglichkeiten, bis auf die Tagessuppe, die steht fest. Einer der Hotel- und Restaurantbetreiber kommt an den Tisch und erklärt jede Speise, dass die Zutaten alle aus der Region stammen, frisch zubereitet sind, welche Zutaten jeweils in einem Gericht enthalten sind und wie sie zubereitet werden. Das alleine ist schon bemerkenswert, ebenso die kulinarische Begeisterung, die unser Gastgeber verströmt, doch als wir die Speisen dann genießen können, sind wir ebenso begeistert. Alles schmeckt super lecker, grandios, phantastisch, eben perfekt. Ich versichere, dass dieses Essen jeden Euro bzw. engl. Pfund wert war. Adresse gefällig? Gerne: Crossways Lewes Road Wilmington East Sussex BN26 5SG oder

http://www.crosswayshotel.co.uk/

Tages KM: 245

Mittwoch, 18.06.2014
Um 10:00 Uhr fahren wir noch 100 km bis nach Folkestone zum Eurotunnel. Dieses Mal haben wir keine Tickets gebucht, da wir nicht wussten, wann wir dort eintreffen würden. Beim Eurotunnel-Portal angekommen, stellen wir fest, dass alle Schalter unbesetzt sind und dass alles über Automaten abgewickelt wird. Diese sehen aber den Fall nicht vor, dass man kein Ticket und keine Kundenkarte hat. Wir müssen doch ziemliche Exoten sein. Berti fordert über die Hilfetaste jemanden an. Es komme gleich jemand, verkündet eine Stimme, doch die Wartezeit fühlt sich eher wie eine halbe Stunde an. Damit sich keine Warteschlange hinter uns bildet, erkläre ich den hinter uns eingereihten Fahrzeugfahrern, dass es bei uns etwas länger dauern kann. Ausnahmslos alle fahren zurück und suchen sich ein anderes Portal.

Endlich kommt eine Frau und besetzt unseren Schalter. Saftige 79 Pfund oder 99 € kostet ein Ticket nun, weil wir nicht vorbestellt haben, grummel, grummel. So viel Bargeld haben wir nicht mehr, so dass Berthold wieder seine Kreditkarte zückt. Die Kassiererin zieht sie mehrfach durch, auch muss Berthold zweimal je Ticket seine PIN eingeben. Einmal kommt kein Ticket heraus, so dass die ganze Prozedur noch einmal wiederholt werden muss. Meinem Weltenbummler kommt das alles schon spanisch vor und mit einem unguten Gefühl erhält er endlich unsere beiden Tickets.

(Anm.: Zu Hause wird Berthold dann feststellen, dass von der Kreditkarte 3 Tickets abgebucht wurden. Seine Reklamation via Internet wird sich als erfolgreich erweisen und sein zu viel bezahltes Geld wird schnell wieder seinem Konto gutgeschrieben werden.
Sogar eine schriftliche Entschuldigung wird ihm zugemailt– diese aber erst nach 2 Monaten.)

Wir passieren das Kassenportal und warten erneut, denn der Zug hat soeben sein Boarding beendet. Pech muss man haben, oder will uns die Insel einfach nicht ziehen lassen?

Als wir nach einer halben Stunde zum nächsten Zug fahren dürfen, wird dieser vorzugsweise mit Autos beladen. Alle Mopedler werden heraus gewunken und können dem Treiben bis zum Schluss zusehen. Eeeeeeeeeendlich dürfen auch wir reinfahren und um kurz nach 13:00 Uhr englischer Zeit starten.

Die Fahrt dauert 35 Minuten, Toiletten gibt es auch (Insiderbemerkung: … dass mir die Toiletten gerade jetzt auffallen, grins). Um 14:45 Uhr europäischer Zeit verlassen wir auf der französischen Seite den Autozug. Aufgepasst? Genau, die Stunde, die uns auf der Hinfahrt mit der Zeitumstellung geschenkt wurde, müssen wir jetzt wieder dazurechnen. Zeitlich verschiebt sich somit alles nach hinten. Doch wir wollen erst das Staugebiet um Brüssel passiert haben, bevor wir uns ein Quartier suchen.

Gegen 17:15 Uhr verlassen wir die Autobahn Richtung Leuven. Schöne Stadt für eine Nacht, denken wir. Zwei Hotels fahren wir an, beide sind belegt, die nächsten 3 Hotels sind geschlossen und stehen zum Verkauf. Bei 9 Hotels rufen wir an: eines hat keine Parkplätze, eines ist mit 150 € zu teuer und die anderen existieren nicht mehr.

Irgendwann finden wir telefonisch ein Hotel, dass noch ein Zimmer frei hat, über Parkplätze verfügt und die Schmerzgrenze für den Zimmerpreis mit 105 € nicht völlig sprengt. Zudem spricht der Hotelbesitzer sogar deutsch. Wir buchen telefonisch „De Postillion“ in Aarschot.

Das Hotel ist in einem alten, geschmackvoll restaurierten Gutsanwesen untergebracht, umgeben von einem weitläufigen Park mit See und soweit in der Natur, dass wir ohne Navi wahrscheinlich nicht dorthin gefunden hätten. 19:30 Uhr ist es fast, als wir endlich ankommen.

Solch extreme Zimmersuche haben wir bisher erst einmal erlebt, damals 2002 in Irland, als Elton John in unserer Aufenthaltsregion ein Konzert gab. Keine Ahnung, was hier in Belgien gerade los ist, Hochsaison???

Tages KM: 353

Video: Motorradreise durch England und Wales. Der Teil 4 führt uns von Wales zurück nach England. Über Whitchurch, Newcastle und Derby erreichen wir unser Tagesziel Nottingham. Besuch bei Robin Hood. Weiter geht es Richtung Süden über Leicester, Kettering und Wellingborough erreichen wir London. Ein motorradfreier Tag mit Sightseeing Tour und London Eye. Jetzt geht es nach Südengland. Zuerst fahren wir nach Portsmouth und dann über Brighton nach Polegate wo wir übernachten werden. Heute wollen wir wieder das Festland erreichen. Wir fahren die Küste entlang nach Folkestone und ab geht es mit dem Euroshuttle nach Frankreich. In Belgien beziehen wir für eine Nacht Quartier bevor es nach Hause geht.

Donnerstag, 19.06.2014
Der heutige Tag besteht vor allem aus Autobahnfahren, doch wir kommen gut durch und spulen die restliche Strecke bis nach Hause einfach ab. Ankunftszeit: 14:50 Uhr

Tages KM: 376
 

Fazit
Die Insel ist anders: Linksverkehr, Uhrzeit, Zahlungsmittel, Längenmaßeinheiten, ….

Doch die Landschaften von Südengland und Wales sind wunderschön und die Straßen motorradfreundlich. Die Briten sind höflich, pflegen ihre Oldtimer, können guten Tee zubereiten, verfügen über verschiedene Dialekte, und wenn es mal wirklich gutes Essen gibt, dann fühlt sich das himmlisch an.

Oder kurz gesagt: ein wunderschöner Urlaub liegt hinter uns und er hat unsere Erwartungen an Land und Leute nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen. Gerne wieder.

Zur Fotogalerie England & Wales 2014

Nach oben

Dies ist eine kostenlose Homepage erstellt mit hPage.com.