Iberische Halbinsel mit dem Motorrad 2024

Dies ist eine kostenlose Homepage erstellt mit hPage.com.
 



Fotos zum vergrößern anklicken und Kartenausschnitte zum vergrößern scrollen! 

Routen kann man über die Karten als KML-Datei downloaden! 


Von Eulen und Uhus
– eine Reise mit dem Motorrad entlang der iberischen Halbinsel vom 05.05.2024 – 09.06.2024

 

Viele kennen den Ausspruch „Eulen nach Athen tragen“. Nun, man könnte auch „Athen“ durch „Dijon“ ersetzen, das würde genauso gut passen. Doch ich will von Anfang an berichten und nicht am Ende starten.


Am Sonntag, 05.05.2024 starten mein liebster Berthold und ich unsere große Reise, um Spanien, Gibraltar und Portugal zu bereisen. 5 – 6 Wochen Zeit haben wir im Gepäck. Die Planung vorher hat einen Haufen Zeit und Recherche in Anspruch genommen, so dass ich total aufgeregt bin, als es jetzt losgeht – also eigentlich wie immer. 612 km bis Jasseron liegen heute vor uns. Der Po gibt mir über lange Strecken immer wieder die Rückmeldung, dass das eine ziemlich große Hausnummer ist. Dabei spielt wenigstens das Wetter noch einigermaßen mit. Aber auch das soll so nicht bleiben.


Montag, 06.05.2024 Am nächsten Tag geht es nach Narbonne. Das sind geplante 465 km. Was wir nicht geplant haben, sind die 355 km im Regen, bei 11° - 12° C, eine defekte Scheinwerferbirne und eine Peage von 41,80 €. Kurz: ein Tag zum Kotzen!

Ich bete zum Wettergott – und ab da, spielt auch das Wetter mit (bis auf zwei kleine Ausnahmen, doch davon später). Ansonsten werden wir die ganze Reise über perfektes Motorradwetter haben und das im Süden Europas und zu dieser Jahreszeit! Herrlich! Tatsächlich war meine größte Sorge, eine Hitzewelle, die meinem Insulinvorrat gefährlich werden könnte. Während in Deutschland heftiger und anhaltender Regen für Überschwemmungen sorgen wird, genießen wir Sonnenschein und Temperaturen um die 20° C. Welch ein Gottesgeschenk!


Dienstag, 07.05.2024 Wir erreichen unser Zielgebiet am Katalanischen Tor. Um dorthin zu kommen, ist eine kleine Geländeeinlage nötig mit Suhlerei für die Mopeds, doch das ist es wert. Der Ausblick, das Motiv und das Gefühl, jetzt liegt uns Iberien zu Füßen, ist einfach großartig. 

Wir erreichen Figueres und fahren gleich hoch zum Castell Sant Ferran, um eine Führung zu buchen mit Jeep und Schlauchboot. Ja, echt jetzt! Die Anlage ist so riesengroß (32 Hektar), dass sich das anbietet. Leider können wir für den nächsten Tag nur noch eine Tour auf Französisch buchen, die englische ist bereits voll. Jedenfalls sucht uns mein Angetrauter ein Hotel mit Frühstück und Parkplatz für 2 Nächte: das Hotel Europa an der Hauptstraße. 

Zum ersten Mal in diesem Urlaub nehmen wir unser Abendessen in einer Tapas Bar ein. Herrlich! Und es werden viele weitere folgen. Was haben wir uns darauf gefreut!


Mittwoch 08.05.2024 Es ist es soweit, die Motorräder dürfen sich einen Tag lang ausruhen und mein Hintern auch. Ein Taxi bringt uns zum Castell hinauf. Zum Glück spricht unser Fremdenführer bzw. -fahrer außer französisch auch noch englisch, so dass wir die eine und andere Information doch mitbekommen können. Einige Stopps geben uns Gelegenheit mit Helm und Stirnlampe in die Katakomben, unbeleuchteten Gänge zu den verschiedenen Depots sowie die Verteidigungsstellungen in Augenschein zu nehmen. Ein weiteres Highlight sind die Zisternen. Sie fassen 4 mal 2.000.000 Liter Trinkwasser, um die ehemals mehrere Tausend Mann starke Garnison zu versorgen. Bis zu den Schlauchbooten steigen wir erst Treppen hinab und dann steile Leitern hinauf und ziehen vor dem Einstieg in das Schlauchboot die Schuhe aus. Die einzigen Lichtquellen hier unten sind jetzt unsere Stirnlampen. Um die Gänge zwischen den Zisternen befahren zu können, müssen wir uns beinahe hinlegen, um uns nicht den Kopf anzustoßen. Danach endet die Führung und wir haben Zeit, das Castell auf eigene Faust zu erkunden. In einem Videoraum wird noch ein Film zur Geschichte gezeigt, bevor wir zu Fuß zurück ins Hotel marschieren (jetzt geht es ja bergab).

Prädikat: unbedingt empfehlenswert!


Donnerstag, 09.05.2024 Wir verlassen das Hotel Europa, dessen eigener Parkplatz auf Nachfrage für Motorräder wirklich kostenfrei ist. Das heutige Ziel ist Tarragona, das ca. 242 Autobahnkilometer entfernt liegt. Wir nehmen ein Zimmer im luxuriösen Hotel Lauria auf der Nova Rambla. Auf den kostenpflichtigen Garagenplatz verzichten wir, denn es gibt genug naheliegende Motorradparkplätze, die kostenfrei sind. So etwas vermissen wir in Deutschland. In Tarragona spazieren wir zum Amphitheater und zum Strand, bevor wir uns den Lokalen mit den besten Tapas zuwenden. Diese gibt es hier scheinbar an jeder Ecke. Herrlich!


Freitag, 10.05.2024 Heute warten etwa 266 Autobahnkilometer auf uns bis nach Valencia. Wie beliebt diese Stadt für Touristen ist, bemerken wir zuallererst an den Hotelpreisen übers Wochenende. Zu Hause hatten wir uns dafür das Hotel Ilunion 3 herausgesucht, weil es zu diesem Zeitpunkt preislich okay war und sich fußläufig in der Nähe eines Waschsalons befindet. Denn an diesem Wochenende wollen wir das erste Mal Wäsche waschen gehen. Umso überraschter sind wir, als wir es einen Tag vor unserer Ankunft buchen wollen. Die Preise, die wir im Kopf hatten, werden glatt um 100 € übertroffen. So zahlen wir den stolzen Preis von 380 € für zwei Nächte ohne Frühstück und ohne Parkplatz. (Vollständigkeitshalber sei erwähnt, dass andere Hotels noch weitaus teurer waren.) Manchmal hat frühes buchen auch seine Vorteile, z.B. Preisvorteile. So stärken wir uns in einer winzigen Tapasbar mit Schinkenbroten, während unsere Dreckwäsche im Gepäck auf saubere Behandlung wartet. Tatsächlich haben wir das erste Mal in unserem Leben einen Waschsalon aufgesucht. Eine andere Kundin hilft uns beim Handling und die Übersetzungs-App vom Handy auch. Diese Maschinen dosieren das Waschmittel selbständig und benötigen viel weniger Zeit als unsere normalen Haushaltsmaschinen. Genauso flott funktioniert der Trockner, dem man hier deutlich mehr anvertrauen kann als meinem häuslichen Gerät zu Hause. Jedenfalls sind wir nach 1 ¼ Std. fertig.

Zum Abendessen testen wir das hotelnahe Restaurant „Saona“ in der Av. de les Corts Valencianes 26. Das Publikum ist jung und individuell. Die Speisen spanisch modern und leicht und köstlich. Hier wollen wir auch morgen wieder zu Abend essen. Mit Hilfe einer supernetten Bedienung buchen wir online einen Tisch für den nächsten Abend. Schon etwas zum Freuen.

Samstag, 11.05.2024 Ein weiterer Vorteil unseres teuren Hotels ist die nahe gelegene Bushaltestelle. Mit der Linie 62 fahren wir für 1,50 € p.P. direkt bis zur altehrwürdigen Markthalle, um dort zu frühstücken. Die Halle ist wunderschön und der Besucherandrang groß. Wir schlendern durch die Gänge mit ihren reichhaltigen Angeboten und finden ein Eckchen, wo wir uns stärken können.

Die Straßen Valencias sind voller Menschen, die Laternen blumengeschmückt, viele Straßenmusikanten verzaubern die Atmosphäre, einer sogar mit einem Klavier. Zu Hause werden wir recherchieren, dass dies die Vorboten eines 100jährigen Gedenkens an die Schutzpatronin Valencias sind.

Einen Tag später wird eine Prozession die Figur der Schutzheiligen durch die Straßen tragen, das wohl den Höhepunkt der Feierlichkeiten darstellt. Doch auch heute schon sind die Kirchen voll. Vor der Kathedrale stehen so viele Menschen, dass wir uns mit ein paar Außenaufnahmen begnügen. Dabei fällt mir eine barbusige Wasserspeierin an der Kathedrale auf! Scheinbar ein besonderes Bonbon eines mittelalterlichen Architekten.Wir besuchen noch das archäologische Museum, dessen Eintritt für Schwerbehinderte kostenlos und für Rentner vergünstigt ist. Von diesen Preisnachlässen, die es in den staatlichen Einrichtungen gibt, wussten wir schon vorher. Deshalb haben wir unsere entsprechenden Ausweise griffbereit.

Der Tag ist noch jung, und Lust auf mehr haben wir auch. Also schauen wir uns noch das schmalste Haus Europas an. Es ist so schmal, dass wir es beinahe übersehen hätten. Unsere Aufnahmen zeigen, warum. Wer noch mehr darüber erfahren will, kann sich den Bericht von der Sendung mit der Maus mit dem nachfolgenden Link anschauen. 

https://www.wdrmaus.de/filme/sachgeschichten/schmalste_haus_europas.php5 

Danach geht es noch zur Seidenbörse die von außen wie eine kleine Burg wirkt.


Sonntag, 12.05.2024 Die heutige Route führt uns von Valencia nach Fort Bravo. 425 km liegen vor uns. Da der Weg das Ziel ist, machen wir zur Mittagszeit einen Abstecher zur Santuari de Santa Maria Magdalena bei Novelda. Den Tipp hatten wir von Liane und Max bekommen. Von außen sieht diese Kirche umwerfend und dennoch sakral aus. Ich bin sofort verliebt. Doch von innen wirkt sie unerwartet normal und eher klein. Bei mir entsteht der Eindruck, der Baumeister Jose Sala Sala hat diese Kirche im Gaudi-Stil erbaut. Scheinbar wollte er die äußere Erscheinung neu gestalten, ohne Einfluss auf die Religion im Inneren zu nehmen. Gelungen.

Die Strecke zieht sich trotz Autobahn, oder vielleicht deswegen? Jedenfalls begrüßen wir freudig den „Uhu“ – unter Hundert km Reststrecke.

Wir erreichen Fort Bravo um kurz nach 16 Uhr. Es handelt sich dabei um eine Westernstadt, die als Kulisse für Filme wie z. B. die Dollar-Triologie, Vier Fäuste für ein Hallelujah, Indiana Jones, Der Schuh des Manitu, Teile von Lawrece von Arabien, und viele mehr. Heute fungiert er als Erlebnispark . Es gibt Bungalows zum mieten und auch Campingplätze. Wir haben von unterwegs online einen Bungalow gebucht. Leider gibt es hier kein W-Lan und auch der verlockende Swimmingpool ist noch nicht zur Benutzung freigegeben. Dafür werden hier täglich 4 Westernshows gezeigt, die Laune machen, wenn man das Genre mag. Der Eintritt und eine Kutschfahrt sind ebenfalls im Übernachtungspreis enthalten. Die Schauspieler in der passenden Kluft verstehen es, die Western-Klischees Wirklichkeit werden zu lassen. Leider nur auf Spanisch, doch das ist angesichts der gelungenen Körpersprache und der Stunts nicht schlimm. Bei der Verpflegung sieht es hingegen schwieriger aus. Das Lokal am Swimmingpool schließt um 18:30 Uhr und bietet verschiedene Pizza-Varianten an, das ist außer Getränken, Eis und Knabberzeug schon alles. Um 19 Uhr startet die letzte Show, doch danach schließt hier wirklich alles, auch der Saloon. Lediglich der Nachtwächter schaut nach dem Rechten. Na dann, gute Nacht.

Montag, 13.05.2024 Frühstück haben wir für 4,90 € p.P. und Tag mitgebucht. Das ist zwar klein, aber ein Starthelfer für den Tag. Heute wollen wir mit einem Motorrad in die Wüste von Tabernas fahren, um Drohnenaufnahmen zu machen. Leider klappt der Verfolgungsmodus der Drohne nicht. (Zu Hause werden wir dann erfahren, dass es am letzten fehlerhaften Update lag, grummel.) Berthold versucht alles Mögliche, letztlich soll die Sozia die Fernbedienung halten und von Hand steuern (mein erster Drohnenflug meines Lebens), um die Drohne rückwärts vor uns fliegen zu lassen und uns von vorne aufzunehmen. Dass das gründlich nix geworden ist, sieht man an den Mega kurzen Schnippeln im Film.

Dafür entdecken wir in einiger Entfernung ein Säugetier von der Größe einer Ziege, der Farbe eines Rehs und den Hörnern einer Gams. Ein entlaufenes Haustier? Ein einheimisches Wildtier? Wir können es leider nicht identifizieren. Im Film ist es kurz zu sehen, vielleicht erkennt es ja jemand und sagt uns Bescheid.

Wir erkunden noch eine andere Strecke, um dann hungrig und durstig im kleinen Örtchen Tabernas einzukehren und danach unser Abendessen einzukaufen, denn schon wieder Pizza ist dann doch nicht unser Ding.


Video: Iberische Halbinsel 2024  Teil 1 

Im ersten Teil durchfahren wir Frankreich mit zwei Zwischenstopps. Erstes Ziel in Spanien ist Figueres. Hier besichtigen wir das 32 ha große Castell Sant Ferran mit Land-Rover und Schlauchboot. Weiter geht es nach Tarragona und Valencia mit der schönen Altstadt und dem schmalsten Haus Europas. Von hier aus fahren wir in die Westernstadt Fort Bravo und in die Wüste von Tabernas.

Dienstag, 14.05.2024 Vor uns liegen 137 km bis nach Granada. Wir haben Tickets für die Alhambra und deshalb auch schon eine Unterkunft von zu Hause aus gebucht. Doch erst einmal gilt es dorthin zu kommen, denn heute ist alles anders. Es ist eine große Demonstration in der Stadt angemeldet und deshalb sind viele Straßen gesperrt. Die Um- leitungen kennt kaum jemand und wenn doch, dann erstrecken sich die Infos nur bis zu den nächsten Straßen, bis zur nächsten Polizeisperre oder führen uns in die Irre. Letztendlich führt uns Berti zu unserer Unterkunft, die in einer 

Fußgängerzone liegt. Mit den Motorrädern dürfen und können wir in die Altstadt und deren Fußgängerzone. Halleluja! Ich weiß nicht, wie Berthold das hinbekommt. Er muss über ein inneres Navi verfügen. Mein voller Respekt gebührt ihm!
 

In der Unterkunft erhalten wir eine Empfehlung für ein gutes und günstiges Fischrestaurant „Elladrillo II“. Es gibt hier zwar viele Lokale, doch die meisten verlangen ordentlich Geld von ihren Gästen. Doch diese Empfehlung können wir guten Gewissens weitergeben: Elladrillo II, Adresse: C. Panaderos, 35, Albaicín, 18010 Granada, Spanien.


Mittwoch, 15.05.2024 Für den Weg bis zur Alhambra halten wir auf der Straße ein Taxi an, das uns für 8,35 € direkt bis zum Eingang fährt. Wir haben Online-Buchungen für die Alhambra mit Preisnachlässen für Rentner und Behinderte. Natürlich müssen wir am Ticketschalter unsere Nachweise vorlegen und auch die Personalausweise. Erst dann erhalten wir die Einlasstickets. Auch innerhalb der Alhambra werden die Personalausweise noch mehrfach kontrolliert. Aber diese riesige Sehenswürdigkeit und eines der Highlights unserer Reise wollen - gefühlt - Millionen anderer Menschen ebenso besuchen wie wir. Kein Wunder, denn die Alhambra ist wirklich bezaubernd. Wie kann ich es beschreiben? Das riesige Gelände wirkt wie eine Kleinstadt, als Mischung zwischen historischen Anlagen und Palästen und dem Frankfurter Palmengarten, nur noch größer. Ein Highlight innerhalb des Highlights ist der Nesriden Palast. Für dessen Besichtigung muss man sich sogar auf ein Zeitfenster festlegen, um dann nochmals anzustehen für den Einlass. Aber es lohnt sich. Die arabische und üppige Baukunst versetzt uns beinahe in eine andere Zeit. Genießt unsere Aufnahmen, es ist in Wirklichkeit alles mindestens genauso schön.

Nach 3 Palastbesichtigungen sind wir kulturell satt und körperlich platt. Wir nehmen den Hop-on Hop-off Zug ab Alhambra und lassen uns durch Granada chauffieren, vorbei an vielen Sehenswürdigkeiten und steigen nach über einer Runde nahe unseres Quartiers wieder aus.
Leider hat „Elladrillo II“ heute Ruhetag, so landen wir in der Casa Torcuato. Auch Okay.


Donnerstag, 16.05.2024 Heute verlassen wir Granada wieder, um nach Malaga zu fahren. Kaum in der Stadt angekommen, fallen beide Navis gleichzeitig aus. Wir stoppen verbotenerweise wo Platz ist, um beide Navis neu zu starten. Es dauert eine Weile, bis es weiter gehen kann im Großstadtdschungel mit Einbahnstraßen-Labyrinth. Doch wir kommen um halb 2 an unserer Ferienwohnung an und – müssen warten. Sie ist noch nicht fertig geputzt. Eine halbe Stunde sitzen wir in unserer Motorradkluft herum. Nun ja, kann alles passieren, zum Glück nichts Schlimmeres.

Um 15 Uhr sind wir umgezogen und eingerichtet. Wir haben Bärenhunger und sind jetzt zu Fuß auf der Suche nach Mittagessen. In unserer Nähe zeigt uns das Internet mehrere Möglichkeiten, doch leider machen auch die spanischen Tapas-Lokale Siesta. Das dritte Lokal bietet zum Glück durchgängig Essen an. Voller Heißhunger bestellen wir Oliven, Aioli, Brot, Gambas al ajillo, Boquerones Fritos und kleine Muscheln in Weißweinsoße. Alles weggeputzt, dafür aber zwei Touristen kurz vorm Platzen. Wir tragen also unsere schweren Bäuche bis zum nächsten Supermarkt, um uns für Frühstück, etc. einzudecken. Zurück in unserer Unterkunft machen wir erst einmal ein spätes Mittagsschläfchen. Wir verschlafen den restlichen Tag und beschließen, die matten Körper heute nicht mehr vor die Tür zu bewegen. 

Wir haben ja schließlich Urlaub.

Freitag, 17.05.2024 Heute wollen wir Malaga - ohne Motorräder - erkunden. Angedacht war ein Hop-on Hop-Off Bus, doch der Ticketpreis von 25 € p.P. schreckt ab, denn es gibt auch keine nahegelegene Haltestelle. Wir konzentrieren uns auf die von uns favorisierten Sehenswürdigkeiten und machen uns zu Fuß auf den Weg.
Als erstes besichtigen wir die Kathedrale. Hier kostet der Eintritt regulär 10 €! Doch Menschen über 65 Jahre zahlen nur 9 € und Schwerbehinderte können kostenlos eintreten.


 Als nächstes wären wir gerne in das Picasso Museum gegangen, doch es ist hoffnungslos überfüllt. Selbst die Menschenschlange, die über Tickets verfügt, muss warten, bis wieder Besucher heraus kommen. Da wir ohne Tickets sind, brauchen wir uns nicht in die entsprechende Warteschlange einzureihen, das wird nix. Also dann auf zum Hafen. Wir finden ein angenehmes Sitzplätzchen und schauen uns das emsige Treiben an. Ein paar schöne Aufnahmen gilt es, zu machen und dann geht es weiter in Richtung Markthalle. Die scheint es hier in jeder größeren Stadt zu geben und ist immer ein Hingucker und Gourmet-Tempel. Doch dieses Mal finden wir nur Verzehrmöglichkeiten am Rande außerhalb der Markthalle. Wir ergattern das letzte freie Tischchen und lassen uns bedienen. Unsere Empfehlung: Gambas Rebozadas, einfach saulecker!


Samstag, 18.05.2024 Wir verlassen Malaga und streben Ronda entgegen. Dieses wunderschöne alte Städtchen wird durch eine tiefe Schlucht getrennt. Brücken überwinden dieses natürliche Hindernis und für eine Brücke, ist Ronda berühmt: die Puente Nuevo - „neue“ Brücke. Im Mai 1793 fertiggestellt, mutet es seltsam, sie „neue“ Brücke zu nennen. Doch tatsächlich ist es die zweite Brücke an dieser Stelle, nachdem die „alte“ Brücke nach nur 6 Jahren Nutzungszeit einstürzte und etwa 50 Menschen das Leben kostete. Dafür baute man die „neue“ Brücke so sorgfältig, dass es 40 Jahre bis zu ihrer Fertigstellung dauerte. Und dazu ist sie noch bildschön! Das Blöde an Brücken ist, wenn man auf ihnen steht, kann man die Baukonstruktion nicht sehen, nur den Weg, den sie bereitet. Deshalb sind wir noch vor dem Einchecken zum Aussichtspunkt im Tal gefahren, um einen Blick auf die Puente Nuevo in ihrer ganzen Schönheit der Kon- struktion und Höhe zu erhaschen. Berti kutschiert mich dafür über die anspruchsvolle teils Schotter-, teils Asphaltstrecke. Endlich angekommen, muss ich feststellen, dass ich zwar daran gedacht habe, meine Diabetes- versorgung mitzunehmen, dafür aber meinen Fotoapparat und Handy im Topcase meines geparkten Mopeds vergessen habe. Grummel! Kotz! Mein Schatz hat sein Equipment natürlich dabei und macht außer den gewohnten Film- und Drohnenaufnahmen auch extra ein paar Fotos für mich. 

In Ronda haben wir uns in einem B&B einquartiert. „La Escondida“ (Die Verborgene) macht ihrem Namen alle Ehre, denn an dem zurückgesetzten, letzten Haus der Häuserzeile fahren wir erst einmal vorbei. Nach 2 Kurven und ca. 150 m Entfernung haben wir einen breiten Bürgersteigplatz ohne Reglementierung gefunden. Dort lassen wir die Bikes stehen und schleppen unser Gepäck aufwärts zurück zur Unterkunft. Nachdem wir durch das alte Tor hereingelassen wurden, empfängt uns ein Innenhof, der einem Park ähnelt und zudem einen wunderschönen, weiten Ausblick in die Ferne bietet. Welch ein Idyll! Die Wirtsleute stellen sich mit Händeschütteln vor: der Däne Lars und die Asiatin Ellen sprechen beide perfekt Englisch. Und – ich nehme es gleich vorweg – das Frühstück ist klasse! Das eigene Bad liegt zwar auf dem Flur, aber es ist ja nur für eine Nacht.Also heißt es, Zimmer beziehen, Biker umziehen und ab durch Ronda ziehen (könnte´ne Zugnummer werden, zwinker).

Als wir dann endlich auf der Puente Nuevo stehen, ist sie belagert von Menschenmassen. Dabei kann sie von dieser Perspektive aus überhaupt nicht ihren Charme entfalten. Wir steigen eine Treppe tiefer und besichtigen das Brückenmuseum. Der Eintritt kostet 2,50 € p.P. aber ihr ahnt es schon, …, wir sind für je 1 Euro hineingekommen.

Ronda bietet viele kleine Sträßchen, Kirchen, Plätze und Lokale. Die alten, gepflegten Gebäude und das Kopfsteinpflaster zeigen eine Vergangenheit, in der es der Stadt auch gut gegangen sein muss. Und keinen Krieg erleben musste, der alles zerstört hat. Wir schlendern bis zur Stierkampfarena. Der Eintritt kostet 9 €, mit Audioguide 11 €. Nein, es gibt keine Ermäßigung, denn dies hier ist privat. Wir entscheiden uns, dieses Geld lieber für Speis und Trank auszugeben. 

Ronda, du bist zwar wunderschön, aber von Touristen überschwemmt – und wir verstärken diesen Effekt noch.

Sonntag, 19.05.2024 Mit gepackten Koffern fahren wir an diesem Morgen gerade so weit, bis wir am Campingplatz von Ronda ankommen. Gestern Abend haben wir erfahren, dass Bekannte von uns, Max und Liane, (aus dem Mimoto Forum) zurzeit hier sind. Was ist die Welt so klein! Wir freuen uns jedenfalls mächtig, die zwei Globetrotter endlich auch mal persönlich zu treffen. Benzingespräche, Urlaubserfahrungen und -tipps werden ausgetauscht, ebenso wie die weiteren Pläne und Einkaufstipps. Die Zeit vergeht wie im Flug. Als wir uns verabschieden, ist es fast, als würden wir uns von alten Bekannten trennen.

Eine wunderschöne, kurvenreiche Strecke führt uns nach Los Angeles – nein, natürlich nicht in USA sondern in der Provinz Cadiz. Wer zweifelt, kann sich die Beweisfotos anschauen.Ach ja, in Canada waren wir auch. Wer zweifelt, …, siehe Beweismittel. Doch Station machen wir erst in La Linea de la Conception. Warum? Nun, weil wir von hier aus zu Fuß über die Grenze nach Gibraltar gehen können. Tatsächlich machen wir das auch noch an diesem Abend. Wir werden mit unseren Personalausweisen ohne weitere Kontrolle über die Grenze gewunken. Schnell noch den Standort der öffentlichen Bus- haltestelle gecheckt und die Info erhalten, dass es die Bustickets direkt beim Busfahrer zu kaufen gibt. Dann gehen wir wieder zurück über die Grenze (ging noch einfacher) und ab an den Strand. Den runden Füßen und dem leeren Magen gönnen wir ein Abendessen in einer Strandbar. Urlaub ist schön.

Montag, 20.05.2024 Heute schauen wir uns Gibraltar mittels einer geführten Bustour an. Die ersten 800 m bis zur Grenze gehen wir wieder zu Fuß. Heute herrscht deutlich mehr Betrieb als gestern Abend, doch die Kontrollen sind fast genauso lax. Direkt nach dem Grenzübertritt bringt uns ein Linienbus weiter bis zum Treffpunkt: das Parkhaus Midtown. 

Beim Linienbusfahrer gibt’s übrigens alles: Tickets für je 2,40 € - englische Pfund hätte er auch genommen -, Auskunft zur Zielhaltestelle, einen Hinweis, als wir sie erreicht haben, und den Tipp, in welcher Richtung dieses Parkhaus zu finden ist. Es gibt so viele nette Menschen - überall. 

Der Touristenbus ist wirklich klein, schon deshalb, damit er auf den Felsen hochfahren und die engen Straßen und Kehren bewältigen kann, auch bei Gegenverkehr. Unser junger Busfahrer meistert alle Engen, als wäre er damit aufgewachsen. Und tatsächlich ist er Gibraltarer und hier geboren. Gleichzeitig erzählt er von horrenden Immobilienpreisen, Häuser von bekannten Promis und allerlei mehr. Wir machen Stopps am Leuchtturm, besichtigen die eindrucksvolle St. Michaels Cave, fotografieren zutrauliche Berberaffen und erkunden von den ca. 200 Höhlen des Felsens ein Stück der Siege Höhle, die im Krieg von großer Bedeutung war. Nach zweieinhalb Stunden endet die Tour in der Mainstreet. Hier finden wir etwas zum Einkehren und allerlei zum Anschauen. Was gibt es noch Interessantes zu berichten? Auf Gibraltar herrscht Rechtsverkehr, die Fahrzeuge tragen die Länderkennung GBZ (weil GBG bereits für Vogtei Guernsey vergeben war), man trifft etliche Menschen, die nur spanisch sprechen und die Route des Linienbusses führt über das Rollfeld des Flughafens. Die Bauweise und die Menschenmassen erinnern mich an Monaco, beides nix, wo ich leben möchte, aber als Ausflug ganz interessant.

Den heutigen Abend beschließen wir wieder im spanischen La Linea de la Conception in einer nahen Tapasbar, „La Bodeguiya“. Sehr typisch und sehr lecker!

Dienstag, 21.05.2024 Die Tour lockt uns heute nach Cadiz. Die Strecke beträgt nur 119 km, so dass uns heute noch genug Zeit für eine Stadterkundung bleibt. Wir haben ein Zimmer in der Altstadt gebucht. Das „Plaza de la Luz Cadiz“ bietet moderne Zimmer, Frühstück und einen Garagenstellplatz. Das ist hier von Bedeutung, denn ansonsten herrscht in der Altstadt Anwohnerparken. Der Standort hat aber den Vorteil, dass wir all unsere Neugier zu Fuß erkunden können. So nehmen wir unseren Mittagssnack in der zentralen Markthalle, sehen dort ein paar Möwen zu, wie sie beim „Aufräumen“ der Fischabfälle helfen. Dabei gehen sie auch IN die Schränke, um dann durch eine andere Öffnung wieder heraus zu kommen. Kein Zweifel, die kennen sich aus. Wir besichtigen die Kathedrale und machen Fotoshooting am Rathaus. Mit einem italienischen Paar tauschen wir ein paar Touristeneindrücke und schlendern dann weiter zum Strand.

Das Schloss Castillo Santa Catalina sehen wir nur von Weitem, denn für den Weg bis dorthin streiken unsere Füße.

Zum Abendessen in D´Laura Bar Taperia (C. Corralón de los Carros 55) offenbart sich uns ein kulinarisches Highlight: Der beste iberische Schinken aus der Eichelmast! Er zergeht förmlich auf der Zunge! Nie habe ich einen besseren Schinken gekostet. Sogar der Speckrand, den ich sonst nicht mag, schmeckt mir köstlich. An dieser Stelle merke ich, dass das Motorradreisen auch Nachteile hat: der geringe Stauraum lässt kaum eine Möglichkeit, etwas einzukaufen, jedenfalls keinen Schinken.

Mittwoch, 22.05.2024 Wir reisen weiter von Cadiz nach Sevilla. Im Jentoft Hostel haben wir ein einfaches Zimmer mit Frühstück und Garagenplatz, dafür relativ günstig und wieder nahe der Altstadt. Was wir nicht gebucht, aber trotzdem bekommen haben, ist ein penetranter Geruch nach Mottenkugeln, den wir auch mit viel Lüften nicht vertreiben können. Der wohnt hier wohl schon länger. Na was soll´s, eine Nacht wird´s schon gehen.

Sevilla ist Hauptstadt der Region Andalusien und für meinen Geschmack bildschön. Die Altstadt bietet beinahe überall wunderschöne alte Bausubstanz. Sehr gepflegt und in gutem Zustand. Foto- und Videogeräte laufen heiß, doch es ist kaum möglich das alles einzufangen. Natürlich zieht das auch viele Touristen an. Die Straßen und Plätze sind voll, das touristische Angebot groß. Wir begnügen uns mit der Besichtigung der Stierkampfarena und nehmen ansonsten die vielen Sehenswürdigkeiten von außen auf: die Kathedrale, das Schloss, das Staatsgebäude, Plätze, Pferdekutschen, Denkmäler, Gebäudefassaden und vieles mehr. Prädikat: unbedingt sehenswert!

Abends gehen wir lecker und preiswert essen im „La Chunga Tapas“, Calle Arjona 13, im historischen Stadtkern von Sevilla. Doch irgendwann müssen wir wieder zurück in unsere Mottenkugelhöhle. Wir haben´s überlebt.


Donnerstag, 23.05.2024 Heute fahren wir von Sevilla weiter nach Faro in Portugal. Damit wechseln wir die Zeitzone und stellen unsere Uhren eine Stunde zurück. Was wir aber nicht wussten, dass die Autobahnmaut in Portugal teilweise digital erhoben wird. Das erfordert jedoch direkt bei Grenzübertritt den Parkplatz und das entsprechende Büro anzusteuern oder noch am selben Tag eine Online-Anmeldung. Bis wir das realisieren, ist es für das analoge Anmelden am Grenzübertritt schon zu spät. Später findet Berthold über Verlinkungen auf der ADAC Seite zur portugiesischen Anmeldung, und holt das nach. Aber einfach ist das nicht!!! (Es stimmt übrigens nicht, dass man die nachträgliche Anmeldung und Bezahlung auf jedem Postamt mit seinem Kfz-Schein machen könne, denn das gilt nur für Einheimische.)

Per Hop-on Hop-off Bahn erhalten wir einen Schnelleindruck von diesem kleinen Städtchen. 

Bei der Kirche Igreia do Camo steigen wir aus. Die Besichtigung kostet uns einen Euro (mit Ausweisen natürlich) einschließlich der Knochenkapelle Capela dos Ossos. Es ist etwas Ungewöhnliches, aber für meinen Geschmack doch zu morbide. Einige Schädelknochen sind sogar greifbar und einige davon beschädigt. Mich zieht es wieder hinaus.

Von hier ist es nur noch ein kleiner Spaziergang zu unserer Unterkunft. Auf dem Weg dorthin entdecken wir eine kleine, rustikale Kneipe, die wir für das Abendessen auswählen. Das O Alminhas liegt in der R. do Alportel 46 und der umfangreiche Wirt spricht sogar etwas Deutsch. Er ist ein lebensfroher Mensch, verbreitet gute Laune und lustige Sprüche. Außerdem gibt er Essenstipps und lädt hinterher zu einem Verdauungsschnaps ein. Das Essen ist lecker und trotzdem preiswert. Dass das kleine Lokal voll ist mit einheimischen Gästen spricht ebenfalls für sich. Prädikat: Wer Rustikal nicht scheut, der ist hier gut aufgehoben. Schade, dass wir morgen schon wieder weg sind.


Freitag, 24.05.2024 Von Faro bis nach Paco de Arcos, nahe Lissabon, liegen 291 Autobahn-KM vor uns - und es ist ordentlich warm. Als es endlich heißt, wir sind „UHU“ (unter hundert), bin ich froh, denn das letzte Drittel geht auch rum. Warum ich jammere? Nun dieser Fahrtag bietet manche Unwägbarkeit. Zuerst hat Berti einen Navi-Ausfall. Im Geiste überreiche ich meinem Routefinder schon mein eigenes Navi mitsamt dem gekoppelten Funkgerät. Doch mein Zauberer hat´s zum Glück wieder hinbekommen. Dann geht eine Sicherung an Bertholds Motorrad kaputt, doch zum Glück kann er noch weiter fahren. (Er wird sie später bei unserem Hotel wechseln.)

Paco de Arcos verfügt zwar über eine Wäscherei und Reinigung, doch diese zu finden in seiner Unscheinbarkeit und bei all dem Einbahnstraßen-Labyrinth gepaart mit den Fehlinformationen des Navis ist echt anstrengend. Als wir den Laden dann endlich gefunden haben, ist Mittagspause. Gut, die machen wir dann auch in einem nahe gelegenen Cafe. Doch als wir dann mit der Ladenchefin mittels Google-Übersetzer sprechen, stellt sich heraus, dass sie unsere Wäsche nicht in der Kürze der Zeit (Wochenende steht bevor) waschen kann. Wir sollen einen Waschsalon aufsuchen. Allein das Wort „Suchen“ löst in mir eine Allergie aus. Also fahren wir ins Hotel und fragen nach, ob dort unsere Dreckwäsche übernommen werden kann. Ja, das geht, für viel Geld, bis Sonntag. Ich bin so k.o., dass ich trotz des Preises von 75,50 € o.k. sage. Dieser Urlaub ist so teuer, dass es mir darauf jetzt auch nicht mehr ankommt. (Das einzig Positive an diesem Erlebnis ist, dass ich jetzt weiß, was meine Wäsche-Arbeit zu Hause wert ist, zwinker.)


Samstag 25.05.24 Wir haben zwei volle Tage für Lissabon eingeplant. Die Hauptstadt Portugals ist am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erkunden und aus diesem Grund fahren wir schon mit dem Regionalzug von Paco de Arcos direkt in die Metropole hinein. Unser Hotel hatten wir schon entsprechend ausgewählt, denn in Lissabon selbst waren keine bezahlbaren Unterkünfte mehr verfügbar. (Vielleicht gibt es ja auch keine?)

Unser erstes Ziel ist die Christus-Statue Christo Rei. Sie liegt hoch über der Stadt und erinnert an Rio de Janeiro. Mit einem Aufzug kann man bis zur Plattform hoch fahrenund einen fantastischen Ausblick auf Lissabon und die berühmte Ponte 25 de Abril genießen. Bei dem Anblick dieser 3,2 km langen Brücke fühlt man sich gleich nach San Franzisko versetzt. Es scheint, als sei die ganze Welt in Europa zu finden. Herrlich!

Sonntag 26.05.24 Heute steuern wir den „Praça do Comércio“, zu Deutsch Handelsplatz an. Er liegt mitten in der Hauptstadt direkt am Wasser. Früher lag hier der Hafen und damit das Tor zur Welt. Gegenüberliegend befindet sich das Tor „Arco da Rua Augusta“, das zum historischen Stadtkern führt. Der Platz ist wunderschön und beeindruckt mich, trotz oder auch wegen dem ganz unterschiedlichen Trubel, der hier herrscht. Straßenmusik, Gymnastikgruppe, Touristenströme, Händler und eine wunderbare Atmosphäre lassen sich auf Fotos und Videos nicht einfangen. Hier ein bisschen zu verweilen und zu schauen ist keine Zeitverschwendung.

Anders sieht es für mich in der viel gepriesenen „Igreja de Dao Rogue“ aus. Dorthin gelangen wir mit der berühmten Straßenbahn Linie 28 (völlig überfüllt, aber unbedingt ein Muss!). Wir schauen uns ja gerne Kirchen an, aber woher dieses Gotteshaus seine Berühmtheit verdient haben will, entzieht sich meiner Wahrnehmung. 

In jedem Fall lässt sich Lissabon in 2 Tagen nur sehr oberflächlich kennenlernen. Was wir intensiver kennengelernt haben, ist der öffentliche Busverkehr. Hier erleben wir Abenteuer der Moderne, oder empfinden es wenigstens als ungewohnt. Zum Beispiel, dass die Busse an einer Haltestelle nur anhalten, wenn man mit Handzeichen signalisiert hat, dass man einsteigen will. Oder dass Busse trotz Handzeichen weiterfahren, weil sie „completo“ sind. Oder dass Busse früher abfahren, als der Fahrplan ausweist. Hinzu kommen noch die kleinen Abenteuer, die wir von zu Hause kennen (Verspätung, Busausfall ohne Benachrichtigung, …). 

Abends sind wir ziemlich platt und sind auch irgendwie froh, dass unser Quartier im deutlich beschaulicheren und ruhigen Paco de Arcos liegt. Das bedeutet Essen gehen, packen und auf zu neuen Abenteuern.


Video: Iberische Halbinsel 2024  Teil 2

Im zweiten Teil besuchen wir die berühmte ALHAMBRA in Granada. Danach gehts nach Malaga auf ein gleichnamiges Eis. Als nächstes wartet die "Neue Brücke" und die Altstadt von Ronda auf uns bevor es weitergeht nach La Linea de la Conceptión. Wir überqueren die Grenze und sind einen Tag in Gibraltar unterwegs. Wir fahren weiter nach Cádiz und Sevilla. Jetzt überqueren wir die Grenze nach Portugal und erreichen Faro. Von hieraus ins wunderschöne Lissabon.


Montag, 27.05.2024 Wir brechen auf nach Porto. Über 300 km liegen vor uns, und wir freuen uns wieder, als wir „UHU“ sind. Für das letzte Drittel Wegstrecke ist dann die linke Pobacke zuständig. Im Hotel S.Gabriel bekommen wir ein einfaches Zimmer nahe der Altstadt. Doch die erkunden wir morgen. Heute gibt es noch ein paar Tipps des Hoteliers, der sogar deutsch versteht. Leider ist die Sprache bei ihm so eingerostet, dass er uns nur auf Englisch antworten kann, doch er besteht darauf, dass wir mit ihm deutsch reden, um die Erinnerung aufzufrischen. Ich muss gestehen, dass ich sprachlich langsam durcheinander komme. Erst Französisch, zwischendrin immer englisch, ein paar Brocken spanisch gelernt und jetzt ist das wieder falsch, weil wir ja in Portugal sind. Ich glaube, ich werde alt.

Dienstag, 28.05.2024 Der heutige Tag gehört ganz und gar Porto! Wir erkunden diese bildschöne Stadt zu Fuß, per Schiff, per Aufzug und mit der Seilbahn. Porto befindet sich auf sehr unterschiedlichen Höhen, weshalb all die aufgeführten Fortbewegungsmittel wie selbstverständlich zur Verfügung stehen, teilweise gegen Gebühr.

Der Duero teilt als drittlängster Fluss Iberiens die Stadt. Die schönste und berühmteste Brücke, Don Luiz I verbindet beide Flussufer auf zwei Ebenen gleichzeitig.

Die tiefere Ebene ist für Fußgänger und Straßenverkehr. Weiter oben überqueren die Straßenbahnen den Fluss. Ein so schöner Hingucker und zugleich so zweckmäßig! Wir beschließen, die Stadt auch vom Fluss aus zu betrachten. 

Eine kleine Fahrt ist für 15 € schnell gebucht. Die Seilbahn bringt uns für 4 € und mit einem wunderschönen Ausblick wieder auf die höhere Ebene. (Auf der gegen- überliegenden Flussseite waren wir für 2 € mit dem Aufzug hinunter gekommen, allerdings ohne die schöne Aussicht.)

Unser Mittagessen nehmen wir leider NEBEN dem Mercado Beira Rio ein, denn vor lauter Hunger haben wir tatsächlich die Markthalle übersehen. Und diese ist, wie sich später für uns offenbarte, ein kulinarischer Tempel. Sie hat ihren Schwerpunkt in der Gastronomie, das heißt mit Tischen und Bänken im Zentrum zum Genießen und all die vielen Stände ringsum, um sich diejenigen Leckereien zu kaufen, wonach das Herz begehrt. Mist, wir sind bereits ordentlich satt. Aber sollten wir nochmals nach Porto kommen, dann wissen wir schon, wo wir zu Mittag essen werden.

Als würdigen Abschluss des Ausflugs kehren wir auf dem Rückweg noch in das Café Majestic ein. Sofort fühlt man sich versetzt in ein Wiener Caféhaus und in eine andere Zeit. Die Einrichtung, die Uniformen, die die Bedienungen tragen, und die Musik tragen ihren Teil dazu bei.
 Wir gönnen uns zwei Cappuccinos und zwei rosa Portweine für zusammen 31€. Ein bisschen Luxus darf es sein. Und trotz der hohen Preise ist das Lokal voll bis auf den letzten Platz. Den Touristen sei Dank.


Mittwoch, 29.05.2024 Heute überqueren wir wieder eine Grenze und kommen zurück nach Spanien. Das Ziel Santiago de Compostela ist berühmt für die vielen Pilger, die aus ganz Europa dorthin wandern. Irgendwie fühle ich mich auch wie eine Wanderin, eine Motorrad-Wanderin. Es war auch mein Wunsch, dieses Ziel in unseren Reiseplan mit aufzunehmen. Jetzt weiß ich gar nicht, was ich hier erwartet habe. Doch zuerst beziehen wir unser Zimmer für eine Nacht im Hotel San Jacobo. Es hat den unschlagbaren Vorteil, dass es direkt an einer Bushaltestelle liegt, reichlich Parkplätze aufweist und zudem noch über ein kleines Lokal verfügt. 

Mit der Linie 6 fahren wir für 1 € pro Person in die Innenstadt. Die Fahrt dauert etwa 20 Minuten. Als wir in die Altstadt gelangen, tauchen wir direkt in eine längst vergangene Zeit ein. Hier wirkt alles mittelalterlich, die Gebäude, die Gassen, die vorherrschenden Farben und im Herzen die Kathedrale. Um 19:30 Uhr findet die letzte Messe für die Pilger statt. Wir sind zum Glück noch vorher da, denn wenn die Messe beginnt, wird niemand mehr herein gelassen, um den Gottesdienst nicht zu stören.

(Anmerkung: Wer mit Kirche nichts am Hut hat, kann den folgenden Absatz getrost überspringen.)

Die Kathedrale ist wirklich groß, trotzdem gab es für uns keinen Sitzplatz mehr. Viele Pilger saßen sogar auf dem Boden, ein paar davon sogar mit Gepäck. Vor dem Gottesdienst werden in verschiedenen Sprachen Verhaltensregeln durchgesagt (z.B. Handy aus, kein Fotografieren oder Filmen, …). Dann geht es los. Die Aufmerksamkeit der Menschen zeigt Andacht und Besinnung, aber auch Zufriedenheit, vielleicht auch Stolz, wer weiß das schon. Die kirchlichen Angebote werden in verschiedenen Sprachen angekündigt. Dann beginnt der Gottesdienst auf Spanisch. Zwischendurch erfüllt eine kleine Nonne mit ihrer glockenklaren Stimme die Kathedrale mit Gesang (okay, mit Mikrofon natürlich) Plötzlich weiß ich, warum ich hierher wollte. Es ist spürbar, dass die Pilgermesse einen würdigen Schlusspunkt einer langen Reise mit vielen Erfahrungen bildet. Ich bin dankbar, dass ich das erleben durfte!


Wir können nicht länger stehen und verlassen deshalb die Kirche noch während der Messe. Auf dem Rückweg kehren wir noch ein, um dann mit dem Bus wieder zurück ins Hotel zu fahren. Gute Nacht.


Donnerstag, 30.05.2024 Heute beginnt die Heimfahrt. Es geht beständig in Richtung Osten. Das nächste Ziel heißt Gijon an der Costa Verde und liegt 319 km von Santiago de Compostela entfernt. Der Weg dorthin führt durch bergiges Naturschutzgebiet mit einer gehörigen Portion Wetternatur in Form von Nebel und Nieselregen. Der Nebel verstärkt sich zunehmend. Die Sichtweite fällt unter 50m. Die Temperaturanzeige pendelt zwischen 11° und 12°C. Später meint Berthold, dass die Sichtweite im dicksten Nebel vielleicht nur noch 30 m betragen hätte. Jedenfalls waren die Rücklichter des vor uns fahrenden Fahrzeugs kaum noch zu erkennen – trotz verkürztem Abstand und geringen Geschwindigkeiten. Diese Wetterlage scheint es hier öfter zu geben, denn am Fahrbahnrand sind Leuchtpunkte integriert und das variable Verkehrsschild reduziert die Höchstgeschwindigkeit auf 60km/h. Doch selbst das ist uns teilweise noch zu schnell.

Als wir endlich aus der bergigen Zone herauskommen, klart auch das Wetter wieder auf. Es wird freundlicher und wärmer. Bis wir am Ziel ankommen, sind wir wieder trocken und aufgewärmt - zum Glück.

Gijon ist – zumindest im Moment – wenig touristisch besucht, außer ein paar Surfer, die die Wellen und die Flut nutzen wollen. Wir finden hier viele kleine Lokale, die von einheimischen Gästen genutzt werden. So entscheiden wir uns zum Abendessen für die „Sidreria Riber“. Hier bekommen die Gäste nicht nur Cider geboten, sondern auch noch eine besondere Form des Eingießens. Der Lokal-Spezialist hält die Flasche so hoch er kann über seinen Kopf und das zu befüllende Glas in der anderen Hand so weit unten wie möglich – und er trifft, ohne dass er hinschaut. Warum das „Stöffsche“ auf diese Weise ausgeschenkt wird, werden wir nicht herausbekommen. Aber ein Spektakel ist es in jedem Fall. Ihr könnt es euch gut auf Bertholds Video Film ansehen.Jedenfalls schmecken uns auch die Speisen und uns gefällt die Freundlichkeit der Gastleute. Und schon haben wir für den nächsten Abend einen Tisch bestellt. Wir freuen uns schon darauf.

Freitag, 31.05.2024 Heute ist Wasch- und Gammeltag. Nicht weit von unserem Hotel gibt es einen Waschsalon. Die Maschinen sind gut belegt, aber uns reicht ja eine freie. Zudem bekommen wir auch noch Tipps von einer Waschkraft, bei der wir wahrscheinlich sogar hätten unsere Wäsche abgeben und später wieder abholen können, doch das merken wir zu spät. Jedenfalls sind diese Maschinen ganz anders als die üblichen Geräte, die wir zu Hause haben. Erstens geht das Waschen und Trocknen schneller und zweitens kommt jegliche Wäsche auch wieder heil aus dem Trockner. Nach 1 ½ Stunden ist alles erledigt. Super!

Mittagessen mal anders. Einkauf im Supermarkt und dann eine Bank im Schatten an der Strandpromenade mit Blick auf´s Meer. Herrlich!

Am Abend werden wir mit Handschlag in der Sidreria Riber begrüßt und als einziger Tisch ist unserer mit einer richtigen Tischdecke und Stoffservietten vorbereitet. Das ist mir schon beinahe etwas peinlich, so viel Gastlichkeit bei so wenig Verständigungsmöglichkeiten. Doch letztendlich genießen wir den Abend kulinarisch und auch in jeder anderen Hinsicht. Berthold darf den Einschenk-Künstler filmen und fotografieren. Ein kleiner Gruß aus der Küche ist auch dabei. Urlaub kann so schön sein!


Samstag, 01.06.2024 Heute liegen 350 km bis nach Zarautz nahe der französischen Grenze vor uns. Das Städtchen liegt für uns direkt auf der Strecke, so dass wir hier gut unterkommen können. Zudem liegt der Ort am Golf von Biskaya und lockt mit seinem schönen Sandstrand viele Touristen an. Auch wir schnuppern Seeluft, bevor wir uns zum Abendessen eines der zahlreichen Lokale aussuchen. Doch sie sind fast überall voll besetzt bis auf den letzten Platz. Natürlich findet mein Routefinder für uns zwei noch eine Einkehr und wir lassen es uns schmecken.

Sonntag, 02.06.2024 Unser heutiges Reiseziel ist „La Teste de Buch“, das die größte Wanderdüne Europas beherbergt. Unsere Freunde Christina & Jürgen hatten uns auf diese Sehenswürdigkeit hingewiesen, von der wir bis dahin noch nichts gehört hatten. Natürlich machte uns deren Begeisterung neugierig. Geplant war es, einen Campingplatz mit Bungalows als Quartier zu nehmen, schon allein um fußläufig die Düne erkunde zu können. Leider ist einer der Campingplätze den Flammen zum Opfer gefallen und alle Urlauber verteilen sich nun auf den noch intakten Campingplatz und evt. noch andere Unterkünfte. Tatsächlich bekommen wir keinen Bungalow mehr vermietet, es ist alles ausgebucht. Lediglich ein Hotel bietet mit 145 € ein gerade noch bezahlbares Zimmer an. Doch bevor wir es sehen, haben wir es schon gebucht. Und auf dem Weg dahin stärken wir uns mit einem kleinen Mittagssnack an der Markthalle in „La Teste de Buch“, die auch sonntags bis 14:00 Uhr geöffnet hat. 

Als wir dann ein paar Kilometer weiter das Hotel erreichen, fühlen wir uns an Hitchcocks Film „Psycho“ erinnert. Das Hotel und der Garten wirken heruntergekommen, die Rezeptionistin eher wie eine allwissende Concierge. Dafür bekommen wir – als scheinbar einzigen Gäste – ein kostenloses Zimmerupgrade. Trotz weit geöffnetem Fenster ist es sehr warm im Zimmer, das an der nicht regulierbaren Heizung liegt. Die Thermostathalterung ist leer und der Heizkörper bollert. Wir wollen ein anderes Zimmer, doch unsere Allwissende informiert uns, dass es in allen Zimmern genauso aussieht. Man müsse die Heizung ZENTRAL reduzieren. Berthold bietet seine Hilfe an und tatsächlich erfordert dies einen Spaziergang ums Haus, durch den Garten und zu einer gruseligen Kellertür, hinter der die Haustechnik untergebracht ist. Was glaubt ihr wohl, wer die Heizung regulieren kann? Genau, gut dass es den Berthold gibt! 

Es gibt noch mehr Details, die uns diese Frau und das Anwesen unheimlich erscheinen lassen, doch es ist ja nur für eine Nacht. Und die Preise des Hotels von gegenüber mit über 600 € können wir uns nicht leisten.

In Jedem Fall lohnt sich aber der Spaziergang zur Düne. Berthold macht noch ein paar Drohnenaufnahmen und wir genießen diese Laune der Natur. Ein paar steinerne Zeitzeugen sind offensichtlich noch vom 2. Weltkrieg übrig geblieben. Aber deren abgerutschter Schiefstand und ein paar Graffitis lassen diese Bunkeranlagen die 1944 von der deutschen Wehrmacht gebaut wurden gleich weniger bedrohlich wirken. Bis hinauf auf die Düne schaffen wir es nicht mehr, das wäre ein anstrengender, sandiger Fußmarsch von mehreren Kilometern geworden, so groß ist sie. (Laut Wikipedia ist sie bis zu 110 Meter hoch, 500 Meter breit, etwa 2,7 Kilometer lang und umfasst ein geschätztes Volumen von 60 Millionen Kubikmeter.)


Montag, 03.06.2024 Nicht ungern fahren wir weiter nach Bordeaux, das sind nur 76 km, so dass uns noch genug Zeit bleibt, um uns die Stadt etwas anzuschauen. Nahe dem Porte de Bourgogne finden wir ein paar kostenlose Motorradparkplätze und erkunden die fußläufige Umgebung in Richtung des Flusses. Vom Pont de Pierre aus flanieren wir an der Uferpromenade der Garonne bis zum Miroir d´eau – dem Wasserspiegel, der seine Faszination leider erst abends zur Schau trägt. So machen wir noch ein paar Aufnahmen vom gegenüberliegenden Place de la Bourse und den wunderschön angelegten Grünanlagen, die wie ein Stück des Frankfurter Palmengartens wirken.

Danach geht es zurück zu den Motorrädern, um dann den Weg zum gebuchten „Hotel Gardenia“ in Yvrac (Bordeaux Est) zu suchen. Ich schreibe bewusst „suchen“, denn vor lauter Umleitungen, Baustellen und Einbahnstraßen wird die Hotelsuche zur Schnitzeljagd. Aber zum Glück habe ich meinen Berthold dabei – und er findet alles. Wir sind jetzt schon fast 30 Jahre zusammen, aber ich weiß immer noch nicht, wie er das macht.

Dienstag, 04.06.2024 424 km liegen heute vor uns. Müdigkeitsbedingt nehmen wir die Autobahn, um nach Vichy zu kommen. Dort haben wir eine Übernachtung geplant, um es dann am nächsten Tag nicht zu weit zu haben. Als wir wieder die magische „unter hundert Kilometer“ Restweg erreichen, grüßen wir den „UHU“. Das Ziel naht.

In Vichy kommen wir preiswert im „Premiere Classe Vichy“ unter. Auf Durchreisen haben wir schon öfter eine Nacht im „Plastik-Hotel“ verbracht, das geht mal.

Mittwoch, 05.06.2024 Das heutige Ziel ist Dijon, bekannt für seinen Senf und die wunderschöne Altstadt. Doch bis dahin trennen uns noch 222 km Nationalroute und Landstraßen samt vieler kleiner Örtchen, dafür mitten durch das Weinanbaugebiet des Burgunds. Wir überqueren die L´Allier und die Loire, kommen am Stausee Barrage de la Sorme vorbei und ab dem Etang de Montchanin nehmen wir die wunderschöne Route du Canal durch das Weinanbaugebiet des Burgunds. Die Schilder nennen uns Namen wie „Route touristique des Grands Crus“ oder „Champs-Elysées des Burgunde“. Damit ist klar, alles lebt vom und dreht sich um den Wein. Leider können wir als Motorradfahrer keine Verkostung unternehmen, das passt nicht zusammen.

In Dijon kommen wir im Ethic Etapes Dijon sehr günstig unter. Es ist ein riesiges Anwesen, ausgerichtet auf Jugendliche und Konferenzen. Das aufgeführte Restaurant bietet nur Mittagstisch, abends ist es geschlossen. Zum Glück gibt es fußläufig ein paar kleine Lokale, die uns mit Essen versorgen. Das Zimmer ist absolut einfach, aber es gibt eine eigene Nasszelle und die Betten sind auch okay, was will man mehr.

Donnerstag, 06.06.2024 Wir lassen uns von der Rezeption ein Taxi rufen, das uns bis vor das Tourismusbüro in der Dijoner Altstadt fährt. Hier erwerben wir für 4 € das Heft „Der Rundgang der Eule“. Das Heft ist auf Deutsch (gibt es natürlich auch in vielen anderen Sprachen) und beschreibt eine Art Schnitzeljagd, auf deren Weg man zu den schönsten Sehenswürdigkeiten der Altstadt geführt wird. Das Heft erklärt die jeweils gefundene Station und die messingfarbenen Eulen, die auf dem Pflaster eingelassen sind, weisen uns den Weg. Wir beginnen mit der Kathedrale „Notre Dame“. Das macht richtig Spaß und bietet eine Fülle wunderschöner Fotomotive. Als nächstes strecke ich meine Hand an die (schon abgegriffene) Wunscheule. Man darf sich dabei etwas wünschen. Das haben wir natürlich beide getan. (Später, zu Hause frage ich Berthold, was ER sich gewünscht hat. Und tatsächlich hatten wir beide denselben Wunsch. Und er ist tatsächlich in Erfüllung gegangen. Wen´s interessiert, fragt uns.)

Dijon bietet so viele, schöne, alte, prächtige Bauten!Am Schluss sind wir doch beide ziemlich platt. Wir lassen uns vom Bus der Linie 3 von der Innenstadt direkt bis zu unserem Hotel fahren.

Das Abendessen nehmen wir im „Beer & Joy“, das ein schönes Ambiente bietet. Im Tagebuch habe ich extra aufgeschrieben, dass die Bedienung klasse war, fröhlich und aufmerksam. Was für ein schöner Tag!


Freitag, 07.06.2024 Heute geht es von Dijon über Landstraßen nach Hohrodberg in den Vogesen. Wir haben tatsächlich noch ein Zimmer in unserem Lieblingshotel „Roess“ bekommen. Auf Booking.com war es zwar schon ausgebucht, aber Berthold hat das Hotel direkt angeschrieben. Als es klappt, freue ich mich einen Bären. Die supernetten Wirtsleute sprechen perfekt deutsch und die Küche ist zum Niederknien. Selbstverständlich buchen wir Halbpension. Das Frühstück ist ganz nach unserem Geschmack und das Abendessen besteht immer aus einem 4Gänge-Menü. Ich sag´s euch, hier wird nachts die Kleidung von Geisterhand heimlich enger genäht.


Samstag, 08.06.2024 Für heute haben wir uns einen kleinen Rundkurs zu den „Mille Etang“ vorgenommen. Bis 16 Uhr wollen wir zurück sein, denn dann soll es wieder ordentlich regnen – sagt jedenfalls die App. (Ich bin der Meinung, das Wetter sollte auch mal eine App geschenkt bekommen, damit es weiß, was los ist. Denn ohne Kenntnisse kann es sich ja nicht danach richten.) Was soll ich sagen, um 12:30 Uhr geraten wir in einen heftigen Gewitterregen. Das heißt, Tour abkürzen so gut es geht und wieder zurück ins Hotel. Dort kommen wir klatschnass an. Zum Glück gibt es hier einen Heizungsraum, in dem unsere Motorradklamotten bis morgen trocknen können (hat überraschend gut funktioniert!)

Und noch eine Freude erwartet uns, Heiko und Kerstin sind heute angereist. Da gibt es viel zu erzählen und natürlich genießen wir auch gemeinsam das leckere Abendessen. Die Benzingespräche führen wir bis in den späten Abend. Irgendwann wird es Zeit für´s Bett, denn morgen heißt es für Berthold und mich, nach Hause fahren. Gute Nacht.

Sonntag, 09.06.2024 Nach einem üppigen Frühstück und einer herzlichen Verabschiedung von Heiko und Kerstin und auch von den Wirtsleuten brechen wir um 10:30 Uhr nach Rodgau auf. Als wir um 14:30 Uhr zu Hause ankommen, haben wir insgesamt 6.386 km mit den Motorrädern zurück gelegt. 

Video Iberische Halbinsel 2024 Teil 3

Im dritten Teil fahren weiter nach Porto und bleiben dort 2 Tage. Dann überqueren wir wieder die spanische Grenze nach Santiago de Compostela. Von dort Richtung Nordost bis Gijón. Weiter gehts durchs Baskenland nach Zarautz zum übernachten. Wir überqueren die Grenze nach Frankreich und erreichen die "Dune de Pilat". Kurz ein Abstecher nach Bordeaux weiter ins schöne Dijon. Zum Abschluß in die Vogesen ins Hotel Roess in Hohrodberg. 😉🏍️🙋‍♀️🏍🙋‍♂️🖐️👌 



Rückblick:
Es war wieder eine sehr beeindruckende Reise ohne Unfall und Umfaller und ohne große Pannen oder Erkrankungen. 

Der Wettergott hat es diesmal weitgehend gut mit uns gemeint. Bis auf zweimal nass werden und einmal dichten Nebel haben wir ideales Motorradwetter erlebt. Jetzt, da ich dieses Tagebuch formuliere, herrscht auf der iberischen Halbinsel eine Hitzewelle von 40°C, teilweise auch darüber. Das ist uns erspart geblieben, halleluja!

Wir wünschen allen eine gute Fahrt und entspanntes Reisen!
Tschüss bis zum nächsten Mal!

Jutta & Berthold

die Vanmel's

Nach oben

Dies ist eine kostenlose Homepage erstellt mit hPage.com.