Namibia 2016 "Der Norden"

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Namibia 2016 "Der Norden"

Tagebuch unserer Namibia - Rundreise vom 05.11. – 19.11.2016

Unsere dritte Namibia Reise ist auch gleichzeitig unsere Hochzeitsreise. Der Reiseveranstalter Gravel Travel hat uns als Hochzeitsgeschenk eine zusätzliche Übernachtung mit Verpflegung im schönsten Zimmer der Windhoek Mountain Lodge sowie den Flughafentransfer spendiert. An dieser Stelle nochmals VIELEN DANK!

Samstag, 05.11.2016
Wir starten mit Air Namibia in Frankfurt um 20:10 Uhr. Vor uns liegt ein 10stündiger Flug mit wenig Schlaf. Doch das macht nix, Hauptsache Namibia!

Sonntag, 06.11.2016
Nach über 8.000 km landen wir um 7:10 Uhr Ortszeit in Windhoek (entspricht 6:10 Uhr deutscher Zeit). Berthold quälen kurz nach dem Frühstücks aufkommende Magen-Darm-Krämpfe. Die erste Toilette im Flughafengebäude gehört sofort ihm. Derweil stelle ich mich schon mal für die Einreise an. Als alles erledigt ist werden wir von Björn und Nikita in Empfang genommen.

Wir kennen die beiden schon von unserer letzten Tour, bei der wir eine Nacht in Björns Hotel „Helmeringhausen“ verbracht haben. Nikita ist sein 13jähriger Sohn und beide werden unsere Guides auf der „Namibia Spezial“ Tour sein.

Auf der Lodge angekommen, erwartet uns ein üppiges leckeres Frühstück und wir stärken uns gerne noch einmal, lediglich Berthold hält sich zurück…

Wir genießen den Luxus, Zeit zu haben, denn die eigentliche Tour beginnt erst übermorgen. So gönnen wir uns –vom Schlafmangel gekennzeichnet – ein Mittagsschläfchen und starten erholt in den Nachmittag.

Ursprünglich hatten wir mit einem Abstecher nach Windhoek geliebäugelt, doch da hatten wir noch nicht bedacht, dass heute am Sonntag alle Geschäfte geschlossen haben. So verschieben wir dieses Vorhaben an das Ende der Reise. Berthold nutzt die Zeit, um sich eine XT 660 R aus dem üppigen Bestand herauszusuchen und sie bereits mit Tankrucksack und Kamerahalterungen zu präparieren. Damit ist er gerüstet für die Eingewöhnungstour, die am nächsten Tag auf dem Programm steht. Da ich selbst im Begleitfahrzeug mitreise, bin ich absolut stressbefreit und muss keinerlei solche Vorbereitungen treffen.

Ein paar Schweizer Tourteilnehmer sind ebenfalls schon angereist, was ich wirklich empfehlen kann – außer wenn einem der Nachtflug nichts ausmacht.

Am Nachmittag steht Kuchen im Speisebereich zur Selbstbedienung, Kaffee sowieso und am Abend wartet ein leckeres Buffet auf uns. An dem großen Esstisch haben heute noch alle Platz und man lernt sich schon mal etwas kennen. Ein angenehmer Urlaubsstart!

Montag, 07.11.2016
Jeder Fahrer wählt sich eine XT 660 R passend zu seiner Körpergröße aus. Alle Motorräder sind mit GPS ausgestattet und jede Tagesroute ist einprogrammiert. So ausgestattet kann jeder Fahrer alleine oder in Kleingruppen fahren, stoppen wann und wo es ihm gefällt und sein Tempo wählen, das ihm Spaß macht.

Ich glaube, besser geht es nicht. Warum ich dann nicht selbst fahren? Ich hasse unbefestigte Straßen. Warum ich dann diese Tour mitmache? Ich liebe Namibia und fühle mich bei Gravel Travel bestens aufgehoben.

Das Briefing findet mittags statt und macht allen Teilnehmern deutlich, wo die größten, versteckten Gefahren lauern:

  • Staub, der so dicht ist, dass man plötzlich die Sicht verliert,
  • Wildwechsel, der zur Kollision oder zum Verreißen des Motorrads führt,
  • Konzentrationsschwäche aufgrund von Dehydrierung,
  • Haltende Fahrzeuge hinter Kuppen.

Im Anschluss treffen wir uns alle bei den Motorrädern. Die Bedienung des GPS muss noch allen gezeigt werden, dann geht es sukzessive los. Geplant sind 100 km und unterwegs ein paar Übungen, weshalb ein Treffpunkt vereinbart wird. Allerdings hängen immer dunkler werdende Regenwolken in der Luft, worauf zwar ganz Namibia sehnlichst wartet, doch für die Biker birgt das eine erhebliche Rutschgefahr. Also lautet die Ansage, dass bei einsetzendem Regen umgekehrt wird. Was soll ich sagen, es wurden dann doch nur 67 km.

Auch am Abend, als das Feuer für das legendäre Bushman-Fondue entzündet wird, regnet es erneut. Erst spärlich, doch dann droht das Feuer zu unterliegen. Beherzt greifen die Lodge-Mitarbeiter den großen Grill und ziehen ihn unter das Vordach der Lodge. Damit retten sie das Abendessen und die besondere Art der Zubereitung. Vor lauter Begeisterung vergesse ich das Fotografieren. Ich tröste mich damit, dass ich noch auf Fotos der vorhergehenden Reisen zurück greifen kann.

Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß, dass mehrere Mitreisende ihr umfangreiches Fotomaterial zur Verfügung stellen werden. Es ist also alles festgehalten und die schönste Auswahl (was wirklich schwierig war) hat Berthold in der Fotogalerie zusammen getragen.

Tages KM: 67

Dienstag, 08.11.2016
Um 8:20 Uhr beginnt das erste allmorgendliche Tagesbriefing: die Strecke wird besprochen, die Tankstopps und das Treffen zwecks gemeinsamer Mittagspause in Omaruru.

Um 8:40 Uhr geht es bereits los. Die Tour führt dieses Mal über Windhoek. Und ich habe dort Gelegenheit, mir an einer Tankstelle eine Sonnenbrille zu kaufen. Meiner eigenen hatte ich offensichtlich Urlaub zu Hause verordnet. Oben ohne geht hier aber gar nicht!

Wir treffen die meisten Biker hier wieder, und sehen, dass einige die Tankstelle in unterschiedliche Richtungen verlassen. ??? Das Blöde am Asphalt ist, dass es keine Spuren gibt, die unser Guide lesen kann und er deshalb nicht weiß, ob alle auf die richtige Strecke zurück gefunden haben. Na, das geht ja gut los, denke ich mir. Doch es kommt noch besser…

Wir bleiben hinter dem letzten Biker – ich nenne ihn mal Mister X - und müssen mit ansehen, wie er falsch auf die Autobahn abbiegt. Björn fängt ihn zum Glück wieder ein und gibt ihm zu verstehen, dass er uns folgen soll. Zwischendurch erhält Björn einen Anruf von einem zweiten Verirrten, der aber selbst wieder auf die richtige Strecke gefunden hat, sich nun aber hinter uns befindet. Das ist deshalb wichtig zu wissen, weil er im Falle einer Panne hinter uns wäre und dann erst mal keine Hilfe herannaht.

Als wir den ersten Verirrten wieder auf den rechten Weg geführt haben, wartet Björn auf den 2. Abweichler, damit die Reihenfolge wieder passt.

Der Landcruiser fährt immer am Schluss. Wer liegen bleibt, bekommt Hilfe von Björn - und von Nikita. Und zu diesem Zweck wird alles mitgeführt, was eventuell von Nöten sein könnte: ein Ersatzmotorrad, Ersatzräder, Schläuche, Ersatzteile, eine mobile Werkstatt sowie Sprit, Ersatz-GPS-Geräte, ein paar Getränke, eine erste Hilfe Ausstattung, Satellitentelefon und natürlich auch unsere Reisetaschen.

Am Vormittag durchqueren wir das Khomas Hochland mit seinen vielen weitTläufigen Hügeln. Im Landcruiser sieht man sehr viel mehr Tiere am Straßenrand als ein Biker. Der muss weitaus mehr die Straße lesen und kann deshalb den Blick nicht ständig schweifen lassen. So begegnen wir einer Giraffe, Kudus, Warzenschweinen, Pavianen, Geiern, Sandhühnern, mehreren wunderschönen Pfefferfressern, Webervögeln, einem Riesen-ausendfüssler und einem Skorpion. Für das eine und andere Foto halten wir an und ich springe schnell aus dem Wagen.

Der vor uns fahrende Mister X hält vorbildlich oft zum Trinken und Fotografieren. Er scheint diesen Urlaub richtig zu genießen. Auch ich fotografiere dadurch mehr, was sich noch gut anfühlt. Lediglich das Wissen um die insgesamt 350 km Strecke, die es heute zu bewältigen gilt, übt eine gewisse Anspannung aus...

In der Zwischenzeit ereignet sich der erste Sturz. Ein Biker ist mit dem plötzlich vorhandenen tiefen Sand auf der Route nicht zu recht gekommen. Das Motorrad und die Schulter haben etwas abbekommen. Ein paar Biker sind bei ihm und helfen. Das verunfallte Motorrad wird auf den Hänger geladen und Pechvogel Thomas nimmt ab jetzt bei uns im Landcruiser Platz.

Bis wir den Treffpunkt zur Mittagsrast erreichen, sind alle bereits fertig mit ihrer Pause und haben nur noch auf uns gewartet. Manche  fast zwei Stunden.

Wir Landcruiser-Fahrenden stärken uns noch, um dann ebenfalls weiter zu fahren.

In der Zwischenzeit hechtet ein Warzenschwein nach einem der Biker und bringt ihn im laufenden Galopp samt Moped zu Fall. Der arme Robert hat sich ziemlich verletzt. Er hat erhebliche Schmerzen in der Schulter und am Knie und kann nur mit Hilfe in den Landcruiser steigen. Das lädierte Moped kommt ebenfalls auf den Anhänger. Alle helfen mit. Was für ein trauriger Urlaubsbeginn für Robert. Schnell steht fest, dass er in diesem Urlaub kein Motorrad mehr fahren kann. Wie sehr er verletzt ist, wird er erst zu Hause erfahren, doch das wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Landcruiser und Hänger sind schon am ersten Tourentag voll mit Unfallopfern. Björn hofft inständig, dass jetzt nichts Weiteres mehr passieren möge, denn die ersten beiden und der letzte Fahrtag sind statistisch gesehen die unfallreichsten…

Etwa 15 km vor unserem Ziel Mount Etjo gibt es noch einen platten Vorderreifen zu wechseln. Es wird auch nicht der letzte Plattfuß bleiben, denn die langen Stacheln des Kameldornbaumes liegen hier überall.

Als wir endlich um 18:15 Uhr in Mount Etjo ankommen, ist schon geklärt, dass die geplante Safari auf morgen Früh verlegt wird. Dafür wartet noch ein leckeres und üppiges Abendessen auf uns sowie eine für 21:00 Uhr angekündigte Löwenfütterung (ob wir wohl das Futter darstellen? Touristen lecker gefüllt?).

Natürlich nehmen wir teil und werden im Dunkeln zu einem bunkerähnlichen Unterschlupf gefahren, der uns einen sicheren Ausblick zum Ort des Geschehens bieten soll. Wir selbst sitzen  hinter  „schwedischen Gardinen“ und bugsieren die Kameras zwischen den Gitterstäben hindurch. Der Blick auf den Futterplatz ist beleuchtet und es dauert auch nicht lange, bis sich nach und nach 5 Löwen an der toten Eland-Antilope gütlich tun. Ich stelle fest, dass es wirklich beeindruckend ist, die kräftigen Tiere so nah beobachten zu können und zu hören. Die fressen nämlich laut und  kämpferisch, was den eigenen Anteil angeht. Natur pur eben.

Tages KM: ca. 350

Mittwoch, 09.11.2016
Um 5:30 h geht der Wecker. Was tut man nicht alles, um viele Wildtiere zu sehen. Dabei muss man wissen, dass der Mount Etjo Park weitaus sehenswerter ist als der berühmte Etoscha Nationalpark. Warum? Es gibt in Mount Etjo deutlich mehr Tierarten zu sehen und die Landschaft ist zudem noch üppiger und schöner als in den kahlgefressenen Ebenen von Etoscha.

Doch auch in Mount Etjo macht sich der jahrelang ausbleibende, üppige Regen bemerkbar. Das haben wir schon gestern bei der Einfahrt gesehen. Der einst große See zwischen Einfahrt und Lodge weist bei sinkendem Wasserstand zunehmend mehr Inseln und weitläufige Ufer auf. Hier wird mir wieder einmal bewusst, wie abhängig jedes Leben vom Elixier Wasser ist!

Um 7:00 Uhr startet unser offener Safaribus. Das Klima ist trotz der frühen Uhrzeit schon recht angenehm, eine Jacke braucht selbst ein „Frierpitter“ wie ich nicht.

Die Vegetation scheint im „Winterschlaf“ zu stecken, will heißen, sie ist entweder abgefressen oder hat sich in ihre „Trockenruhe“ zurück gezogen. Dabei wirken die meisten Bäume, die nur noch aus Stamm und Ästen bestehen, wie abgestorben. Doch bei genauem Hinsehen treiben direkt kleine grüne Blättchen an den Stämmen und Ästen aus. Da zeigt sich das Ergebnis des wenigen Regens, der unsere Eingewöhnungstour verkürzt und das Bushman-Fondue unter die Überdachung getrieben hat. Hoffentlich kommt noch mehr von diesem Lebensspender.

Es dauert eine Weile, bis wir vom Safaribus aus die ersten Wildtiere entdecken können. Der Wildhüter, der gleichzeitig auch der Fahrer ist, zeigt uns mit geübtem Blick auch Geier, Adler und selbst die im dichten Gestrüpp perfekt getarnten Antilopen entgehen uns nicht.

Doch das Highlight treffen wir an der Wasserstelle. Eine große Population von Nashörnern ist hier anzutreffen. Zu meinem Erstaunen steigt unser Wildhüter hier aus. Normalerweise kenne ich solche Touren nur mit absolutem „Ausgehverbot“. Die Nashörner machen zwar einen sehr gechillten Eindruck, doch so ein Koloss wiegt leicht über 2 Tonnen und kann an die 50 km/h schnell werden. Zu meiner noch größeren Überraschung folgen unserem Guide auch alle Biker – alle. Dabei stehen die Tiere so nahe. Berthold lockt mich, doch ich will weiter leben und bleibe sitzen – zumindest eine Zeitlang. Mit dem Fotoapparat bewaffnet wage ich irgendwann doch den Ausstieg. Ein paar lustige Neckereien lasse ich über mich ergehen und stelle dann mit gebotenem Respekt fest, wie fantastisch es sich anfühlt, den Wildtieren ohne Zaun oder Graben zu begegnen.

Natürlich stillen hier auch andere Tiere ihren Durst. So sehen wir noch Zebras, Gnus, Springbock, Eland-und Oryx-Antipolen, Wasserbock und sogar ein weißes Pferd (??? kann aber auch ein Einhorn gewesen sein. Normale Menschen können ja bekanntermaßen dessen Horn nicht sehen).

Sogar Schakale bekommen wir noch zu Gesicht und ein Dikdik, die kleinste Antilopenart in Afrika.

Um 9:30 Uhr sind wir zurück auf der Lodge. Die Biker ziehen sich um und starten um 10:00 Uhr nach dem Briefing die knapp 300 km lange Tagestour.

Robert und sein verunfalltes Moped bleiben auf der Lodge zurück. Beide werden noch im Laufe des Tages von Rainer von Gravel Travel zurück nach Windhoek geholt.

Währenddessen setzen wir unsere Tour fort. Beim Tankstopp um 14:00 Uhr in Okakara wechseln Björn und Nikita wieder mal einen platten Vorderreifen. Gegen 15:30 erreichen wir die Waterberg Plateau Lodge. In Höhe der Rezeption entdeckt Björn noch einen platten Hinterreifen, der ebenfalls flugs ausgetauscht wird.

Die Unterkünfte liegen hier verstreut, doch dafür gibt es statt Doppelzimmer jeweils ein kleines Häuschen mit Mini-Pool und fantastischer Aussicht in die schier endlose Ebene. Man kann beinahe die Erdkrümmung erkennen, soweit das Auge reicht …

Die kleinen Pools sind bis zum Rand mit Wasser gefüllt. Hier soll es viel Wasser geben, schließlich kommt der Name Waterberg nicht von ungefähr. Jedenfalls nutzen Dutzende von Klippschliefern und Vögel die randvollen Pools als Tränke.

Zum Abendessen treffen wir uns im Restaurant. Dunkle Regenwolken und ein anschließendes Gewitter liefern uns im Dunkel der Nacht ein Naturschauspiel mit Wetterleuchten und Blitzen am laufenden Band, so dass es sogar gelingt, diese auf Film zu bannen. Untermalt wird das Ganze noch mit einem auf das Blechdach trommelndem Regen – Waterberg halt.

Tages KM: ca. 292 (ohne Safari)

Video Namibia 2016 "Der Norden" Teil 1 zeigt: Anreise Windhoek. 67 km  Einführungsrunde. 350 km Anfahrt zur Mount Etjo Safari Lodge über Omaruru mit Sand Passagen und Schlammlöchern, viele Wildbegegnungen. Abends Löwenfütterung. Morgens Safari Tour, dann 292 km Fahrt über Okakarara zum Waterberg und zur Plateau Lodge.

Donnerstag, 10.11.2016
Björn hat Erbarmen mit uns, denn das Briefing um 10:00 Uhr lässt heute annähernd ein Ausschlafen zu. Nikita und ich sitzen auf den beiden Mopeds auf dem Hänger während uns Björn im Landcruiser zum Treffpunkt an der Rezeption fährt. So könnte ich glatt behaupten, auch in Namibia Motorrad gefahren zu sein. Als die Truppe uns erblickt, gibt es ein Gejohle, nur Berthold schaut besorgt, was ich da wohl wieder für einen Quatsch treibe. Na jedenfalls hat´s Spaß gemacht.

Die nächsten 100 km Piste führen uns nach Otjiwarongo, eine mittelgroße Stadt, die alles zu bieten hat, was man so braucht, sogar Souvenirs. Björn fährt mich zum „Safari arms and Munition and souvenirs“ Shop. Ursprünglich mal aus einem Laden für Waffen und Munition hat sich dieser Laden dem Wandel der Zeit angepasst. Hier finde ich Kunsthandwerk vom Feinsten und ich decke mich üppig ein. Das braucht zwar seine Zeit, doch Björn ist geduldig und da er die Ladeninhaberin kennt, klönen die beiden über Gott und die Welt. Der Metzger, den Björn wegen des guten Biltongs ansteuern wollte, hat zugemacht, erfährt er bei dieser Gelegenheit. Er konnte sich gegenüber dem riesigen und preiswerteren Supermarkt nicht behaupten. Das kommt mir von zu Hause bekannt vor. So steuern wir auch noch den Supermarkt an, um unseren Bedarf an Trockenfleisch zu decken. Ich liebe es, und so kaufe ich auch gerne einen kleinen Vorrat. Das ist praktisch für unterwegs und eine leckere Erinnerung, wenn wir wieder zu Hause sein werden.

Da wir noch gut in der Zeit liegen, und uns Mister X. sowieso mit häufigem Halten und Fotografieren ausbremst, bietet Björn uns noch an, die hiesige Krokodilfarm zu besichtigen. Thomas und ich ergreifen gerne diese Gelegenheit. Der Besucherbereich ist überschaubar, bietet aber Krokodile in verschiedenen Entwicklungsstadien. Ein deutsch sprechender Angestellter führt uns herum und erklärt uns gerne alle Fragen. Die garagenähnlichen Boxen, in denen jeweils ein mächtiges Tier ruht, beherbergen die Gelege, die von Mama Krok bewacht werden, bis ihr Nachwuchs schlüpft.

Wir finden es interessant, auch wenn wir keine Produkte aus Krokodilleder kaufen würden.

Am Nachmittag lerne ich noch den immergrünen Mopane-Baum kennen, der die Landschaft mit seinem grünen Blattwerk etwas fruchtbarer wirken lässt. Die Blattform des Mopane-Baums sieht aus wie die Hufspur der größten Antilope, der Eland-Antilope.

Der nächste Busch ist ebenfalls erwähnenswert. Björn nennt ihn „Stinkarsch“. Mit seinem unangenehmen Geruch, besonders während der Blütezeit, lockt er aasfressende Insekten zwecks Bestäubung an. Für menschliche Nasen ist das allerdings kaum auszuhalten. Jetzt mag der Name „Stinkarsch“ bei uns schon als Schimpfwort verstanden sein, doch wer weiß schon, dass eine Steigerung hiervon ein „du blühender Stinkarsch“ sein könnte … theoretisch.

Am Nachmittag gibt es mal wieder einen platten Hinterreifen zu wechseln und langsam schwindet der Vorrat an funktionstüchtigen Hinterrädern.

Beim Radwechseln stellen Vater und Sohn ein wirklich eingespieltes Team dar. Nikita steigt auf den Landcruiser, löst einen Reifen und reicht ihn seinem Vater runter. Das defekte Rad verstaut er fachgerecht auf dem Fahrzeug und beim nächsten Mal weiß er genau, welche Räder noch funktionsfähig sind. Sobald es etwas zu tun gibt, kommt Nikita dazu und hilft. Dabei muss Björn kaum etwas sagen, das geht Hand in Hand. Es ist eine Freude, den beiden bei der Arbeit zuzuschauen, vielleicht weil es nicht wie Arbeit aussieht.

Unsere heutige Lodge ist die Vingerklip Lodge.

Der Weg dorthin führt durch eine kunstvoll anmutende Natur, in der Wind und Zeit die Felsen in phantasievolle Formen verwandelt und vom Rest der Umgebung herausgelöst haben. Eine Form ist besonders hervorzuheben: eben der 35 m hohe Vingerklip. Er erinnert an einen Stinkefinger, der sich kraftvoll nach oben reckt. Ob er uns Menschen meint oder die sengende Sommerhitze ist nicht herauszubekommen … Jedenfalls stellt der das Fotomotiv dar!

Doch die allergrößte Überraschung bereitet uns Ex-Biker Robert. Da kommt der Bursche mit einem dicken Jeep angefahren und setzt die Urlaubsreise mit uns fort, nur mit einem anderen Fahrzeug. Die nächsten Tage sehen wir ihn mit einem dicken Grinsen hinter diesem Lenkrad sitzen – trotz der Schmerzen, Respekt! Und er scheint seine Bestimmung gefunden zu haben. Echt toll!

Unsere Unterkunft ist wieder ein kleines Häuschen sogar mit Blick auf eine Wasserstelle. Das bietet immer wieder Gelegenheit Wildtiere zu beobachten.

Zum Abendessen haben wir die Wahl zwischen Chicken und Kudu. Auch hier bevorzugen wir die Wildtiere …

Tages KM: 283

Freitag, 11.11.2016
Um 6:45 h geht unser Wecker und wir stehen alle um 8:30 h für das heutige Briefing bereit.

Auf unserer Tour steht Khorixas (gesprochen: Korichas) als erster Tankstopp auf dem Plan. Etwa eine Stunde später bremst uns wieder Mister X aus, dieses Mal aber wegen eines platten Hinterreifens. Er bekommt das letzte heile Hinterrad drauf montiert. Da wir bisher immer so spät in der Lodge ankommen, hat Björn noch keine Gelegenheit gehabt, die gesammelte Schar an kaputten Hinterreifen (mittlerweile 4 Stück) mit neuen Schläuchen zu versehen. Das lasse ich Mister X wissen und bitte ihn, um Reduzierung seiner vielen Fotopausen. Dazu muss man wissen, dass fast jedes Straßenschild für ihn einen Foto-Vordergrund bildet, der seiner Meinung nach eine Landschaftsaufnahme weniger langweilig erscheinen lasse. Mein direkter Hinweis kommt als direkte Maßregelung an, was zu zwei Effekten führt:

  1. Mister X ist verärgert (schade, das war nicht beabsichtigt) und
  2. Mister X gibt Gas und erreicht heute als erster die Lodge, wie ich aus sicherer Quelle erfahren werde (prima, das war der gewünschte Effekt, wenn auch etwas übertrieben)

In Kamanjab sind wir zur Mittagsrast verabredet. Während wir Touris uns stärken, suchen Björn und Nikita eine Werkstatt auf. Dort gibt es einige Hilfsmittel, um die Schläuche der defekten Hinterräder leichter zu wechseln. Die Biker setzen nach ihrer Stärkung die Tour fort, wir kommen später nach. Die 4 Reifen wieder in gebrauchsfähigen Zustand zu versetzen, verbraucht einiges an Kraft und Zeit.

45 km vor unserem Ziel Palmwag erreicht uns ein Anruf von Robert: kurz vor dem Tagesziel ist Rolf am Grootberg Pass gestürzt. Eine viertel Stunde später erreichen wir den Verunfallten. Er sei etwas lädiert, ohne Genaueres sagen zu können. Ein Krankenhaus sei nicht nötig. Dafür aber braucht das Moped Behandlung. Es ist stark beschädigt und muss auf den Anhänger verladen werden. Sturzursache: zu schnell in einer Schotterkurve. Rolf fährt bei Robert im Jeep mit, zwei Schweizer „(L)eidgenossen“ unter sich.

Um kurz nach halb 3 starten wir wieder und erreichen unmittelbar den 1.540 m hohen Grootberg Pass.

Kurz vor der Palmwag Lodge passieren wir den Veterinärzaun, der die einstmals im Norden ausgebrochene Maul- und Klauenseuche vom Süden fernhalten soll. Die Räder werden mit einem chemischen Mittel desinfiziert, manchmal wird auch ein Wagen kontrolliert. Denn kein landwirtschaftliches Tier, kein Fleisch oder Holz dürfen von Nord nach Süd transportiert werden. Umgekehrt ist es kein Problem. Und das alles nur, um Rindfleisch nach Europa exportieren zu dürfen.

In der Palmwag Lodge waren wir schon einmal. Sie wächst. Der Touristenboom in Namibia entwickelt sich stärker als die Unterkunftskapazitäten. Mancher Veranstalter weiß diesem mit extra Zahlungen zu begegnen, was Gravel Travel nicht unterstützt. Dafür wird unsere Gruppe dieses Mal verstreut untergebracht. Das ist nicht wirklich schlimm, denn auf der Veranda mit einem Sundowner und einem fantastischen Sonnenuntergang sitzen wir sowieso wieder alle zusammen.

Berthold und ich haben eines der komfortablen Zelte mit festem Dach und bezogen. Eigentlich mag ich kein Zelten. Alle Geräusche sind präsent, sowohl drinnen wie draußen. Doch diese Art der Unterkunft hat auch einen unschlagbaren Vorteil: sobald die Sonne untergegangen ist, wird es rasch kühl im Quartier und es lässt sich wunderbar schlafen.

Tages KM: 304

Samstag, 12.11.2016
Die Mannschaft ist langsam eingespielt. So stehen wir bereits 10 Minuten vor der vereinbarten Briefing – Zeit geschniegelt und gespornt am Treffpunkt.

Auf uns wartet heute ein besonderes Highlight: Am Rande des Kaokoveldes auf steinigen Wegen führt uns die Tour in ein kleines grünes Tal bis zur Ogongo Quelle. Baden unbedingt erwünscht. Erstmal dort angekommen, kann man dieses Idyll nur genießen und die Abkühlung in diesem glasklaren Wasser am liebsten endlos ausdehnen.

Doch dorthin zu kommen heißt die Kunst. Das betrifft sowohl das fahrerische Können der Biker als auch deren Orientierungsvermögen. Den einen und anderen Sturz bzw. Umfaller hat es zwar gegeben, doch diesmal ohne Personenschaden – Gott sei Dank! Zudem gibt es hier ständig Gabelungen und Kreuzungen, gerade so, als wenn dies hier Hauptverkehrsstraßen wären. Und Menschen begegnen uns ebenfalls unerwartet viele. Wo und wovon kann man hier leben?

Schließlich haben sich 3 Fahrer – die Gegend etwas weiträumiger angesehen als geplant. Björn ist sich sicher, dass sie dieses Fleckchen Eden mit ihrem GPS schon noch finden werden. Und genauso ist es. Das Trio ist zwar verschwitzt, doch dafür genießen sie das angenehm kühle Bad umso mehr.

Nachdem bekanntlich alles einmal ein Ende hat, fahren wir auch wieder weiter. Unser heutiges Tagesziel ist Opuwo und damit unsere nördlichste Übernachtung auf unserer Tour.

Auf dem Weg dahin sind die Straßenschilder und Masten von großen Steinkreisen umringt. Wieso? Björn erklärt mir, dass es hier Elefanten gibt und wir mit etwas Glück welche sehen werden. Die vielen Steine am Fuß eines Schildes oder Masten halten die Elefanten davon ab, diese Zivilisationsmerkmale zu fällen. Ihren empfindlichen Fußsohlen schmerzt das Laufen auf großen Steinen, wie bei uns Menschen. Ohne Schuhe würde ich da auch nicht drüber laufen.

Unterwegs begegnet uns noch eine schöne Windhose. Björn stoppt den Land Cruiser und wir schauen ihr bei ihrem launischen Richtungswechsel zu, bis sie dann doch die Straße überquert. Meine Aufnahmen sind leider nicht so optimal geworden, dazu hätte ich das Fahrzeug verlassen müssen. Aber was soll´s, selbst gesehen ist auch schön.

Unterwegs kommt im Landcruiser das Gespräch auch auf einen Größenvergleich zwischen Namibia und Deutschland. In Namibia leben 2,2 Mio. Namibier, wovon 300.000 Weiße sind, so wie Björn selbst. Das afrikanische Land umfasst ca. 824.000 qkm, Deutschland hingegen nur über 357.000 qkm. Rechnerisch passt die BRD also 2,3 Mal in Namibia hinein, dafür leben dort rechnerisch 2,7 Menschen je qkm (also Kleinfamilie) und in Deutschland sind es 224. (Dieses Zahlenspiel finde ich doch sehr beeindruckend.)

53 km vor Opuwo steigt Thomas vom Landcruiser wieder auf sein repariertes Motorrad um. Die relativ kurze Strecke dient als Testfahrt, denn er ist sich noch nicht sicher, ob seine Schulter diesem ständigen „Geschockel“ auf den Gravel-Pisten schon wieder gewachsen ist.

Die beiden anderen Verunfallten – Robert und Rolf – genießen hingegen die Fahrt im Miet-Jeep. Robert sitzt hinter dem Lenkrad und sieht aus, als wenn er stolz ist wie ein König. Und ja, seiner ist größer und pompöser als der Landcruiser von Gravel Travel. Es sei ihm gegönnt. Schließlich hat er den Jeep nicht freiwillig gemietet. Aber die ganze Truppe findet es toll, dass er die Tour mitfährt und dabei ist.

Am Nachmittag erreichen wir die Opuwo Country Lodge. Auch ich habe heute Gelegenheit im Pool zu schwimmen und von dort aus einen weiten Blick ins Land zu genießen. Welch ein Luxus!

Tages KM: 270

Video Namibia 2016 "Der Norden" Teil 2 zeigt: Über Otjiwarongo geht es 283 KM, teilweise über schlammige Pisten zur Vingerklip Lodge. Am nächsten Tag geht es über 304 KM zur Palmwag Lodge. Wir tanken in Khorixas und in Kamanjab und überqueren den 1540 m hohen Grootbergpass. Wieder viele Tierbegegnungen. Die nächste 275 Km lange Tour führte uns nach Opuwo. Zuerst fuhren wir die Ogongo Warmquelle im Kaokoveld an, wo wir auch ein Bad nahmen. Dann ging es weiter durchs Kaokoveld und über hügelige Straßen zu unserem Tagesziel Opuwo Country Hotel.

Sonntag, 13.11.2016
Heute starten wir im Pulk, denn es steht etwas Besonderes auf dem Programm. Wir werden eines der letzten Himba Dörfer besuchen, die noch nomadisch leben. Da diese Dörfer naturgemäß nie lange an einem Ort bleiben, benötigt es schon einen einheimischen Fremdenführer, der die Himbas gut kennt, um uns in ein nahegelegenes Dorf zu führen. An der Tankstelle steigt Festus zu uns in den Landcruiser. Soweit so gut, doch um auch im Dorf empfangen zu werden, müssen wir Gastgeschenke mitbringen. Dafür hat Björn schon am Vorabend einiges an Maismehl, Zucker und Öl eingekauft. Festus selbst nimmt Bares.

Als wir am Kral ankommen, erfahren wir, dass alle Männer bei den Viehherden sind. Natürlich waren wir angekündigt, weshalb unklar ist, ob deren Abwesenheit üblich oder beabsichtigt ist. Festus erklärt uns auf Englisch, was es mit dem Holy Fire auf sich hat, dass Viel-Ehe normal ist, jedes Dorf eine große Familie darstellt, was Fremdgehen und Mord für Folgen haben und noch einiges mehr.

Im Dorf befinden sich viele Frauen und eine große Anzahl Kinder, die unglaublich neugierig auf uns Fremde sind. Aber auch die jungen Frauen zeigen sich aufgeschlossen. Eine von ihnen hat es auf Berthold abgesehen. Wahrscheinlich weil er als stattlicher Mann etwas Besonderes verkörpert. Jedenfalls will sie seine Handynummer und lädt ihn ein, später wieder zu kommen.

(Zum Glück muss ich mir keine Sorgen machen. Erstens ist mein Mann eine treue Seele und zweitens muss man wissen, dass diese rote Körperfarbe nach ranzigem Fett riecht. Also keine Gefahr!)

Auch wenn die Himbas noch traditionell leben und sich ebenso kleiden, heißt das noch längst nicht, dass sie mit der Moderne nicht umzugehen wüssten. Die Handynummer, der Verkauf von Kunsthandwerk für uns Touristen sowie  ein angemessener Preisaufschlag für unser Spezial-Foto mit Nikolausmützen bezeugen das.

Dafür zeigen sie uns gerne ihre Hütten, wie sie die rote Farbe - zum Schutz ihrer Haut vor Austrocknung, Moskitos und Sonnenbrand – herstellen, anwenden und auch wie sie ihr „Parfüm“ produzieren. Was für eine Balance zwischen zwei Welten.

Zur heutigen Übernachtung steuern wir die Hobatere Lodge an. Ab der Toreinfahrt sind es noch etwa 16 km durch die Wildnis. Björn schärft uns ein, in Gruppen durch zu fahren, da eine Löwen-Begegnung nicht auszuschließen sei. (Dann stirbt nur einer, der Rest der Gruppe kommt durch.)

Berthold bietet sich freiwillig als Futter an und fährt an erster Stelle. Wie sich später herausstellen wird, bleibt die Biker-Gruppe vollzählig – Gott sei Dank.

Die Lodge war vor ein paar Jahren abgebrannt und wurde neu errichtet. Sie bietet geräumige Zimmer, Pool, Terrasse, Wasserstelle zum Besichtigen der Tiere - entweder von der Terrasse aus einiger Entfernung oder im  Beobachtungshäuschen aus unmittelbarer Nähe. Auf einer Anhöhe lässt sich den ganzen Nachmittag über eine Giraffe beobachten. Sie ist zwischen der Vegetation immer ein gutes Foto wert.

Das Lodge-Personal ist sehr aufmerksam, und wegen der Löwen wird man ab der Dämmerung mit einem Begleiter zu den nahe gelegenen Unterkünften gebracht.

Zwei Safaris werden noch angeboten: eine direkt nach unserer Ankunft, die zweite als Nachtsafari. Berthold und ich entscheiden uns für die Nachtsafari, weil wir hoffen, hier auch die nachtaktiven Tiere zu Gesicht zu bekommen.

Die Ausbeute entspricht hingegen nicht unserer Erwartung: wir wecken ein Chamäleon, entdecken Milcheule und Nachtschwalbe, ebenso mehrere Spring- und Feldhasen sowie Giraffen, Zebras und einen Elan, die wir auch tagsüber zu sehen bekommen. Immerhin entdecken wir noch Schabracken Schakale, Löffelhunde, ein ausgewachsenes Stachelschwein – nein, nicht was ihr denkt, ein vierbeiniges – und eine wunderschöne Wildkatze, deren gemustertes Fell eine optimale Tarnung im Baum bietet. Der Safari-Guide nennt sie „Spotted Jeannette“, doch das sagt mir nichts.

Leider zeigen sich weder Löwen oder Leoparden noch Elefanten. Da hatten die Nachmittags-Teilnehmer mehr Glück, sie entdeckten wenigstens Elefanten …

Die beiden Guides haben wirklich ihr Bestes gegeben mit Scheinwerfern und ihrer Ortskenntnis haben auch sie auf Leoparden gehofft. Doch echte Wildtiere sind nicht bestellbar und unsere Begegnungsliste erscheint mir im Nachhinein auch stattlich genug. Vielleicht war es falsch, den Fokus auf die „Big Five“ zu legen. Namibia bietet schließlich so viel mehr.

Tages KM: 215

Montag, 14.11.2016
Vor dem Aufstehen spielen sich nahe der Lodge dramatische Actionszenen ab. 3 Löwen reißen die Giraffe, die wir gestern noch so schön fotografiert haben. Es muss wohl ein ziemliches Gebrüll gegeben haben, wie Björn später zu berichten weiß. Doch bis wir wach sind und den Tatort aus angemessener Entfernung begutachten, haben sich die Löwen bereits ihr Lätzchen abgeschnallt und es an die Schakale weitergereicht. In Afrika liegen Leben und Tod eben sehr dicht beisammen.

Nicht ganz so dramatisch - aber doch heftig genug - sind die Schmerzen, die unser verunfallter Rolf letzte Nacht aushalten musste. Da es statt besser eher schlimmer wird, möchte er nun doch in ein Krankenhaus gehen. Das Problem: es gibt weit und breit keines, dem Björn unseren Rolf mit gutem Gewissen anvertrauen kann. Was nun? Unser Tourguide steuert mit Rolf das Medical-Center in Kamanjab an, das als nächstes auf unserer Route liegt. Hier ist sowieso tanken angesagt und es besteht die Möglichkeit, dass ambulante Hilfe erfolgen kann. Doch als wir das Medical Center erreichen, ist kein Arzt da und es ist auch nicht klar, ob und wann einer kommt. Dann bleibt nur noch das Ambulanzflugzeug, das Rolf in ein gutes Krankenhaus nach Swakopmund fliegt. 6.000 € muss Rolf bezahlen, bevor das Flugzeug überhaupt abhebt.

Bis alles geregelt ist, sitzen Nikita und ich derweil im Landcruiser und warten 2 Stunden. Die Langeweile vertreibt uns Thomas zweimal. Er hat die asphaltierte Strecke genutzt, um wieder auf sein Motorrad zu steigen. Doch jetzt versagt ihm das GPS den Dienst – gleich zweimal. Immer wieder kommt er zu uns zurück und jedes Mal kann ihm Nikita weiterhelfen. Echt Klasse der junge Basler!

8 km außerhalb von Kamanjab befindet sich ein freier Flughafen. Es gibt keinen Tower, keine asphaltierte Landebahn oder sonstige Infrastruktur, doch die feingeschotterte Start- und Landebahn erscheint optisch in gutem Zustand. Um 13:40 h landet dann der Flieger, auch eine Krankenschwester ist an Bord. Wir sagen Rolf erstmal Servus und wünschen ihm gute Besserung.

Während wir durch das Damaraland fahren und einige Giraffen, Zebras und Springböcke zu sehen bekommen, geht bei Björn ein Anruf ein. Es ist 16:30 Uhr und am anderen Ende der Verbindung ist das Krankenhaus in Swakopmund. Sie brauchen Björn als Telefon-Dolmetscher. Warum? Der Arzt spricht nur englisch und Rolf nur „Schwyzerdütsch“. Für unseren Björn alles kein Problem. Er fährt links ran und spricht abwechseln mal mit dem einen, dann mit dem anderen. Auf diese Weise erfahren wir, dass Rolf keine erkennbaren Knochenbrüche oder sonstige ernsthafte Verletzungen hat – na, Gott sei Dank! Doch Prellungen schmerzen genauso schlimm und die Genesungszeit dehnt sich ebenso in die Länge.

Was danach benötigt wird, hat Björn auch schon alles organisiert: ein Zimmer für Rolf in Swakopmund und den Shuttle am nächsten Tag zurück zur Windhoek Mountain Lodge.

Abwechslung wird auf dieser Tour großgeschrieben.

Eine knappe halbe Stunde später treffen wir auf einen liegen gebliebenen Pkw der Marke KIA – mit Plattfuß. Björn will helfen, den platten Reifen zu tauschen, doch das Reserverad ist auch platt. Deshalb sind die 4 Insassen ziemlich aufgewühlt. Keine Chance mehr weiter zu kommen – oder? Na klar doch, es gibt doch Björn. Er flickt mit Hilfe der Gestrandeten den kaputten Reifen und bringt mittels Kompressor wieder Luft drauf. Die 4 sind happy und danken unserem Guide überschwänglich.

Hoffentlich braucht jetzt kein Biker Björns Hilfe und muss warten, denn die Aktionen haben sich heute doch länger hingezogen als erwartet. Aber wer kennt nicht Murphy´s Gesetz? Etwa einen Kilometer weiter wartet Thomas mit plattem Vorderreifen seit 2 Stunden unter sengender Sonne, dafür ohne jegliche Schattenmöglichkeit.

Das Motto der Tour wandelt sich mittlerweile von „The Sky is the limit“ um nach „Noch sind wir nicht da!“

Um kurz nach 18:00 Uhr erreichen wir die wunderschöne Lodge in Twyvelfontaine im rötlichen Licht der untergehenden Sonne. Geschafft!

Tages KM: 314

Video Namibia 2016 "Der Norden" Teil 3 zeigt: Himba Dorf bei Opuwo. 215 km lange Fahrt zur Hobatere Lodge. Die letzten 16 km unter möglicher Beobachtung von Löwen und Elefanten. Von Hobatere aus führte uns die 315 km lange Tour über Kamanjab und Palmwag über sandige Passagen zur Twyfelfontain Lodge. Zwischenstop am "Damara Living Museum". Viele Giraffen Begegnungen.

Dienstag, 15.11.2016
Während die Biker-Truppe gestern Nachmittag noch das auf dem Weg liegende Damara Living Museum besichtigen konnte, war es bei der späten Ankunft des Begleitfahrzeugs bereits geschlossen. Dafür baut Björn dieses Highlight heute Morgen in unsere Tour ein. Danke Björn, denn auf das Museum hatte ich mich sehr gefreut!

Das Museum stellt ein lebendiges Dorf dar, das tagsüber von den Damara und den Buschleuten in traditioneller Kleidung, Bauweise und Lebensart präsentiert wird.

Die Damara sprechen eine Sprache mit vielen Klicklauten, die ich selbst nicht nachahmen könnte. Eine Fremdenführerin, die wie ein Dorfmitglied wirkt, spricht gutes Englisch, so dass wir gezeigt und erklärt bekommen, wie deren Vorfahren in dieser kargen Landschaft überleben konnten. Es würde das Tagebuch sprengen, alles aufzuzeigen, doch ein paar Highlights muss ich schildern:

  1. Der Damara „Letherman“ z.B. ist ein Multifunktionswerkzeug, das aus Holz und Stein so geschickt gefertigt ist, dass die Klinge gerade oder seitlich arbeiten kann. Schnell ist sie umgesteckt und hat dennoch einen festen Halt – ganz ohne Schraubgewinde oder Hebel sondern einfach nur durch perfekt bearbeitete Teile, die einander zugewandt sind und auf zwei verschiedene Weisen passen. Der lange Stiel dient dann noch als Rückenkratzer. Einfach genial!
  2. Die Apothekerin verfügt über einen Schatz an Wissen und die passenden Pflanzenteile dazu. Ob Bauchschmerzen, Verletzungen oder Ohrenentzündung, für alles hält sie etwas parat, das in der Natur zu finden ist. Hier kommt man ohne teure Import-Medikamente aus, die vor allem dem Umsatz der Pharmaindustrie dienen!
  3. Die Austragung eines Führungsstreits wird nicht auf körperliche Weise entschieden sondern mittels eines Strategiespiels. Die Regeln habe ich zwar nicht verstanden, aber das vorgeführte Spiel ging recht flott zu Gunsten eines der Spieler aus. Hier erhält der Schlauere den Führungsanspruch. Welch zivilisierte Auseinandersetzung!

Zum Abschied kaufen wir ein wenig Kunsthandwerk und lernen noch, „Danke“ auf Damara zu sagen: „Aijos“.

Ab 17:00 Uhr hat das lebende Museumsdorf Feierabend. Björn erzählt mir, dass die „Einwohner“ dann wieder ihre moderne Kleidung anlegen und 2 km nach Hause gehen.

Der Besuch stimmt mich nachdenklich? Was haben wir Weißen den Einwohnern Afrikas eigentlich gebracht? Ausbeutung, Alkohol, Abkehr von biologischer Lebensweise, Abhängigkeit, … Klar, das Rad lässt sich nicht mehr zurück drehen, aber wir können mehr Verständnis und Respekt üben.

Thomas fährt heute wieder im Landcruiser mit. Seine Schulter setzt ihm doch noch zu.

Auf der Tour Richtung Uis zeigt sich uns zur Mittagszeit der 2.574 m hohe Brandberg. Er ist weithin zu sehen. Ich erinnere mich, dass die Abendsonne sein rötliches Gestein besonders betont und ihm den Namen gegeben hat. Lange begleitet er uns am Horizont, kein Wunder bei der stattlichen Größe.

In Uis heißt es tanken und rasten, außer für Björn, der darf Walters platten Vorderreifen wechseln.

Uis wurde einst groß durch den Zinnabbau. Doch nachdem die Mine unrentabel wurde, ist sie folglich stillgelegt worden. Die hohen weißen Abraumhalden bezeugen diese Vergangenheit und stellen gleichzeitig eine neue Verdienstnische dar. Das weiße Material dient neuerdings zum Brennen von Ziegelsteinen. Die Nachfrage und Qualität stimmen. Erfinderisch und mutig muss man sein!

Wir fahren mit Landcruiser und Anhänger die Abraumhalde hoch. Björn verlangt dem Wagen alles ab, denn das Zeug ist rutschig, zumindest für aufgepumpte Reifen und mit  Anhänger. Kurzerhand hängen die zwei Basler-Burschen den Anhänger ab und wir fahren bis ganz nach oben. Von hier aus gibt es einen tollen Blick in die Landschaft. Der weiße Berg, auf dem wir jetzt stehen, lockt zu einer Fotosession mit Elke und Nils. (Wer das ist, seht ihr in der Fotogalerie.)
Manchmal darf man auch Spontanes unternehmen, Hauptsache es macht Spaß.

Unsere heutige Unterkunft ist die „Ai Aiba - The Rock Painting Lodge“. Hier ist der Name Programm. Und tatsächlich unternehmen wir nach unserer zeitigen Ankunft noch eine Safari zu den Buschmann-Zeichnungen. Es wird eine Fahrt durch bizarr geformte und von der Witterung gestaltete Felsformationen. Mit etwas Fantasie sind in den Gebilden Schildkröte, Riesen, Pilze, Körperteile u.v.m. zu erkennen.

Wir erreichen einen Platz, der filigrane Felszeichnungen vom Leben vor 2.000 Jahren präsentiert. Überall im Erongo Gebirge sind sie zu finden. Es wird vermutet, dass noch längst nicht alle sehenswerten Zeichnungen entdeckt sind.

Weiter geht die Fahrt auf eine Anhöhe, die einen Weitblick in die Landschaft bei untergehender Sonne eröffnet. Wieder einmal geht mir das Herz auf – wie so oft in Namibia. Die Landschaft ist einfach bezaubernd.

Unsere beiden offenen Busse beherbergen außer Touristen und Guides auch noch Getränke. Schon erraten? Ja, das nennt man hier einen „Sundowner“. Wir genießen die Atmosphäre und das gute namibische Bier während wir die Sonne am Horizont für heute verabschieden.

Tages KM: 310 (ohne Safari selbstverständlich)

Mittwoch, 16.11.2016
Wir starten heute ganz gemütlich um 10:00 Uhr. Bereits eine Stunde später begegnen wir einem Thermometer, das uns heiße Facts liefert: 38° C können wir ablesen. Nützt zwar nix – erklärt aber manches. Die Biker in ihrer Schutzkleidung tun mir leid.

In Usakos machen wir Mittagsrast und die Bikes werden aufgetankt. Für mich steuert Björn den Bahnhof an, nachdem ich bezweifelt habe, dass die Schienen überhaupt benutzt werden. Tatsächlich gibt es hier einen Bahnbetrieb, der aber vor allem Fracht und Güter transportiert. Eine historische Lok schmückt den Bahnhofsvorplatz und so werde ich– wenigstens optisch – zur Eisenbahn-Fahrerin.

Unser heutiges Ziel ist Kobo Kobo. Björn erzählt mir, dass der Name übersetzt „schwarzer Bergadler“ heißt. Diese seltenen Vögel gäbe es hier noch häufiger.

Auf der weitläufigen Kobo Kobo Farm müssen wir zunächst die 10 km Endurostrecke rein fahren, bevor wir hinter Felsen versteckt die Lodge erreichen. Sie besteht aus vielen kleinen, puebloähnlichen Häuschen, die aus Naturmaterialien erbaut sind und sich perfekt in die Landschaft einfügen.

Kobo Kobo ist etwas ganz Besonderes. Die Atmosphäre umfängt einen sofort. Es fühlt sich an wie Einklang mit der Natur, Friede auf Erden, Besinnlichkeit, Entspannung und ein wenig Glückseligkeit. Ihr meint, ich übertreibe? Dann ward ihr noch nicht da.

Doch heute schwingt noch etwas anderes mit: ein Biker wird vermisst. Es ist Mister X. Björn überlegt kurz und fährt mit Nikita die Strecke wieder zurück. Irgendwo muss er falsch abgebogen sein, das passierte ihm in diesem Urlaub schon öfter, trotz GPS. Doch wo sollen sie suchen?

Okay, ich mache es kurz. Unsere zwei Spürnasen finden ihn tatsächlich auf einer Straße Richtung Swakopmund mit plattem Vorderreifen und in einem Gebiet ohne Handyempfang. Und noch mehr Pech bestand darin, dass niemand der vorbeifahrenden Fahrzeuge angehalten hat, um ihm zu helfen.

Die Baslers bringen den Pechvogel und seine Maschine pünktlich zum Abendessen nach Kobo Kobo.

Christine, Alfred und Linus kümmern sich als Gastgeber herzlich um uns alle und bekochen uns köstlich. Es ist so angenehm für mich, mal wieder Frauengespräche mit Christine führen zu können, dass es mir erst jetzt bewusst wird, dass ich es vermisst habe.

Für den absoluten Höhepunkt dieses Abends aber ist heute der Kosmos zuständig. Der nicht mehr ganz volle Mond geht riesengroß und hell hinter den Bergkämmen auf, so nah, dass man die Mondstruktur erkennen kann und man nach ihm greifen möchte. Welch eine fantastische Nacht.

Tages KM: 242

Donnerstag, 17.11.2016
Während Berthold und ich noch friedlich schlummern, kümmern sich zwei fleißige Tourenguides um die Motorräder. Alle Bikes werden täglich gecheckt, Ketten geschmiert und Mängel repariert. Heute steht mehr auf dem Programm als sonst: außer der täglichen Kettenpflege werden auch die Reifen kontrolliert. So bekommt Mister X ein neues Vorderrad, und Klaus wegen abgefahrenem Profil ein neues Hinterrad. Und mein Göttergatte hatte bei einem Sturz gestern den Kupplungsgriff gestutzt. Das neue Design verlockt Björn dazu, ihn ebenfalls auszutauschen – also den Kupplungsgriff natürlich.

Um 10:00 Uhr sind alle geduscht, gestärkt und gespornt, denn es folgt das letzte Briefing und die Verabschiedung von den lieben Gastgebern. Es gibt sogar noch ein Lunchpaket für jeden zum Mitnehmen. (Der Vollständigkeit halber will ich noch verraten, dass Christine und Alfred vertretungsweise eingesprungen waren, dass sie sehr gute Gastgeber waren und dass es bei der Eigentümerin Kirsten genauso angenehm ist, aufgenommen zu werden.)

Zum Abschied sehen wir tatsächlich noch zwei schwarze Bergadler am Himmel kreisen. So sagt uns Kobo Kobo also „Tschüss“.

Nachdem wir ca. 40 km von Kobo Kobo entfernt sind, treffen wir auf Mister X. Ich hoffe, dass er uns heute nicht wieder ständig ausbremst. Doch es kommt alles ganz anders. Er erzählt uns, dass Thomas nach Verlassen der Farm von Kobo Kobo falsch abgebogen sei und er meint, es sei doch wichtig, dass er es Björn sagt.

Irgendwie klingt das komisch. Doch als Verantwortlicher fährt Björn 40 km zurück. Zwischendurch ruft er Robert im Jeep an, und fragt, ob er Thomas gesehen habe. Er verneint.

Kurz bevor wir am Farmtor ankommen, ruft Robert zurück: „Soeben hat mich Thomas überholt.“ Na toll, also heißt es für uns, drehen und wieder 40 km zurück fahren.

Frage zur Standortbestimmung:„Wo bist Du Robert?“ Antwort: „Es sind noch 130 km bis zum Ziel“. Gut, ist zwar, dass sich Thomas nicht verfahren hatte, blöd ist nur, dass wir den Bikern nun 80 km Piste oder mehr als eine Stunde hinterher sind – und gerade heute ist die Strecke, wenn so manch ein Moped einen Schluck aus dem Ersatzkanister brauchen wird … Für den Fahrer heißt das im schlimmsten Fall bis zu zwei Stunden bei sengender Hitze auf uns zu warten. Mister X schafft es, dass mir Michel von Lönneberga wieder in den Sinn kommt. (Wer die Filme noch kennt, weiß was ich meine.)

Später wird Mister X dazu sagen, dass er gemeint hätte, Thomas falsch abbiegen zu sehen. Er sei sich zwar nicht sicher gewesen, aber er dachte, es sei besser, Björn zu informieren – 40 km später.

Etwa 100 km vor der Windhoek Mountain Lodge passieren wir den 1.812 m hohen Us-Pass.

92 km vor der Windhoek Mountain Lodge treffen wir auf Rudi mit einem platten Vorderreifen. Da er flott unterwegs war, betrug seine Wartezeit bis zu unserer Ankunft 2,5 Std. in der Hitze.

Ca. 45 km vor der Windhoek Mountain Lodge passieren wir den 2.050 m hohen Kupferberg-Pass. Die Anhöhen lassen die Mopeds mehr Sprit verbrauchen.

Somit treffen wir 36 km vor der Windhoek Mountain Lodge auf Uwe ohne Sprit. Rudi hat ihm Gesellschaft geleistet, denn auch er fährt schon länger auf Reserve. Beide erhalten je 2,5 l Benzin aus Björns Reservekanister. Uwe berichtet, dass er 2 Stunden auf uns warten musste. Zwar hätten hilfsbereite Fahrer angehalten, um zu helfen, doch handelte es sich allesamt um Farmer, die nur Diesel dabei hatten.

Alle freuen sich über den irreführenden Hinweis von Mister X.

Schließlich treffen wir 25 km vor der Windhoek Mountain Lodge auf einen schwitzenden und Motorrad-schiebenden Mister X. Er schiebe sein spritloses Gefährt seit ca. 10 km (???). Tja diese Mühsal hätte deutlich geringer ausfallen können, wenn da nicht so ein falscher Hinweis gegeben worden wäre …

Danach sehen wir noch, wie Mister X in Windhoek falsch geradeaus fährt. Björn meint noch, dass er jetzt gute Chancen hat, sein Motorrad ein zweites Mal trocken zu fahren, denn der Abzweig hätte zur Tankstelle geführt. Vielleicht reichen ihm die 2,5 Liter Sprit aber auch, um bis zur Lodge zu kommen. Doch die Übergabe der geliehenen Motorräder muss vollgetankt erfolgen.

Später erfahren wir, dass sich Mister X bei Passanten zu einer anderen Tankstelle durchgefragt hat. Nun immerhin hat er das hinbekommen und den Weg zur Lodge hat er auch gefunden. Gratulation.

Auf der Lodge werden die Biker mit kühlen Getränken empfangen und die Bikes freuen sich auf ihre Wellness-Kur in der Werkstatt. Wir treffen hier wieder auf Rolf und das Hallo ist groß. Es gibt viel zu erzählen.

Zum Abschluss des Tages erwartet uns standesgemäß ein Sundowner auf dem Wasserturm mit Blick in die Landschaft und später ein leckeres Buschmann-Fondue, diesmal ohne Regen.

Tages KM: 220

Freitag, 18.11.2016
Heute Abend geht unser Flieger wieder Richtung Frankfurt am Main. Die Schweizer und Mister X setzen direkt im Anschluss noch weitere Urlaubspläne um.

Doch bis zum endgültigen Abschied nehmen, macht die Truppe noch einen Ausflug in die Hauptstadt. Bei unserer dritten Reise nach Namibia, interessiert uns vor allem das Kunsthandwerk, das es hier zu bestaunen und zu kaufen gibt. Unbedingt empfehlenswert ist das Craft Center mit seinen vielen kleinen Ständen verschiedenster Künstler. Allein hier könnte ich zwei Tage verbringen. Doch das Zeitfenster für Windkoek umfasst 4 Stunden inklusive einer Mittagseinkehr.

Letztlich finden wir alles, was wir gesucht haben, auch den kleinen Laden Bushman´s Art und das gemeinsame Geschenk der Truppe an Björn.

Für 15:00 Uhr bitten wir unseren Guide in den Essensbereich der Lodge, damit alle dabei sein können. Berthold hält eine kurze Ansprache mit dem Dank der versammelten Mannschaft an Björn, der für jedes Problem eine Lösung gefunden hat. Auch Nikita wird große Anerkennung zuteil. Denn der Assistent des Guides hat ebenfalls prima Arbeit und Unterstützung für Björn geleistet. Davon profitierten wir alle. Auch an dieser Stelle noch mal ein großes Dankeschön!

Um 17:45 Uhr werden wir zum Flughafen gefahren, jedenfalls diejenigen, die jetzt nach Hause müssen.

Ich freue mich zwar auch wieder auf zu Hause, aber natürlich schwingt immer etwas Wehmut beim Abschied mit. Die Namibische Landschaft, Tier- und Pflanzenwelt sind einfach atemberaubend schön. Und mit Gravel Travel zu reisen bedeutet mir, als Diabetikerin, ein Höchstmaß an Versorgungs-Sicherheit bei gleichzeitiger Chance, viel zu erleben.

Tages KM mit dem Auto: zählt nicht

Samstag, 19.11.2016
Wir landen um kurz vor 7 Uhr wohlbehalten in Frankfurt und nehmen die S-Bahn nach Hause. Das verläuft dieses Mal alles so schnell, dass das Cafe bei uns zu Hause, in dem wir frühstücken wollten, noch geschlossen hat. Aber macht nichts, was wir jetzt nicht bekommen, holen wir später nach.

Es grüßen Euch bis zum nächsten Mal bei Vanmel on Tour
 

Jutta & Berthold

Flug-KM: 8.123

Video Namibia 2016 "Der Norden" Teil 4 zeigt:  Die 310 km lange Tour zur Ai Aibas Lodge führte uns am 2574 m hohen Brandberg vorbei. Mittagsrast und Tankstop in Uis. Am Abend Sunddowner Tour und Besichtigung der 2000 Jahre alten Buschmann Zeichnungen. 242 km lange Fahrt zu den Kobo Kobo Hills. Über Usakos und Karibib dann über eine  Endurostrecke zur Lodge. Tierbegegnungen. Die restliche 220 km lange Strecke zurück zur Windhoek Mountain Lodge führte über den 1812 m Us Pass in den Hakosbergen sowie im Khomashochland über den 2050 m Kuperberg Pass. Am Abend Sundowner auf dem Wasserturm der Lodge und anschließend Bushmann Fondue. Tour nach Windhoek zum Shoppen und Sightseeing. Rückflug nach Frankfurt.

P.S.: Dieser Bericht offenbart Euch das subjektive Erleben meiner Reise im Begleitfahrzeug. Wenn Euch auch die Sicht eines der Biker interessiert, dann empfehlen wir Uwe´s Blog unter https://thorkblog.wordpress.com

Zur Fotogalerie Namibia "Der Norden " 2016

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