Scottish Islands 2017

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Scottish Islands 2017

Fifty Shades of Rain

Die Vorstellung eines fantastischen Motorradurlaubs auf den Shetlands und den Äußeren Hebriden lockte uns. Und fantastisch wurde er auch – fantastisch nass. Doch – so mussten wir uns anhören – wer nach Schottland fährt, kommt nicht des Wetters wegen. Stimmt.

Gerne wollen wir Euch an unserem fantastischen Motorradurlaub teilhaben lassen …

Samstag, 03.06.2017
Wir starten ganz entspannt um 9:30 Uhr von Rodgau nach Zeebrugge. Vor uns liegen 515 Autobahn-KM bis zum Fährhafen und eine Deadline zum spätesten Check In um 17:30 h. Da mit Staus zu rechnen ist, halten wir die Pausen kurz, und spulen bei strahlendem Sonnenschein die Kilometer ab.

Ab Antwerpen schlägt dann unser Navi tatsächlich wegen Staus eine Alternativroute vor. So kommt es, dass wir Antwerpen eine ungeplante, kurze Stippvisite abstatten.

Die sich anschließenden Bundes- und Landstraßen sind zwar gut ausgebaut, doch liegt hier die Betonung auf GEBAUT. Unzählige Baustellenumleitungen greifen ineinander, fast so, als wenn uns Belgien nicht mehr hergeben möchte. Nach tatsächlichen 536 KM erreichen wir mit den letzten Tropfen Sprit und Schweiß den Check In – kurz vor Torschluss.

Was wir auch noch nie erlebt haben ist, dass eine Fähre 20 Min. vor dem offiziellen Start bereits ablegt. Aber wir sind an Bord, also ist alles gut. Wir lassen uns das Abendessen am Buffet schmecken. Die P&O Standardkabine auf der Pride of York ist zwar winzig, aber das kennen wir ja schon. Deshalb nehmen wir nur das Nötigste mit in die Kabine. Alles andere bleibt an den Mopeds. Entsprechend vorgepackt haben wir schließlich. (Tipp 1)

Tages-KM: 536

Sonntag, 04.06.2017
Um 9:00 Uhr legen wir in Hull an. Alle Passagiere beeilen sich, zu ihren Fahrzeugen zu kommen. Unsere Mopeds parken auf einem Zwischendeck, was zwar einen tollen Überblick auf die unter uns startenden Fahrzeuge bietet, doch bevor die nicht alle draußen sind, senkt sich unsere Rampe nicht ab. Wir üben uns also in Geduld.

Noch mehr Gelassenheit erfordern die peniblen Passkontrollen der Briten. Jeder Einreisende wird genauestens kontrolliert. Der Fahrzeugstau, der damit produziert wird, reicht zurück bis in die Fähre. Es dauert eine weitere Stunde, bis wir das alles hinter uns lassen können. Ab dann heißt es: links fahren!

Unser heutiges Ziel ist Jedburgh. Der Weg dorthin führt uns über Newcastle und Hexham. Das Borderland zwischen England und Schottland ist eine fantastische Landschaft und wir genießen bei gutem Motorradwetter die Straßen, die Berg- und Talbahnen gleichen. Die Wolken vermehren sich zwar, aber immer wieder kommt auch die Sonne durch.

Am englisch / schottischen Grenzstein Carter Bar legen wir einen Stopp ein für Fotoshooting und einen Kaffee. Die Hinkelsteine mit den Landesschildern sind legendär. Jeder will sich mit seinem Bike davor fotografieren lassen. Man hilft sich gegenseitig, quatscht und genießt ein Getränk vom Imbisswagen. Ein echter Biker-Treffpunkt, unbedingt empfehlenswert.

Von hier aus sind es noch 17 km bis Jedburgh. Wir suchen Quartier für eine Nacht. Leider gibt es nur noch wenige B&B`s und auch so manches Hotel hat aufgegeben. Nach einigem Suchen finden wir Quartier im Glenbank House Hotel und ergattern das letzte Zimmer. Es ist nicht billig, aber das Hotel macht insgesamt einen sehr guten Eindruck. Das schöne Anwesen verfügt sogar über einen Biergarten. Allerdings ist es schon zu spät und zu kalt, um noch draußen zu sitzen. Unser Zimmer ist riesig, und auch das Bad ist top eingerichtet. Unsere Gastgeberin ist superfreundlich und kochen kann sie auch. Scheiß auf´s Geld, wir bleiben.

Am Abend macht sich ein blinder Passagier bei mir bemerkbar: eine Erkältung. Die Reiseapotheke gibt alles, mal sehen ob`s hilft.

Tages-KM: 315

Montag, 05.06.2017
Als ich aufwache,  merke ich, es stimmt etwas nicht. Etwas fehlt - genau: meine Stimme. Beim Frühstück reißt mein Berti lustige Witze, wohlwissend, dass ich im Moment nicht widersprechen kann. Naja, Widerspruch ist sowieso überbewertet.

Wir starten um 10:15 h und nehmen die schnellsten Routen, weil ich mit Kopf- und Halsschmerzen nicht die beste Fahrerin bin. Außerdem habe ich ständig die Nase voll und wir müssen oft stoppen, damit mir der Rotz die Sicht im Helm nicht von innen verschleiert.

Doch wir lassen uns von so einer unnützen, überflüssigen, blöden Erkältung nicht den Besuch in St. Andrews nehmen. Dieses wirklich schöne Städtchen präsentiert sich mit vielen historischen Kulturgütern. So besichtigen wir die Ruine der gleichnamigen Cathedral. Ihre Ausmaße sind riesig und es lässt sich erahnen, dass die kirchliche Macht einst größer war, als die der Regierung. Heute unvorstellbar.

Der Bau der Kathedrale begann um 1158 und sollte über ein Jahrhundert dauern. Wie bei vielen kirchlichen Gebäuden üblich, begann der Verfall der Anlage nach der Reformation in Schottland. Es wurden einfach die Steine für den Bau anderer Gebäude „weggenommen“. Das dies vor 500 Jahren durchaus üblich war, wird uns noch mehrmals auf unserer Tour begegnen. Aus heutiger Sicht ein echter Frevel, doch damals ein Ausdruck von Befreiung und Sieg über die katholische Kirche.

Am Stadtrand kehren wir zum Mittagssnack ein in Balgove Larder Farm Shop mit Butchery und Cafe. Dieser Laden bietet Top Waren direkt vom Erzeuger. Hier wird nachhaltig gewirtschaftet und leckeres Essen gibt es ebenfalls. Mein neuer Lieblingsladen! (Blöd nur, dass ich da so selten hinkomme!)

Aber St. Andrew wäre in jedem Fall noch mal ein Wochenende wert.

Wir erreichen vor 17:00 Uhr den Fährhafen in Aberdeen, unserem heutigen Tagesziel. Die Fähre von North Link Ferries startet um 19:00 Uhr und wird mich auf See sanft in den Genesungsschlaf schaukeln.

Tages-KM: 296 Motorrad-KM plus 358 km übers Meer

Dienstag, 06.06.2017 – Shetlands - Mainland
Um 7:30 Uhr erreicht unsere Fähre Lerwick, die Hauptstadt der Shetlands. Wir sind im Zielgebiet. Es ist kühl und der Himmel ist regenverhangen. Die Straßen sind nass, doch im Moment brauchen wir noch keine Regenkleidung überziehen. Außerdem ist es bis zum bereits vorgebuchten B&B „Ald Norlande“ nicht weit (Adresse: St. Olaf Street 60, Lerwick, Tel.: +44 7886914209). Bereits um 8:15 klingeln wir dort. Unsere Gastgeberin öffnet uns nach einiger Wartezeit im Morgenmantel. Etwas verwundert sind wir schon, sie genauso. Nein, wir können noch nicht das Zimmer beziehen, denn es wird erst im Laufe des Vormittags frei. Nicht, dass sie nur ein Zimmer hätte, doch es ist Hochsaison und alles ist ausgebucht. Ich bin heilfroh, dass wir auf den Inseln alle Übernachtungen vorgebucht haben, denn die sind rar in der Hochsaison (Tipp 2)

Wir können die Motorradkoffer hier lassen und fahren unsere Tagestour ohne Ballast.

Frühstücken wollen wir im Ort, doch die Läden machen erst um 9:00 Uhr auf. Hier merken wir schon, dass es auf den Inseln alles etwas gemütlicher zugeht. Sogar der Regen lässt seine feuchte Fracht gemütlicher fallen. Da wir keine dreiviertel Stunde im Nieselregen auf Frühstück warten wollen, beschließen wir, unterwegs eine Einkehrmöglichkeit zu suchen. Also Regenschutz überziehen. (Die ziehen wir auch so schnell nicht wieder aus.)

Angesichts meiner Verfassung entscheiden wir uns heute für die kurze Shetland-Westtour.

Die Straßen führen uns durch hügelige grüne Landschaften, in denen hier und da ein paar Häuser auftauchen, Seen und Fjorde. Der Vegetation ist anzumerken, wie rau das Klima in der meisten Zeit des Jahres ist, keine Wälder, keine Bäume. Dafür Weiden und jede Menge Schafe.

Entweder es liegt an meinem grippalen Infekt oder am tristen Wetter, jedenfalls frage ich mich, was wir hier machen? Wo soll es hier einen Ort der Stärkung geben, wenn man kein Schaf ist? Im 40 km entfernten Walls finden wir dann endlich einen Tante-Emma-Laden, der das menschliche Überleben sichert. Hier gibt es auf winzigem Raum alles: Lebensmittel, Getränke, Drogerieartikel, Schreibwaren, Briefmarken, Mikrowelle, Kaffeeautomat, Sandwichs. Wir frühstücken also im Stehen. Das Highlight ist definitiv der Ladenbesitzer. Er ist so nett und möchte uns am liebsten jeden Wunsch erfüllen. Scheinbar machen wir einen durchgefrorenen Eindruck, jedenfalls spendiert er uns zwei Cappuccino.

Außer den Schafen stehen hier auch die berühmten Shetlandponys auf den regennassen Weiden. Als ich mich ihnen nähere, zeigen sie wenig Scheu. Ich füttere sie mit hohem, frisch gepflücktem Gras und dafür darf ich sie auch streicheln. Erst später werde ich bemerken, welches weitere Andenken sie mir mitgegeben haben.

Später: Auf meiner Moped-Sitzbank ist braunes Zeugs verschmiert. Upps, auch an meiner Mopedhose und an den Stiefeln. Igitt, sind das Tierexkremente? Ich habe wohl nicht gemerkt, wie das Zeug an meinen Stiefeln hängt und sich bei jedem Auf- und Absteigen weiter auf das Motorrad und mich verteilt hat. (Ja, Euer Kopfkino ist zutreffend.) Da nichts anderes da ist, reiße ich wieder feuchtes Gras ab und reinige mit einigen Büscheln mich und mein Bike so gut es geht. Für den Rest des Urlaubs passe ich sorgfältig auf, wo ich hintrete …

Danach ging es weiter zum Sandness Costal Walkway, den wir aber nur ein kleines Stück entlang spazieren (zu viel Schafsscheiße überall). Im Uferkiesbett finde ich einen blanken Skelettknochen, offensichtlich ein Stück Wirbelsäule. Wie wir später erfahren werden, stammt es höchstwahrscheinlich von einer Robbe (und nicht wie bei Fund vermutet von einem Wal).

Auf dem Weg zum Scalloway Castle entdecken wir ein Hinweisschild zum Stanydale Temple. Das war zwar nicht geplant, aber es reizt uns, deshalb folgen wir ihm. Die Überreste eines vermutlichen Tempels stammen aus der späten Jungsteinzeit bis in die Bronzezeit.

Von der Straße führt ein ca. 1 km langer Trampelpfad über eingezäunte Weiden zur Kultstätte. Schwarzweiße Stangen markieren den Weg und zum Überwinden der Weidezäune, die wir überklettern müssen, sind Zauntritte vorhanden. Stanydale ist ganzjährig zugänglich und ausgeschildert. Es ist eine kleine Anlage, die eine schöne Gelegenheit für ein Fotoshooting bietet.

Gegen Mittag erreichen wir im ordentlichen Regen das Scalloway Castle und das dazugehörige Scalloway Museum, Öffnungszeiten: bis 16:00 Uhr. Zuerst wärmen wir uns im Museumscafe bei Tee und etwas abgepacktem Gebäck auf. Da der Regen nicht aufhören will, entscheiden wir uns nach einigem Warten, ihn zu ignorieren und rüber zum Castle zu gehen.

Scalloway Castle ist die Ruine eines Tower Houses im gleichnamigen Ort Scalloway auf der Shetlandinsel Mainland. Scalloway Castle wurde in den Jahren zwischen 1600 und 1607 für Patrick Stewart, 2.Earl of Orkney erbaut. Stewart herrschte über die Inselgruppe wie ein König und war in der Bevölkerung unpopulär. 1615, also nur wenige Jahre nach Vollendung von Scalloway Castle, wurde er in Edinburgh eingekerkert und verstarb. Nach Stewarts Tod wurde die Inseladministration in Scalloway Castle untergebracht. Mit dem Umzug der shetländischen Hauptstadt nach Lerwick wurde Scalloway Castle aufgegeben. Die Steine der Außengebäude wurden „weiterverwendet“ von denen heute oberflächlich keine Spuren mehr zu finden sind.

Tages.KM: ca. 120

Mittwoch, 07.06.2017
Ich bleibe heute im Bett und pflege meine Erkältung. Diesen Luxus kann ich nur deshalb in Anspruch nehmen, weil wir zwei Nächte in Lerwick gebucht haben und ich nicht zwingend weiterreisen muss, Gott sei Dank.

Apropos, Berthold fährt heute die weite Nordtour alleine und sein erster Stopp liegt bei Gott – gut 10 km von Lerwick entfernt.

Danach nimmt er die Fähre von Toft nach Ulsta auf die Isle of Yell. Preis: saftige 10,80 Pfund. Was macht der Tourist? Schluck und zahl. Und es ist noch eine zweite Fähre nötig von Gutcher nach Belmont, um auf die nördlichste Insel der Shetlands zu gelangen, auf die Isle of Unst. Doch welche Überraschung: der nächste Fährpreis ist mit dem ersten schon abgegolten.

Tipp 3: unbedingt das Fährticket aufbewahren. Es gilt auch für die Rückfahrt. Insofern ist der Preis dann wieder sehr okay.

Hier auf Unst besucht mein Weltenbummler die legändere Bushaltestelle Bobbys Bus Shelter. Sie ist liebevoll eingerichtet und wird passend zur Jahreszeit dekoriert und ausgestattet. Der kleine Glaskasten mit Sitzgelegenheit, Tisch, Getränkedose, Lektüre, Blumen und allerlei Deko wirkt gemütlich. Viele Fotos davon existieren bereits im Internet.

Bertholds nächste Visite gilt Skaw, der nördlichsten Siedlung Großbritanniens. Als Strandpromenade dient der nur wenige Meter entfernte Sandstrand. Schade, dass es den ganzen Tag regnet.

Einen weiteren Besichtigungspunkt fährt Berthold zwar noch an: das Hermaness Naturreservat. Es gibt ein Visitor-Center und ein paar hundert Meter weiter einen Parkplatz, doch wie es sich für ein Naturreservat gehört, geht es ab da nur noch zu Fuß weiter. Aber Berthold entscheidet sich für weiter, will heißen: keine Ruhestörung bei den Papageientauchern im Reservat sondern lieber wieder zurück gen Süden.

Ein letzer Besichtigungspunkt hat die Nordtour noch zu bieten: das Eshaness Lighthouse. Ein Leuchtturm an den dramatischsten und atemberaubendsten Küstenlandschaften in Großbritannien. Ihr Anblick erinnert an die berühmten Cliffs of Moher in Irland und stehen ihnen in nichts nach.

Um 17:00 Uhr ist mein rasender Reporter wieder zurück bei mir in Lerwick. Schön, dass alles gut geklappt hat und er ein paar, wenn auch verregnete Aufnahmen machen konnte. Darüber freut sich sogar die Sonne, denn zum Abend hin zeigt sie sich ganz scheu ein wenig. Hoffnung keimt auf. Will sich das Wetter bessern?

Tages-KM: ca. 282

Donnerstag, 08.06.2017
Wetter: sanfter Nieselregen bei 9° C
Heute Abend verlassen wir die Shetlands, doch bis dahin bleibt uns noch genug Zeit, den Süden des Mainlands zu erkunden.

Auf unserem Programm steht das Sumburgh Head Lighthouse, ein Leuchtturm mitten im Naturschutzgebiet. Er befindet sich an dem Kap Sumburgh Head, das den südlichsten Punkt von Mainland markiert. Er wurde 1821 als erster Leuchtturm auf den Shetlandinseln erbaut. Das Leuchtfeuer liegt in einer Höhe von 91 m über dem Meeresspiegel, woraus sich eine Reichweite von 23 Seemeilen (rund 42 km) ergibt. Erst 1991 wurde der Sumburgh-Head-Leuchtturm vollständig automatisiert. Bis dahin gab es wohl zwei Leuchtturmwärter.

Doch der Turm stellt in meinen Augen nicht das Besondere dar, sondern etwas anderes auf dem kurzen Weg zwischen Parkplatz und besagtem Turm. Es sind die steil abfallenden hohen Klippen, die jedoch vor lauter Blumen grün und bunt bewachsen sind. Das Besondere lebt mittendrin und man braucht schon etwas Geduld um es zu entdecken: eine Brutkolonie von Papageientauchern. Die hübschen bunten Vögel nisten in Höhlen. Wenn sie heraus kommen, sind sie mit ihrem Federkleid inmitten der bunten Blumen nicht auf Anhieb zu entdecken. Wir nehmen uns die Zeit und es gelingen ein paar wirklich schöne Aufnahmen.

Der in der Nähe befindliche Jarlshof ist die bekannteste prähistorische archäologische Stätte auf den Shetland-Inseln. Doch angesichts der Tatsache, dass uns die Zeit wieder einmal vorausgeeilt ist, belassen wir es hier bei einem kurzen Fotoshooting.

Unser nächstes Ziel heißt Mousa Broch. Es handelt sich hierbei um den besterhaltenen Broch überhaupt. Allerdings liegt er auf der unbewohnten Insel Mousa und ist von Leebitten/Sandwick aus mit einer Fähre erreichbar. Was wir bis zu unserer Ankunft nicht wussten: die Fähre verkehrt nur einmal am Tag. Heute hatte sie bereits um 11:30 Uhr abgelegt. Wir schauen uns noch das Mini-Museum an, das auch gleichzeitig den Wartebereich für die Fähre darstellt, fotografieren eine sich räkelnde Robbe am Kai und fahren dann weiter.

Kurz vor Lerwick besichtigen wir einen ebenfalls gut erhaltenen Wohnturm, den „Clickimin Broch“. Sein Alter wird auf bis zu 2.400 Jahre geschätzt.

Da noch Zeit ist bis zur Fähre, machen wir noch einen Abstecher zum Fort Charlotte. Hier können wir uns nur das Außengelände mit seinen mächtigen und zahlreichen Kanonen anschauen, die den Fährhafen zu bewachen scheinen.

Um 17:00 Uhr beginnt der Check In und um 19:00 Uhr legen wir planmäßig Richtung Aberdeen ab.

Tages-KM: 98

Video Scottish Islands Teil 1 zeigt: Jedbourgh; St. Andrews; Aberdeen; Lerwick; Shetland Westtour: Sandness Coastalwalkway; Stanydale Temple; Scalloway Castle. Shetland Nordtour: Gott;  Isle of Yell; Isle of Unst;  Bobby´s Bus Shelter; Skaw; Hermaness Natur-Reservat und Eshaness Lighthouse; Shetland Südtour: Sumburgh Head Lighthouse; Jarlshof; Sandwick Mousa Boat; Hoswick; Clickimin Broch; Fort Charlotte; Fähre.

Freitag, 09.06.2017

In der Nacht hat uns die Northlink Ferry 358 km übers Meer geschaukelt und um 7:00 Uhr erreichen wir Aberdeen. Unser Reiseplan sieht vor, dass wir heute Schottland in westlicher Richtung durchqueren bis nach Ullapool. Auf dem Weg dorthin wollen wir uns Zeit nehmen, um noch so manche Sehenswürdigkeit zu besuchen.

Es ist trocken und wir fahren bei 13° C über kleine Nebenstraßen Richtung Inverness. Doch statt zu Kildrummy Castle leitet uns das Navi zu Kildrummy Gardens und bis zum gleichnamigen Hotel.
Der Garten ist wirklich atemberaubend schön mit seinen Wasserläufen, Teichen und den alten Rhododendren, die in voller Blütenpracht stehen.
Wenn die Motoren der GSe verstummen, hört man trotzdem noch ein leises Brummen aus eben jenen Sträuchern. Die Hummeln geben Konzerte.

Die zweite geplante Burg, Corgarff Castle, ist optisch sehr enttäuschend. Architektonisch wirkt sie eher wie ein Gutshaus, das zudem schon seine besten Jahre lange hinter sich gebracht hat. Zwar zeigt das Gerüst, das sich an die Fassaden drückt, dass hier saniert wird, doch uns spricht es nicht an. Es ist mir weder ein Foto noch den Eintritt von 6 Pfund wert.

Der nächste Stopp liegt in Carrbridge direkt vor der Carrbridge. Diese Brücke ist ein absoluter Hingucker. Eigentlich handelt es sich dabei nur noch um einen restlichen Brückenbogen, der aussieht, als könnte ihn der nächste Windstoß umwehen, tut er aber nicht. Natürlich wurde längst eine neue Brücke daneben gebaut, die den Verkehr durch den gleichnamigen Ort leitet. Doch genau dies kann zum Verkehrschaos sorgen. Die neue Brücke bietet den optimalen Fotoshooting Point und (fast) alle Verkehrsteilnehmer stoppen bei diesem Anblick nebenan.

Ebenfalls ist eine Einkehr in einem der beiden Cafes unweit der Brücke empfehlenswert. Wir haben uns dort jedenfalls aufgewärmt und die neuesten Nachrichten aus der Tageszeitung entnommen.

Um kurz vor 16 Uhr erreichen wir Ullapool und steuern direkt die Wäscherei an. Eigentlich sind sie total ausgelastet, erfahren wir vor Ort, doch wenn wir selbst waschen wollen, können wir für ein paar Pfund die Waschmaschine und den Trockner benutzen – selfie washing sozusagen. Gesagt getan. Wir packen unsere Dreckwäsche in die Maschine und haben eine Stunde Zeit. Also Einchecken im Riverside Guesthouse, das wirklich idyllisch am Stadtrand liegt. Nach einer Stunde wieder zurück in die Wäscherei, Klamotten aus der Maschine holen und in den Trockner stecken. Wieder eine Stunde Zeit. Einkehren in ein Cafe an der langen und schönen Strandpromenade von Ullapool. Und noch ein drittes Mal geht es in die Wäscherei. Danach ist alles wieder tiptop sauber und trocken, lediglich das eine oder andere Hemd hätte gerne noch ein Bügeleisen gesehen. Doch was soll`s, faltenfreie Wäsche ist sowieso überbewertet …(Tipp 4: vor der Fahrt zur Wäscherei die Dreckwäsche griffbereit zusammenpacken.)

Unbedingt empfehlenswert: Wäscherei Loundry in Ullapool
Adresse: Latheron La, Ullapool IV26 2XB, Vereinigtes Königreich
Öffnungszeiten: Mo – Fr. 10:00 bis 18:00 h

Abends kehren wir im Arch Inn in der Hafenstraße ein und essen lecker Fisch. Das haben wir auf unserer Reise ohnehin ausgiebig getan und wir haben überall gut essen können. (Tipp 5)

Das Wetter war heute auf dem schottischen Festland durchwachsen. Die niedrigsten Werte von 6,5° C hatten wir in den Highlands auf über 400 m Höhe, teils Nieselregen, teils Nebel und zwischendrin Regenpausen. Abends in Ullapool hingegen schien wieder die Sonne bei 14° C. Es ist gerade so, als wenn sie uns eine lange Nase zeigen wollte, grummel, grummel, …

Tages-KM 275


Samstag, 10.06.2017
Am Morgen nehmen wir die Fähre nach Stornoway, Check In bis 9:45 h, Abfahrt 10:30 h. Wir fahren 86 km übers Meer, um Stornoway, die Inselhauptstadt von Lewis, gegen 13:00 Uhr zu erreichen. Das Caladh Inn haben wir für 2 Nächte gebucht und es liegt in unmittelbarer Nähe des Hafens. Also einchecken, Koffer abladen und die momentane Regenpause für Erkundungsfahrten nutzen.

Unser erstes Besichtigungsziel ist ein Schildbürgerstreich: die Bridge to Nowhere. Hier ist der Name Programm. Nachdem die Brücke 1920 gebaut war, wurde die Straße nicht bis zu ihrem Ziel nach Ness fertig gebaut. Hinter ihr liegt nur noch ein Schotter-Wanderweg. So steht die Brücke bis heute einfach so herum und dient Touristen als Fotoshooting. Warum Berthold nun unbedingt dorthin will, wo das Nicht-Weiterkommen Programm ist?? Sehr ungewöhnlich!


Im Nachhinein muss ich aber sagen, dass die Küstenlandschaft, die den Weg dorthin begleitet, einfach wunderschön ist und schon deshalb eine Tour lohnt – und ein paar blaue Himmelsfetzen gibt es auch zu sehen (ohne Garantie für nachfolgende Besucher).

Danach geht es wieder zurück in Richtung Stornoway zu unserem nächsten Ziel: Das Lews Castle. Es ist ein schlossähnliches Herrenhaus an der Bucht von Stornoway und beherbergt ein Museum, Säle für Veranstaltungen und ein Cafe.

Das Anwesen entstand 1680 als Herrenhaus des Clans MacKenzie, wurde im Verlauf seiner Geschichte vergrößert und verändert. Seine Besitzer und seine Funktionen wechselten, so fungierte es unter anderem auch als Marinehospital und stand über einen längeren Zeitraum leer. 2012 begannen Restaurierungsarbeiten, die drei Jahre später abgeschlossen wurden. Seit 2016 beheimatet es das Lews Castle Museum, dessen Eintritt frei ist und einiges Wissenswertes über die Geschichte der Insel aufzeigt.

Berthold ist vom Museum im Nachhinein weniger angetan, denn wir werden auf unserer Reise noch ein informativeres besuchen. Aber heute wissen wir das noch nicht …

Motorrad-Tages-KM: 56


Sonntag, 11.06.2017
Wir warten bis der Regen aufhört und die Temperaturen steigen. Deshalb starten wir heute erst um 11 Uhr zu unserem Besichtigungs-Rundkurs.

Die erste Station ist das Arnol Blackhouse. Es liegt etwa 25 km nördlich von Stornoway.

Ein Blackhouse ist ein ehemaliger, traditioneller Haustyp in den Highlands von Schottland, auf den Hebriden, in Irland und den Gebieten keltischer Siedlungen. Es wurde üblicherweise aus einer doppelwandigen Trockensteinmauer gebaut und der Zwischenraum mit Erde oder mit Torf als Dämmung verfüllt. Die hölzernen Dachbalken wurden mit Schilfrohr bedeckt, durch die der Rauch der zentralen Feuerstelle seinen Weg nach draußen suchte. Denn einen Schornstein gab es nicht. Im Giebel wurden Nahrungsmittel aufbewahrt, die durch den Rauch und den Sauerstoffmangel unterm Giebel konserviert wurden. Der Boden bestand üblicherweise aus Steinplatten oder festgetretener Erde.

Das Black House bot sowohl Platz für Menschen als auch für Vieh. Menschen und Tiere lebten auf entgegengesetzten Seiten des Hauses, mit einer Trennwand dazwischen.

Wir wissen, dass sonntags geschlossen ist und wir begnügen uns mit einem Fotoshooting von außen. Außerdem hoffen wir, am nächsten Ziel, den Gerrannan Blackhouses Einlass zu finden.

Der Wind wird stärker und es fängt an zu regnen.

Die Siedlung Gearrannan Blackhouse, die aussieht als handelte es sich um eine Hobbit-Siedlung, ist sonntags leider auch geschlossen. Es stimmt also wirklich: sonntags herrscht auf den schottischen Inseln strenger „Sabbat“. (Tipp 6: Am besten schon bei der Urlaubsplanung entsprechend berücksichtigen. Gilt auch für die Essensversorgung.) Doch mein ausgefuchster Straßenräuber lässt sich nicht stoppen. Er öffnet das lediglich geschlossene Tor zur Siedlung und – upps -schon weht uns der Wind hinein.

Man kann hier die Häuschen auch zum Übernachten mieten und so kommt es, dass sich einige wenige Menschen auf dem Gelände befinden (oder sie sind genauso hineingeweht worden wie wir). Ich komme mir vor wie eine Voyeurin was mir zwar peinlich ist, aber dennoch überwiegt meine Neugierde. Wir schauen uns also das eine und andere Häuschen an, die liebevoll innen wie außen restauriert sind und heute als lebendiges Museumsdorf bezeichnet wird.

Der nächste Stopp findet am Dun Carloway Broch statt (schottisch-gälisch: Dùn Chàrlabhaigh) und liegt an der Westküste der Isle of Lewis. Brochs sind eine noch ältere Wohnform, man nennt sie auch Wohntürme. Die Kammern zum Schlafen sowie Bevorraten befinden sich in den dicken Wänden und der Gemeinschaftsplatz mit Lagerfeuer befindet sich in der Turmmitte. Der schmale Eingang ist leicht gegen Feinde zu verteidigen und von oben kann man weit ins Land schauen. Ankömmlinge werden also frühzeitig entdeckt.

Der Dun Carloway Broch ist ein bemerkenswert gut erhaltener Wohnturm. An der Ostseite erreichen Teile der Mauer immer noch eine Höhe von neun Metern. Dun Carloway wurde wahrscheinlich im 1.Jahrhundert vor Christus erbaut. Die Basis des Brochs misst 14 bis 15 Meter im Durchmesser und die Mauern sind drei Meter dick. Es hat einen kreisförmigen Grundriss und hohle Wände und wurde ohne Mörtel gebaut. Der Broch hatte einst wahrscheinlich hölzerne Böden, Innenwände und ein Strohdach, die notwendig sind, um es bewohnbar zu machen, aber der einzige verbleibende Beweis dafür sind Löcher. Zusammen mit dem Dach war der schmale Durchgang vermutlich durch eine Holztür gesichert, sie waren die am meisten gefährdeten Stellen des Gebäudes, besonders vor Feuer.

Wir unternehmen einige Klettereien und ignorieren den einsetzenden Regen, der uns für den Rest des Tages in unterschiedlicher Intensität begleiten wird.

Bei unserem nächsten Ziel, den Callanish Standing Stones, wetteifern sich Wind und Regen miteinander. Wir versuchen einige gescheite Aufnahmen von diesen bemerkenswerten Steinformationen zu machen und informieren uns über die Info-Tafeln (denn das Visitor Center hat sonntags geschlossen).

Die Anlagen von Callanish sind insgesamt die größte heute bekannte Steinformation der Megalithkultur auf den britischen Inseln. Bis heute wurden 12 von einst vermutlich über 20 Steinsetzungen aus Menhiren im Umkreis von einigen Kilometern ausgegraben.

Die Steinsetzungen, bei denen die Ausrichtungen und Steinkreise herausragen, wurden während der Jungsteinzeit um etwa 3000 v. Chr. angelegt (eine Tafel vor Ort datiert die Stelle auf 5000 v. Chr). In der Bronzezeit wurden die Anlagen geplündert bzw. aufgegeben. Seit 800 v. Chr. wurde sie im Zuge der Hochmoorbildung von Torf bedeckt, der die bis zu 4,75 m hohen Menhire im Jahre 1857 (Jahr der ersten Ausgrabung) ca. 1,5 m hoch bedeckte.

Wie bei anderen megalithischen Kultstätten ist der Sinn und Zweck der Formationen unklar und Thema vieler Spekulationen. Die wahrscheinlichste Theorie zur Erklärung der Anordnung der Hauptformation bezieht sich auf den Mond: Alle 18,6 Jahre steht der Mond so über den die Formationen umgebenden Hügeln, dass es aussieht, als würde er bei seinem Lauf ihrer Silhouette folgen. Das Schauspiel erweckt den Eindruck, der Mond besuche die Erde und würde mit ihr tanzen. Die Caldragh Idols (die stehenden Megalithen) erlauben, dieses Ereignis vorauszuberechnen.

Die Callanish Standing Stones sind - wohl hauptsächlich wegen seiner geographischen Abgelegenheit - weniger bekannt als die Megalithanlagen von Stonehenge oder Avebury. Die Granitsteine sind praktisch unbearbeitet und kleiner als die Steine von Stonehenge. Die Anlagen beeindrucken aber sowohl durch die Anzahl der verwendeten Steine als auch durch die Anzahl der Formationen. Zudem sind sie teilweise vollständig erhalten, z. B. alle 13 Steine des zentralen Kreises.

Da sonntags auf den Hebriden wirklich alles geschlossen hat, freuen wir uns umso mehr, als wir gegen halb drei einen winzigen Tante Emma Laden finden, der heute von 13 – 16 Uhr geöffnet hat. Die Auswahl ist zwar sehr begrenzt, doch in der Gefriertruhe liegen noch zwei Chicken Wraps, die wir dank einer Mikrowelle essbar machen dürfen. Modernes Survival Training eben. Wir essen im Stehen unter der Veranda. Zum Glück brauchen wir gerade kein Benzin. Es steht zwar eine Zapfsäule vor dem Tante Emma Lädchen, doch die ist out of order. Ja, manchmal haben wir auch Glück.

Das nächste Ziel ist das im Jahre 1993 entdeckte Eisenzeithaus Bostadh Iron Age House. Es war von den Dünen begraben, bis ein großer Wintersturm den Strand in Bostadh umgestaltete und das Rundhaus enthüllte.

Wir erreichen den dazugehörigen Parkplatz, der mit einer guten Toilettenanlage und einem tollen Meerblick ausgestattet ist. Beides nutzen wir und trotzen dem peitschenden Regen. Der Fußweg zum Eisenzeithaus ist leidlich ausgeschildert und ca. 500 m lang.

Unser Reiseführer informiert uns, dass es sich um eine Hauptsiedlung handelte, die um das 6.-9. Jahrhundert nach Chr. Bewohnt war, eine Periode, die als späte Eisenzeit oder piktische Periode beschrieben wird. Sie bestand aus einer Gruppe von halbgesunkenen kreisförmigen Gebäuden mit jeweils einem zentralen Herd und wenigstens einer kleineren Kammer gegenüber dem Haupteingang.

Wir stapfen also bis zum Eingang, in der Hoffnung, das Haus auch von innen ansehen zu können, doch ein dickes, abgeschlossenes Vorhängeschloss verweigert jeden Zugang. Ach ja, Sonntag = Sabbat.
Ein Großteil der Informationen aus den Ausgrabungen und einige der Funde sind zwar im lokalen Museum in Breaclete zu sehen, aber das ist sonntags – wie sollte es anders sein - geschlossen.

Angesichts des Wetters entscheiden wir uns, die Räucherlachsstation auf unserer Tour zu streichen, zumal auch sie sonntags geschlossen haben wird. Gegen 17:00 Uhr erreichen wir wieder unser Quartier. Die Motorradklamotten hängen wir im Bad auf, in der Hoffnung, dass sie bis zum nächsten Tag leidlich trocken sein mögen.

Tages-KM: 120

Video Scottish Islands Teil 2: Aberdeen; Kildrummy Castle und Gardens; Corgarff Castle; Highlands; Carrbridge; Ullapool; Hebriden: Isle of Lewis; Stornoway; Bridge to Nowhere; Lews Castle; Rundkurs: Arnol Blackhouse; Gearrannan Blackhouses; Dun Carloway Broch; Callanish Standing Stones; Great Bernera: Bosta Iron Age House.

Montag, 12.06.2017
Wir verlassen heute Stornoway und damit die Isle of Lewis. Unsere Tour führt uns heute über die Isle of Harris und die Isle of Berneray nach North Uist. Doch bevor wir Lewis verlassen, besuchen wir noch die St. Clemens Church. Es handelt sich hierbei um eine gut erhaltene Wehrkirche aus dem 16. Jahrhundert, die überwiegend mit dem Clan der McLeods verbunden ist.

In Leverburgh, das schon auf der Insel Harris liegt und ohne Fähre erreichbar ist, stärken wir erst unsere beiden Bikes mit Sprit (2 versteckte Zapfsäulen auf einem Supermarktparkplatz) und am Fährhafen uns selbst im Gasthaus „Anker“.

Die Fähre nach Bernery fährt pünktlich um 14:45 ab und die Tickets gibt es an Bord. Die Überfahrt dauert eine Stunde, so dass wir noch am Nachmittag wieder von Bord gehen können.

Wir steuern direkt unsere Unterkunft Langass Lodge an, die schon zu North Uist gehört. Das Gasthaus wirkt auf uns altherrschaftlich sowohl von der Einrichtung her als auch angesichts der anderen Gäste. Doch es ist nur für eine Nacht, das halten wir harten Biker aus.
Wir unternehmen noch einen kurzen Spaziergang zu dem Stone Circle Pobull Fhinn (Gälisch – kann ich nicht aussprechen).

Am Abend genießen wir Monkfish (Wells) und ein Dudelsackständchen, das für ein Geburtstags-„Kind“ (also eher unseres Alters) organisiert ist. Schottland lässt grüßen!

Tages-KM: 143
Dienstag, 13.06.2017,
Wir verlassen die gediegene Unterkunft Langass Lodge und suchen in Lochmaddy die Mosaikmakrele auf. Eine Abbildung im Internet hat uns neugierig gemacht. Lochmaddy ist das Verwaltungszentrum der Insel North Uist. Im Fremdenverkehrsbüro mit angeschlossenem Museum erfahren wir, wo sich die Makrele herumlümmelt: direkt am Strand ca. 200 Meter entfernt. Als wir vor ihr stehen, staune ich nicht schlecht, sie ist riesig, etwa doppelt so groß wie Berthold. Für die Gestaltung der Skulptur sind unterschiedliche Materialien verwendet worden: schwarze und weiße Kieselsteine, bunte Glasscherben und verschiedenfarbige Muscheln. Ich bin begeistert und mein Fotoapparat läuft heiß. Es ist wirklich ein gelungenes Kunstwerk, das zudem auch noch einen perfekten Platz gefunden hat. Dieser Abstecher ist unbedingt empfehlenswert.

Der anschließende Stopp nahe dem Scolpaig Tower erweist sich hingegen als Flop. Er befindet sich auf einem unzugänglichen Privatgrundstück, so dass der geneigte Kameramann vom Zaun aus ordentlich zoomen muss, um ein schönes Foto zu erhaschen. Dafür gibt es keine Parkmöglichkeiten. Der Tourist hat also die Wahl zwischen Zustellen der Einfahrt oder den engen Single Trail weiter zu verengen. Nun, wir haben uns für beides entschieden.

Unsere weitere Fahrt führt uns auf dem Landweg über die Inseln Grimsay und Benbecula bis nach South Uist. Hier statten wir der Lady of the Isle einen Besuch ab. Es handelt sich hierbei um eine 9 Meter hohe Marienstatue, die in den fünfziger Jahren aus weißem Granit geschaffen wurde und die von ihrer Anhöhe aus tatsächlich einen weiten Blick über die Insel schweifen lässt. Das kann der interessierte Besucher natürlich genauso. Auch wenn es gerade mal nicht regnet, ist der Ausblick leider doch eher grau und wolkenverhangen.

Wir sind auf der Suche nach einer Einkehrmöglichkeit und landen zufällig im Taigh – Tasgaidh – Museum (gälisch), das den Untertitel Kildonan Museum trägt. Dieses Heimatmuseum zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie hart und anstrengend das Leben auf den Inseln früher war. Das angrenzende Cafe und ein Kunsthandwerkslädchen besuchen wir natürlich auch.

Wir reisen weiter nach Eriskay zum Fährhafen. Die Fähre um 16:45 Uhr bringt uns nach einer guten halben Stunde nach Barra. Es ist nun 17:20 Uhr und wir haben ein Ferienhaus in Green Arnamul gebucht, was außerhalb von Castlebay liegt. In Castlebay selbst war schon alles ausgebucht. Das mulmige Gefühl in meinem Bauch rührt daher, dass unser Ferienhaus unter einer Adresse firmiert, die Google Maps nicht kennt. Was, wenn wir es nicht finden??? Doch mein Göttergatte hat mit viel detektivischem Spürsinn bereits vor der Reise das Haus mit Hilfe des Internets finden können. Dieser Standort ist im Navi eingespeichert und tatsächlich kommen wir problemlos da an. Auch hatte die Vermieterin im Vorfeld nochmals eine Wegbeschreibung geschickt. Also alles kein Problem.

Ich will es gleich vorweg nehmen: das war die beste Unterkunft auf der ganzen Reise. Das Haus verfügt über zwei Schlafzimmer, die beide so hergerichtet waren, dass wir uns aussuchen konnten, wo wir schlafen wollen. Das Haus bietet ein großes Wohnzimmer mit Essecke, bestens ausgestattete Küche und sogar Lebensmittel und ein paar weitere Utensilien, die man normalerweise in ein Ferienhaus selbst mitbringen muss, waren vorrätig. Das Haus war auf unsere Bitte vorgeheizt und der Schlüssel steckte innen. Alles easy und entspannt. Die Mutter der Vermieterin aus dem 200 Meter entfernten Nachbarhaus kam noch zur Begrüßung rüber und danach gehörte unser Reich uns allein - für zwei Tage.

Wen das Ferienhaus von Anne Marie Breslin interessiert, hier die Kontaktdaten:, Tel.: +44 7966 493354, Adresse: Arnamul, Grean Arnamul, Na h-Eileanan an lar, Schottland, HS9 5Xu, (Die Schlüssel sind normalerweise im Nachbarhaus bei Christine MacLeod abzuholen.)

Die nächstgelegene Einkaufsmöglichkeit befindet sich im CO-OP Laden.
Adresse: Isle Of Barra, Na h-Eileanan, Scotland NI IOM, Castlebay HS9 5XD, Öffnungszeiten: 7:00 – 22:00 h

Tages-KM: 135

Mittwoch, 14.06.2017
Heute lassen wir uns Zeit, schließlich hetzt uns niemand – und es regnet. Wir warten. Es regnet schlimmer. So fahren wir erst mal nach Castlebay und tauschen im Fährhafen unsere nächste Fährreservierung im Büro von Caledonian Mac Brayne gegen echte Tickets um.

Danach nehmen wir das Boot zum ca. 400 Meter entfernten Kisimul Castle. Die Winzling-Insel ist von der Burganlage komplett bebaut, sozusagen ein Wasserschloss im Meer. Im Jahr 2000 wurde Kisimul Castle für 1000 Jahre an die Denkmalschutzorganisation Historic Scotland vermietet. Die jährliche Miete beläuft sich auf ein Pfund und eine Flasche Whisky.

Wir besichtigen die verschachtelte Anlage, die noch bis in die 80er Jahre bewohnt war. Einige Bereiche sind wegen Sanierungsbedarfs nicht zugänglich. Die Überfahrt und der Eintritt werden im durchaus sehenswerten Castle bezahlt. Anstatt der erwarteten 12 Pfund für uns beide verlangt die Kassiererin nur 9,60 Pfund. Ich akzeptiere ohne nachzufragen. Später entdecken wir, dass es hier wie bei so vielen öffentlichen Einrichtungen in GB einen Seniorentarif ab 60 Jahre gibt.

Da es immer noch ordentlich regnet, kehren wir nach der Besichtigung in Macroon´s Tea Room ein zum Aufwärmen, Cappuccino trinken und beratschlagen, was wir mit dem Rest des Tages anfangen.

Da mein Berti gerne an Planungen festhält, fahren wir also doch noch den kleinen Inselrundkurs auf Barra bis zum südlichsten Punkt über die Brücke nach Vatersay. Im Nachhinein frage ich mich zwar, warum wir das taten, denn in Vatersay sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht, doch wir haben es getan. Triefnass kommen wir in unserem Ferienhäuschen wieder an. Dann heißt es: umziehen, stärken und irgendwie versuchen, die Klamotten wieder trocken zu kriegen. Packen ist auch noch angesagt, denn am nächsten Morgen ist Check In im Fährhafen vor dem Aufstehen. Als alles getan ist, hört prompt der Regen auf, kotz, würg!

Tages-KM: 42

Video Scottish Islands Teil 3: Isle of Lewis; Isle of Harris: Rodel; St. Clemens Church; Leverburgh; Fähre Berneray; North Uist; Langass Lodge; Pobull Fhinn Stone Circle; Lochmaddy Makrele; Scolpaig Tower; Trinity Temple; Grimsay; Benbecula; South Uist; Our Lady of the Isle; Kildonan Museum; Eriskay; Barra; Vatersay; Kisimul Castle.

Donnerstag, 15.06.2017
Unser heutiges Tagesziel ist die Isle of Mull.
Da wir deutlich vor 7 Uhr das Ferienhaus verlassen, bleibt der Haus-Schlüssel einfach stecken, was natürlich vorher abgesprochen war. Die Menschen auf den Inseln sind wirklich tiefenentspannt.
Unsere Fähre von Castlebay startet um 7:55 Uhr, doch der Check In endet bereits um 7:10 Uhr. Doch wer zu spät kommt, darf trotzdem noch mit, da hätten wir uns gar nicht so beeilen müssen (Tipp 7).

Von Barra aus gibt es keine direkte Fähre auf die Isle of Mull, deshalb müssen wir in Oban umsteigen. Die Aufenthaltsdauer in Oban ist so kurz, dass wir gleich im Fährhafen bleiben. Einen Snack nehmen wir, als wir auf der Fähre nach Craignure sind.

So kommen heute 160 km übers Meer zu unseren Motorradkilometern dazu.

Gegen 15:00 Uhr erreichen wir Craignure. Doch noch bevor wir unsere Mopeds besteigen können, setzt wieder der Regen ein. Es sind zwar nur 35 km bis zu unserer Unterkunft in Tobermory, doch der Regen steigert sich bis dahin zu ungeahnten Höhen – äh, Wassermassen. Kaum, dass wir unser Quartier erreicht und das Gepäck im Zimmer haben, hört es wieder auf zu regnen. Es kommt mir mittlerweile so vor, als würde eine Regenfront immer auf unsere Outdoor-Aktivitäten lauern, um uns genau dann weiter einzuweichen.

Ein kleiner Abendspaziergang führt uns zum legendären Cafe Fish. Hier soll sehr gutes Essen aus dem Meer zubereitet werden, allerdings muss man schon einige Zeit vorher reserviert haben. Als wir ankommen, ist das Lokal brechend voll. Um 21:30 Uhr könnten wir noch einen Tisch bekommen und am nächsten Tag um die gleiche Zeit, wenn man nicht schon am Nachmittag zu Abend essen möchte, weil um 17:45 Uhr wäre am Folgetag noch ein Tisch zu haben. Wir lehnen dankend ab und gönnen uns im Mishnish Hotel allerlei Leckereien aus dem Meer … ist auch lecker!

Tages-KM mit den Motorrädern: 47
Tages-KM mit den Fähren: 160


Freitag, 16.06.2017
Heute bleiben die Mopeds aus, es steht Whale Watching auf unserem Programm. Das haben wir bereits von zu Hause aus gebucht und wir freuen uns seitdem darauf. Dabei müssen es nicht unbedingt Wale sein, die wir entdecken wollen, aber ein Hai oder Delfine, das wäre echt sehenswert.

Um 11:30 Uhr geht es los mit einem kleinen Boot und insgesamt 8 Passagieren. Die See ist rau und der Himmel mit Regenwolken gesättigt, doch wir sind guten Mutes.
4 Stunden werden wir mit dem Boot unterwegs sein, doch unsere Ausbeute ist enttäuschend: 2 Seehunde, 1 Weißkopfseeadler und mehrere kleine Seevögel, das war´s.

Oh nein, etwas Besonderes bekomme ich doch noch geboten: Seekrankheit. Trotz Reiskaugummis kämpfe ich mit meinem Frühstück, schicke es mehrmals wieder zurück in den Magen und bete, dass es vorbei gehen möge. Der Himmel zeigt Mitleid und schickt mich sitzend in den Schlaf. Auf diese Weise überlebe ich die Fahrt. Ich war übrigens die Einzige, die grün war im Gesicht …

Tages-KM: 0 ausser unendlichen Seemeilen

Samstag, 17.06.2017
Heute ist wieder umziehen angesagt, auch wenn wir diesmal nicht die Insel wechseln, denn es ist nichts mehr frei. Dafür unternehmen wir eine Inselrundfahrt entlang der Lochs und vieler Wasserfälle.

Der Nebel verhindert zwar oft eine Weitsicht, doch die vielen Galloway Rinder am Straßenrand sind trotzdem gut sichtbar. In einem Fall wandert eine ganze Herde entlang der Straße. Damit stoppen sie 3 Pkw´s hinter sich und uns vor sich aus. Manche Rinder erschrecken sich und machen einen Bogen um unsere Motorräder, andere sind wirklich tiefenentspannt. Weder ein Hirte noch ein Hund sind zu sehen. Vielleicht ein Galloway-Betriebsausflug?

Wir sehen öfters die zotteligen Langhorn-Rinder hinter Zäunen oder Elektrozaun, aber auch ohne Weidebegrenzung. Zum Fotoshooting traut sich Berthold einmal nah an das Tier heran und es bleibt gelassen. Die Menschen hier sind es auch, vielleicht ein Virus? Hoffentlich haben wir uns richtig heftig angesteckt …

Unsere Weiterfahrt bringt uns bis zum legendären Imbiss-Büdchen The Creel Seafood Bar. Die Speisekarte ist eines gehobenen Fischrestaurants würdig, aber die Preise entsprechen einer Imbissbude. Perfekte Stärkungsmöglichkeit! Wir entscheiden uns für Langostinos und Krabbentoast, lecker!
Adresse: Fionnphort Carpark, Isle of Mull PA66 6BL, Vereinigtes Königreich.

Am Nachmittag erreichen wir Craignure und checken im Isle of Mull Hotel & Spa ein. Dieser Schuppen ist nicht nur teuer sondern hat seine besten Zeiten längst hinter sich. Na ja, ist nur für eine Nacht …

Tages-KM: 178


Sonntag, 18.06.2017
Bevor wir die Isle of Mull verlassen, besichtigen wir das Duart Castle (
Gälisch: Caisteal Dhubhairt) Es handelt sich um ein schottisches Schloss, das sich bis ins 13. Jahrhundert zurückdatieren lässt. Es ist der Sitz der MacLeans und ist komplett eingerichtet, so als ob die Zeit stehen geblieben wäre. Wir lieben solche Zeitreisen und wer es ebenso mag, sollte sich diese Besichtigung nicht entgehen lassen.

Öffnungszeiten: 10:30 – 17:00h
Adresse: Isle of Mull PA64 6AP, Vereinigtes Königreich

Wir nehmen um halb zwei die Fähre von Craignure nach Oban und verlassen somit endgültig die schottischen Inseln.

Als wir das Städtchen, das für seinen Whisky berühmt ist, erreichen, fallen uns sofort das Gewusel und die Hektik einer Stadt auf. Und das, obwohl heute Sonntag ist. Was für ein Kulturschock! Alle Lokale haben auf, auch die Oban Destillerie - und das am Sonntag.

Die erste Station ist der MacCaig Tower, der oberhalb der Stadt gelegen ist. Er ist ein markantes Wahrzeichen im Kurort Oban in Argyll an der Westküste Schottlands. Vom lokalen Bankier John Stuart McCaig im Jahre 1897 erbaut, sollte der Turmbau Arbeit für lokale Steinmetze schaffen und der Familie McCaig ein dauerhaftes Denkmal setzen. Ist wohl beides gelungen.

Der nächste Stopp ist unsere billigste Unterkunft der Reise, ein B&B oberhalb der McCaigs Return Bar. Wir machen uns auf das Schlimmste gefasst und werden nicht enttäuscht. Doch dafür haben wir Niedrigpreis-Niveau und auch ansonsten alles, was nötig ist. Also kein Gemecker von uns.

Unterkunft: McCaigs Return Hostel & Bar
Adresse: 1 Shore St, Oban PA34 4LJ, Vereinigtes Königreich

Anschließend erkunden wir die Stadt zu Fuß und merken, dass uns der Gelassenheitsvirus von den Inseln doch infiziert hat – Gott sei Dank.

Tages-KM mit dem Motorrad: 18
Tages-KM mit der Fähre: ???

Montag, 19.06.2017
Heute verlassen wir Oban in einer Regenpause bei 13° C um kurz nach 9 Uhr Richtung Dumfries. Wie nicht anders zu erwarten, setzt kurz nach unserem Start unser alter Bekannter, der Nieselregen, wieder ein. Doch je weiter wir kommen, desto besser wird das Wetter. Die Sonne kommt heraus und die Temperaturen steigen auf bis zu 26,5° C. Wir bekommen fast einen Schönwetter-Schock.

13 km südöstlich von Dumfries besichtigen wir Caerlaverock Castle, die einzige Dreiecks-Wasserburg Schottlands. Ihr Grundstein wurde um 1270 gelegt. An der nördlichen Ecke befindet sich das Torhaus, das aus einem Doppelturm besteht. Die Burg ist komplett von einem wassergefüllten Graben umgeben und wurde nicht, wie viele andere Burgen, auf einem Felsen errichtet.

Der Eintritt kostet 6 Pfund, ermäßigt 4,80.
Adresse: Caerlaverock, Dumfries, DG1 4 RU
Öffnungszeiten: tägl. 9:30 h – 17:30 h

Da wir heute gut voran kommen, beschließen wir, noch weiter zu fahren. So kommen wir bis nach Annan und finden Quartier im Queens Barry Arms Hotel.

Tages-KM: 314

Dienstag, 20.06.2017
Wir starten von unserem Quartier um 10 Uhr und kommen ca 400 Meter weit, bis wir feststellen, dass unsere Funkgeräte weder miteinander noch mit dem Navigationsgerät kommunizieren. 1 Stunde lang versucht Berti vergeblich, die Ursache zu finden. So fahren wir erst mal weiter, indem sich mein Routefinder optisch nach dem Navi richtet und ansonsten seinem Spürsinn folgt. So finden wir tatsächlich die Cathedrale in Carlisle. Dort auf dem Parkplatz wird ein Koffer ausgepackt, um an Berthold´s Netbook zu kommen. Mit dessen Hilfe und der entsprechenden Software programmiert mein Alleskönner die Funkgeräte neu – und nach 20 Minuten funktioniert wieder alles, Halleluja!! Die zwischenzeitlich passierten Schaulustigen hätten ruhig mal ein paar Münzen spendieren können, immerhin haben wir für Unterhaltung auf dem Parkplatz gesorgt. Jetzt heißt es, alles wieder in den Koffer verstauen und die Kathedrale besichtigen.

Danach besuchen wir, weil er fast auf dem Weg liegt, den Hadrianswall. Die letzten Kilometer führen uns über Single Trails mit Tordurchfahrten, die uns an Namibia erinnern.

Am Hadrianswall angekommen, steuern wir einen ausgewiesenen Parkplatz an, dessen Benutzung auch für Biker kostenpflichtig ist, obwohl wir uns im landschaftlichen Nirgendwo befinden. Für Wanderer mag die Tour entlang des Walls aufgrund seiner Dimensionen beeindruckend sein, doch für uns zeigten sich lediglich Mauerreste, die übermäßig touristisch ausgeschlachtet sind. Einzelne Bauten, wie ein romanisches Castell, sind zwar restauriert, doch mittlerweile lässt unser Zeitplan kein weiteres Verweilen zu. Selbst die Mittagspause schrumpft auf ein Sandwich und ein Bounty zusammen, das wir im Stehen an einer Tanke verzehren.

Das Navi führt uns eifrig Richtung Newcastle. Durch flotte Fahrweise machen wir ein paar Minuten gut, doch diese verlieren wir mehrfach, nachdem wir an der Uni in Newcastle stehen und das Navi meint, wir hätten unser Ziel erreicht. Blöd nur, dass diese Stadt überhaupt keinen Fährhafen hat. Blöd ist auch, dass unser Check In in 10 Minuten schließt.

Ein Passant zeigt uns die grobe Richtung und den Rest übernimmt Berti´s natürliches Orientierungsvermögen. Okay, der Fährhafen liegt außerhalb der Stadt, etwa 10 Meilen oder 16 km entfernt. Er liegt nämlich in North Shields und bei der Neuprogrammierung der Funkgeräte muss sich wohl dieser Zielfehler eingeschlichen haben. Jedenfalls schlägt jetzt Murphys Gesetz richtig zu. Wir wollen wir Gas geben und – dürfen nicht! Jede Ampel ist rot, kein Kreisel weist den Fährhafen aus, Stau ohne Ende und auf der Schnellstraße herrscht Baustellenalarm. Die Zeit schreitet voran ebenso unser Angstschweiß. Längst ist die Eincheck-Zeit verstrichen, doch wir fahren weiter. Um 16:25 Uhr erreichen wir das Tickethäuschen, suchen unsere Tickets und dürfen dann endlich als allerletzte Passagiere auf die Fähre nach Amsterdam. Die Luke schließt sich fast direkt hinter uns und wir fahren ab.
Halleluja 2!!

Wer es nochmal genau wissen will, hier folgt Tipp 8:
Der Fährhafen von Newcastle ist unter folgender Adresse zu finden:
International Passenger Terminal, Royal Quays, North Shields, Tyne and Wear, NE29 6EE
Unser Check In war angegeben bis 16:00 Uhr und die Abfahrt um 17:00 Uhr.
Gebucht und bezahlt hatten wir:
Doppelkabine, Abendbüffet inkl. 1 Getränk, 2x Bierverkostung, 1x Whiskey-Verkostung.

Tages-KM: 156

Video Scottish Islands Teil 4: Castlebay; Fähre; Oban; Fähre; Isle of Mull; Tobermory; Whalewatching Tour; Carsaig; Fionnphort; Duart Castle; Craignure; Oban: McCaig Tower; Oban Distillery; Hafen; Loch Etive; Loch Awe; Loch Lomond; Glasgow; Dumfries; Caerleverock Castle; Annan; Carlisle: Cathedral; Hadrianswall; Newcastle upon Tyne; North Shields Fähre.

Mittwoch, 21.06.2017
Um 9:30 Uhr legt unsere Fähre in Amsterdam an – ach nein, doch nicht in Amsterdam direkt sondern 27 km westlich davon in Ijmuiden (nur falls mal jemand der Fährhafen suchen sollte…). Um 10:10 Uhr können wir endlich die Fähre verlassen und die A 2 führt uns Richtung Utrecht bis nach Nieuwegein. Dort erwartet uns liebe Verwandtschaft zum Brunch. Es ist 11 Uhr. Die Mittagstemperaturen werden noch 36° C erreichen. Dieser Urlaub steckt(e) voller Kontraste.

Tages-KM: 75

Donnerstag, 22.06.2017
Am letzten Rückreisetag starten wir um 9:30 Uhr Richtung Heimat. 425 heiße Autobahnkilometer mit Temperaturen von bis zu 38° C liegen vor uns. Mit reichlich Wasser im Gepäck spulen wir die Strecke in 4 Stunden ab. Bei unseren Trink- und Tankpausen nutzen wir jeden sich bietenden Schatten und komischerweise müssen wir kein einziges Mal auf die Toilette. Woran das nur liegt? Das ist nicht nur ein Kontrastprogramm sondern auch ein Survival-Training.
Aber - WIR HABEN`S GESCHAFFT!

Tages-KM 425

Ein Nachwort sei mir noch erlaubt: Die schottischen Inseln eignen sich ganz hervorragend, um Stress zu kurieren. Die Menschen dort sind gelassen, hilfsbereit und auch ein wenig stolz auf ihre Inseln. Die Straßen sind ein Naturerlebnis im besten Sinne und die anderen Verkehrsteilnehmer fast ausnahmslos freundlich, zuvorkommend und rücksichtsvoll, besonders gegenüber Motorradfahrern. Wer gerne Fisch und Meeresfrüchte isst, fühlt sich hier sicher wie im Schlaraffenland. Und für Wanderer und Vogelbeobachter sind die schottischen Inseln ein absolut empfehlenswertes Urlaubsgebiet. Das Wetter kennt zwar alle Facetten von Feuchtigkeiten, doch letztlich kommt es darauf an, was man daraus macht. Eben die Besonderheiten der Inseln wahrzunehmen, Natur und Entschleunigung zu genießen, sich essen und trinken schmecken lassen und sich des Liebsten zu erfreuen.

Eure Jutta

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