Vercors + Pyrenäen 2012

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Vercors + Pyrenäen 2012 vom Mittelmeer zum Atlantik

Die Pyrenäen – eine wilde Schönheit, erlebt von 4 Bikern vom 07.06. – 21.06.2012

Donnerstag, 07.06.2012
Nach monatelanger Vorfreude starten wir 4 an Fronleichnam Richtung Pyrenäen: Berthold mit seiner BMW F800 GS, Walter mit seiner Yamaha FJR 1300, Markus mit seiner Kawa Z1000 SX und Jutta mit ihrer BMW F650 GS. Dieses Mal sind wir alle mit neuen Funkgeräten Midland „BT Next „ ausgerüstet, um uns unterwegs besser abstimmen zu können. Wir haben zwar eine ausgetüftelte Strecken- und Besichtigungsplanung, doch gebucht haben wir nichts. Freiheit ist eben ohne ein Mindestmaß an Risiko nicht zu haben.

Startpunkt ist in Rodgau um halb 10. Doch schon nach 5 km stoppen wir das erste Mal: die Funkverbindung steht nicht mit allen, deshalb ein kleiner Setup zwischendurch und nun geht’s weiter.

Aufgrund der weiten Anfahrt hatten wir uns entschlossen, die Autobahnen zu nehmen, auch wenn´s öd ist. So fahren wir über Darmstadt auf die A 5 Richtung Süden und überqueren die französische Grenze bei Mulhouse.

Bei den automatischen Raubrittern

Ab hier heißt es Péage auf den französischen Autobahnen zu zahlen. Das ist besonders für Motorradfahrer umständlich: Stop + Go bis man dran ist, dann Handschuhe aus, Ticket ziehen oder in den Automaten stecken, ggf. Portemonnaie heraus fingern, bezahlen, Schranke geht schon hoch, doch unsereins muss erst Rückgeld verstauen, möglichst nichts fallen lassen, Portemonnaie wieder wegpacken, Pkw-Gehupe hinter einem ignorieren, Handschuhe an, und dann endlich weiter. Das ist schon nervig, vor allem, wenn so eine Station alle paar KM auftaucht, um nur Beträge um 1 – 2 € zu verlangen, oder wenn ein Automat die Münzen ums Verrecken nicht akzeptieren will. Oder wenn ein Automat für´s zweite Motorrad kein Ticket herausrücken will. Oder wenn auf einen 20 € Schein sämtliches Wechselgeld nur in Münzen herauskommt.  
Aber das ist nicht immer so, manchmal darf man auch viele KM am Stück fahren, bis man wieder zur Kasse gebeten wird, doch dann wird die Rechnung saftig. Einmal zahlen wir 15,40 € pro Motorrad, doch von einem von uns verlangt er plötzlich 25,70 €, ohne dass sich uns der Grund für diesen unglaublichen Preisunterschied erschließt. Das Gefühl von Abzocke, Willkür und Ohnmacht stellt sich ein. Und auf einmal vermisse ich die Vignetten, die die Schweiz und Österreich als Autobahnmaut verkaufen.

Das wechselhafte Wetter beschert uns Windböen bis Sturm, was nicht nur anstrengend ist sondern sich auch noch als Spritfresser erweist: bis zu 1 l pro 100km mehr fressen unsere Mopeds. Doch wir lächelten, schließlich könnte es schlimmer kommen. Das kam dann auch: Stau, Sturm und Regen in und um Lyon machten die Fahrt sehr anstrengend. Doch wir schafften es noch bis nach Vienne, um gegen 19:30 h ein Ibis Hotel anzusteuern. Hier lernen wir, dass die Zimmerpreise oft unabhängig von der Belegungszahl feststehen, lediglich das separat berechnete Frühstück richtet sich nach der Personenzahl (logisch). Das heißt im Klartext, dass unsere beiden Freunde mit ihren Einzelzimmern denselben Zimmerpreis zu bezahlen hatten, wie wir im Doppelzimmer. Hier dachte ich noch, dass das ungewöhnlich sei, doch im Laufe unseres Urlaubs begegnete uns diese Zimmerpreiskalkulation regelmäßig.

Zum Abschluss des Tages gibt es Bier und Pastis in der nächstgelegenen Bar (ok, es war nur ein besserer Kiosk), ein paar Steaks mit Pommes in einer Kneipe mit noch mehr Bier, und dann mit Regenschirm und Fotoapparat durchs nächtliche Vienne gestapft.

720Tages KM

Freitag, 08.06.2012
Bei strömendem Regen starten wir tapfer um 9:30 h unsere heutige Tour in den Vercors, selbstverständlich in voller Regenmontur. Diese Dinger halten wenigstens warm, besonders wenn man flott unterwegs sein will. Trocken halten sie allerdings nicht, denn auch wenn der Regen außen vor bleibt, bleibt der Schweiß innen drin.

Nach ca. 100 km erreichen wir St. Thomas en Royans. 

Lediglich ein erstes Viadukt hat uns zwischendrin für ein Fotoshooting anhalten lassen, denn zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass wir diese wie ich finde wunderschönen Brücken noch viele und weitaus schönere sehen werden.

In St. Thomas (welch ein Namenszufall?) nehmen wir Quartier in einer kleinen Privatunterkunft: „La Fontaine du Vercors“. Die Wirtsleute sind supernett und kredenzen uns nassen Bikern erst mal einen ordentlichen Kaffee. Die Zimmer sind unterschiedlich groß, gemütlich eingerichtet mit einer persönlichen Note der Wirtin und die Preise sind ok. Abendessen gibt es auch, was will man mehr, vielleicht zwei niedliche Baby-Katzen? Kein Problem, gibt es gratis, verschmust und im ganzen Haus unterwegs. Es fällt Walter und mir schwer, uns von ihnen loszureißen.

Doch es heißt jetzt Koffer absatteln, denn der Vercors Rundkurs wartet. Die Straßen sind zwar noch nass, aber zum Glück gibt es gerade keinen Nachschub mehr von oben. Unser erstes Ziel ist das tibetanische Kloster „Karma Migyur Ling“. Wir finden dort außer einem buddhistischen Mönch auch eine Gebetsmühle und 8 Stufen der Erleuchtung (genutzt hat´s aber nix). Man kann dort Kurse buchen und wir treffen sogar einen deutschen Kursteilnehmer.

„Nein, meine Suppe ess ich nicht!“

Ein kurzes Schwätzchen und weiter geht es nach Le Faz. Der kürzeste Weg führt über einen unbefestigten Weg, der ca. 4 km betragen sollte. Nach einem Km rutschigem, matschigem, geröllhaltigem, ausgewaschenem, steinigem Weg, flüstert uns das Navi, dass es 4 Km sind, bis zum nächsten Abzweig. Wie lange der unbefestigte Weg dann noch wird, verrät uns das Navi nicht. Unser Tourengide kennt die Stärken und Schwächen der teilnehmenden Menschen und Maschinen. Deshalb fragt er alle, ob wir die Tour fortsetzen. Walters Tourer hat es von den 4 Mopeds am Schwersten, doch dafür gleicht sein guter Fahrer das Manko wieder aus. Er hält die Strecke für fahrbar. Die 650er GS hingegen hätte kein Problem mit solchem Gelände gehabt, im Gegensatz zu ihrer Fahrerin, die seit Sardinien ein Kopf-Handikap mit sich führt. Die Männer wollen die Tour fortsetzen, die FJR soll gezwungen werden, doch Jutta zieht ihren Mädchen-Joker: „Ich will hier nicht weiter fahren.“ Kurze Diskussionen über die Vor- und Nachteile des Umkehrens, doch dann haben die starken Kerle Mitleid und es heißt tatsächlich wenden. Uff!

Das bedeutet Umweg und Le Faz bleibt unerreicht. Doch erst einmal fahren wir zurück nach Izeron und weiter zur Mittagsrast nach St. Romans, wo wir uns mit klodeckelgroßen Pizzen stärken. Die Mopeds sehen durch die Matschfahrt ordentlich eingedreckt aus. Bei der Kawa ist es am schlimmsten, da ist nicht nur das Moped, sondern auch der dazugehörige Bikerrücken eingewutzt.

Unser nächstes Fotoshooting liegt in Pont-en-Royans. Es handelt sich hier um einen kleinen Ort südwestlich von Grenoble (ca. 50 km Luftlinie entfernt). Der Ort liegt an der Isere, deren Schmelzwasserfluten im Lauf der Zeit tiefe Schluchten in den Fels gegraben haben. So kommt es, dass einige Häuser der Altstadt an den Uferhängen hoch über dem Fluss stehen, als wenn sie im nächsten Moment hinein stürzen könnten. Man muss es gesehen haben, um es sich vorstellen zu können. Die Häuser wirken unbeschreiblich mutig und erinnern mich an die Häuser auf der Steilküste von Bonifacio, Korsika. Auch eine Million Fotos können die Atmosphäre nicht widergeben.

Kurz hinter Pont-en-Royans beginnt eine unglaubliche Schlucht: Gorges de la Bourne. Auf ca. 600 Höhenmetern wird dem Gebirge die Straße abgetrotzt. Herausgehauen oder –gewaschen führt sie unter Felsüberhängen und an Abgründen durch das Gebirge. Eigentlich müssten wir dauernd anhalten zum Fotografieren, doch zum Glück haben wir ja ein Kamera-Moped dabei. Anders wäre an ein Vorankommen nicht zu denken – und dabei liegen heute noch weitere Highlights vor uns: z.B. der Col de la Bataille mit 1.319 m und 10°C. Die Fernsicht lässt heute leider zu wünschen übrig, obwohl der hier immer herrschende Wind die Wolkendecke wegwehen müsste, doch sie reißt nicht ab. Die Vegetation hat sich diesem Wind deutlich sichtbar angepasst. So wachsen Bäume nur auf der windgeschützten Seite des Passes.
Berthold und ich waren 2010 schon einmal hier oben. Damals war wegen eines wirklich üblen Geröllabgangs die Passhöhe zwar zu erreichen, aber nicht zu passieren. Dieses Mal ist die Straße frei und die Abhänge gesichert.

Der nächste Pass ist der Col de la Machine mit seinen 1.011 m Höhe, um im Anschluss auf den sagenhaften Cirque de Combe Laval einzuschwenken. Alles, was ich vorhin zum Gorges de la Bourne geschrieben habe, gilt hier gleich doppelt. Die dem Berg abgerungene Straße führt unter Felsüberhängen, -bögen und –tunnels. Ein niedriges Mäuerchen begrenzt die schmale und sich ständig windende Fahrbahn zum ewig tiefen Abgrund. Schwindelfreiheit ist hier Voraussetzung zum Befahren. Dafür rauben einem die Ausblicke in Schluchten und Gebirge fast den Atem. Da es schon später Nachmittag ist, stört uns nur wenig Gegenverkehr und die begeisterten Biker fahren die schönsten Streckenabschnitte gleich mehrere Male hin und zurück. Markus meint sogar, dass er noch nie eine so schöne Strecke gefahren sei.
Am Ende queren wir noch den 840 m hohen Col Gaudissart auf dem Weg zurück zum Quartier nach St. Thomas en Royans

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 Der Widerspenstigen Zähmung

Doch was erwartet uns denn da? Zwei heftig bellende Kettenhunde im Hof: einen Schäferhundmischling und eine schwarz-weiße Bordercolliehündin. Denen geht man besser aus dem Weg, denke ich, und mache einen großen Bogen. Mein abenteuerlustiger Berthold ist da ganz anders, er liebt den Nervenkitzel, schaut dem  Schwarz-Weißen streng in die Augen, ruft etwas und geht zügig auf ihn zu. Dieser bellt und weicht zurück. Berthold kommt näher und der Hund versucht mit einem Sprung auf die hinter ihm stehende Gartenmauer den Abstand zu wahren, doch die Kette ist zu kurz. Er muss wieder herunter und ergreift den einzigen Ausweg, den er noch sieht – er unterwirft sich Berthold und liegt platt auf dem Boden. Sein Bellen hat aufgehört. Berthold spricht jetzt beruhigend auf ihn ein und zieht sich wieder zurück. Wow, das war ein Schauspiel, dessen Ausgang ich nicht erwartet hatte.

Später beim Abendessen zeigt sich, dass die Hunde doch ganz freundliche Wesen sind. Der Schäferhundmischling Tyson ergattert zwei Happen Steakreste  und lässt sich verschmust kraulen. Lediglich die schwarz-weiße Hündin Luna zeigt Scheu vor Berthold und zeigt sich nicht weiter.

Die Wirtin ist freundlich und offen. Sie versteht zwar deutsch, aber spricht nur französisch. Sie bereitet uns ein leckeres 3 Gänge-Menü für 13,- € zu und dafür trinken wir ihren Biervorrat leer.

259 Tages KM

Vercors + Pyrenäen Teil 1: Motorradtour in die Pyrenäen, vom Mittelmeer zum Atlantik.
Dier Tour beginnt mit der Anreise in den Vercors. 1. Übernachtung in Vienne. Vercors: Montchadon, Tibetisches Kloster Karma Migyur Ling, Pont-en-Royan, Gorges de la Bourne, Col de la Batialle 1303 m, Col de la Maschine 1011 m, der phantastische Cirque de Combe Laval, Col Gaudissart 840 m, St. Thomas en Royan.

Samstag, 09.06.2012
Schweren Herzens verlassen wir am nächsten Morgen St. Thomas en Royans (wegen dem Zurücklassen des Familienanschlusses, 2 Hunde und 2 Babykatzen). Doch bevor wir den Hof verlassen ergibt sich noch für uns die Gelegenheit, mit dem Hochdruckreiniger des Nachbarn unsere Motorräder für ein Trinkgeld vom Schlamm und Dreck der gestrigen Pistenfahrt zu befreien. Er wollte gerade damit seinen Traktor-Anhänger reinigen und Berthold ergriff die Gelegenheit zu fragen. Die Leute sind hier wirklich nett.

Wenn das Mittelmeer zur Ostküste wird

Die Tour führt uns weiter in den Süden bis nach Sète, durch die Stadt gezuckelt und dann riechen wir das Meer. Der Zugang zum Sandstrand ist etwas kompliziert, doch dann heißt es parken, Badesachen rausfischen und ab ins Mittelmeer. Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen tauchen Walter und Berthold ein ins feuchte kühle Nass. Derweil übernehmen Markus und ich das Filmen und Fotografieren, sowie das Beaufsichtigen unserer Habseligkeiten. Wir sind scheinbar beide keine wirklichen Wasserratten und die Wassertemperaturen (ca. 19°C.) haben auch noch nicht den Wohlfühlgrad für Frierpitter erreicht.
Die 2 Wasserratten kommen bald wieder an Land. Walter strahlt. Für ihn hat jetzt der Urlaub seinen offiziellen Startschuss bekommen.
Ein teurer Kaffee in einer Schickimicki Strandbar rundet den Badeausflug ab.

Der Teufel trägt Prada

Die heutige Tour führt uns noch bis nach Prades und damit an den östlichen Rand der Pyrenäen. Endlich haben wir das Zielgebiet erreicht.

Prades heißt auf Katalanisch tatsächlich Prada, wie diese teure Modedesigner-Marke, hat aber nichts damit zu tun.
Der Ort wirkt eher ländlich, aber mit allem, was man so braucht: Tankstelle, Hotel, Bankautomaten, Bars, 2 Restaurants, ein paar kleine Geschäfte und noch manches mehr.  Das erste Hotel in der Innenstadt steuern wir an und haben wieder Glück. Das Hotel „Les Glycines“ hat ein Doppel- und zwei Einzelzimmer für 2 Nächte frei und für unsere Mopeds eine kostenlose und geräumige Garage. Da wedeln die Auspuffe vor Freude.

Abends erkunden wir noch die Altstadt zu Fuß, (was lauftechnisch keine Herausforderung darstellte), entdecken manch Sehenswertes, umrunden die verschlossene Kirche und suchen uns eines der beiden Restaurants für das Abendessen aus. Hier ist sowohl von der Stadtarchitektur als auch von der Speisekarte her schon ein deutlicher spanischer Einfluss zu spüren, lediglich die Preise haben unverändert hohes französisches Niveau, aber dass das kein billiger Urlaub werden würde, war uns von Anfang an klar.
455 Tages KM

Sonntag, 10.06.2012
Der Frühstücksgott hat endlich ein Einsehen und kredenzt uns ein Frühstücksbüffet, das keine Wünsche offen lässt: leckeren spanischen Schinken, Wurst, Käse in allen Variationen, Obst, Joghurt, Müsli, Süßkram, Kaffee, Milch, Saft, …

Lost

Wir stärken uns und treten dann den ersten Pyrenäen-Rundkurs ohne Koffer an. Bei mir sogar teilweise ohne Topcase, denn das habe ich unterwegs verloren. Wahrscheinlich war es nicht richtig eingerastet, bevor wir starteten. Trotzdem hat es ca. 7 km gehalten bevor es sich von mir bzw. meiner GS trennte. Ich selbst habe nichts gemerkt. Erst als Berthold mich anfunkt, erfahre ich von dem Vorfall. Ein riesiger Schreck erfasst mich, denn ich weiß nicht, was mein Topcase beim ungeplanten Abstieg angerichtet hat. Hat es den hinter mir fahrenden Walter und sein Motorrad beschädigt? Jedenfalls sind im Rückspiegel weder Walter noch Markus und auch nicht mein Topcase zu sehen. Ich bin so aufgeregt, dass Berthold mit meiner Maschine zurück fährt und ich bei seiner GS bleibe, um auf die Männer zu warten. Mir fällt ein, dass sich auch mein Insulin, Pen und Testgerät in meinem Topcase befinden. Ob wohl noch alles heil ist? Nach kurzer Zeit Aufatmen: Walter und Markus ist nichts passiert und auch Berthold kommt mit meiner Maschine samt eingerastetem, wenn auch ziemlich abgeschabtem Topcase zurück. Es sei während der Fahrt herunter gefallen und direkt zum Straßenrand weggerutscht, zum Glück. Und auch Walter hatte genug Abstand gehalten, zum Glück. Allein das Topcase ist von mehreren Seiten zerkratzt, aber ansonsten voll funktionsfähig. Und meine Diabetes-Utensilien sind es auch, zum Glück. Eigentlich hätte ich froh sein können, doch der verletzte Biker-Stolz, …

Im Bikerparadies

Nachdem dieser Tag mit einem Wechselbad meiner Gefühle begonnen hat, dauert es eine Weile, bis ich die abwechslungsreiche Pyrenäen-Landschaft und Berge genießen kann. Und das sind nun wirklich Hingucker. Von flachen Hügeln bis hohen Pässen, steilen engen Straßen mit Geröllgefahr, Abhängen, Burgen, Brücken, Bäche, Schluchten, es ist alles dabei. Die Tour beginnt mit dem Col de la Battaille (in Miniausführung) mit seinen nur 265 m. Danach führt uns die D 7 am Château de Quéribus vorbei, über die sensationelle Strecke durch den Gorges de Galamus und den Gorges de St. Georges, um dann den Col de Jau mit seinen 1.506 m Höhe zu erklimmen.


Kurz vor dessen Gipfel überholen wir einen einsamen Radler, der fast nix dabei hat außer Fahrrad, strammen Muskeln und ein paar Powerriegeln. Das mit den Powerriegeln verstehen wir gut, denn es ist Vorsaison und oftmals haben die energiespendenden Passhütten noch geschlossen. Sowas ist bei Radlern noch blöder, weil Speis und Trank sozusagen dasselbe ist wie der Sprit für unsere Mopeds. Aber wieso quälen die sich überhaupt die steilen Bergstraßen hoch? Nur um sich mit uns Bikern beim Bergabfahren ein Rennen liefern zu können? Jedenfalls kommt uns der Radler auf der Passhöhe gerade recht, um uns 4 mit dem Passschild zu fotografieren und einen Smalltalk zu halten, auf Deutsch natürlich.

Bei der Abfahrt dauert es etliche KM, bis wir den vor uns gestarteten Radler wieder einholen. Freundliches Grüßen beiderseits, und tatsächlich holt er uns wieder ein, kaum dass wir unten im Straßencafe Platz genommen haben. Wieder Smalltalk, schließlich kennt man sich schon. Der Radler hat sein Urlaubsquartier auch in Prades. Ob wir uns noch ein 4. Mal begegnen?
(Wen´s interessiert: nein, kein weiteres konspiratives Treffen mit diesem Powerwunder. Ob ich wohl auch mal so einen Riegel probiere?)

Unsere heutige Tour neigt sich dem Ende. Wir queren noch den Col de Milléres mit noch 842 m und steuern anschließend direkt auf das Kloster St. Michel de Cuxa zu. Jedenfalls führt die Straße direkt darauf zu und scheint im Kloster zu enden (?), Was für ein Anblick! Unser Tourengide fährt mit unverminderter Geschwindigkeit direkt auf das Kloster zu. Warum verlangsamt er nicht? Doch kurz bevor wir im Gemäuer stecken bleiben, biegt die Straße nach links ab, was vorher nicht zu sehen war. Uff, Glück gehabt. Aber diese Klosteranfahrt ist ein absoluter Hingucker!

2 Km sind es noch bis zum Hotel und wir freuen uns schon auf die warme Dusche und ein leckeres Abendessen. Die Wahl des Restaurants fällt heute leicht, denn das eine von den beiden hat sonntags Ruhetag. Das verbleibende Restaurant, das wir schon von gestern kennen, schließt bereits um 21:00 h die Pforten. So beschließen wir noch, in einer der Bars den Abend ausklingen zu lassen. Doch wir haben nicht mit der Ernsthaftigkeit der Sonntagsruhe in der Vorsaison gerechnet. Absolut nichts zu machen oder gar zu bekommen. Der Ort wirkt beinahe ausgestorben, die Bürgersteige wie hochgeklappt. Wir kehren zurück ins Hotel. Totenruhe, bis auf den einsam vor sich hin plärrenden Fernseher. Vor lauter Verzweiflung holen Berthold und ich unseren Notfall-Flachmann heraus und schmeißen damit noch eine Runde. Der Süßwarenautomat ist unser Zeuge, ach ja, und der Fernseher auch. Na dann, gute Nacht!

204 Tages KM

Vercors + Pyrenäen 2012 Teil 2: Motorradtour in die Pyrenäen. Es geht vom Vercors nach Séte am Mittelmeer und von dort weiter nach Prades (Prada). Rundkurs über den Mini Col de la Bataille 265 m zum Château de Queribus dann über Duilhac s/s Peyperpertuse zum sensationellen Gorges de Galamus danach zum Gorges St. Georges und über St. Columbe de Guette zum Col de Jau 1506 m. Über Mosset geht es weiter zum Col de Milléres 842 m, über Le Balcon vorbei an der Abbaye de St. Michel de Cuxa zurück nach Prades.

Montag, 11.06.2012
Wir starten nach einem üppigen Frühstück wieder mit allen Koffern und bewegen uns Richtung Andorra, allerdings nicht auf direktem Wege, denn die kurvenreichen Nebenstrecken und Pässe sind viel spannender.

So gelangen wir nach 5 km an die stattliche Festung Libéria, die in Villefranche-de-Conflent zu finden ist. Sie ist um diese frühe Uhrzeit schon umlagert von Touristenbussen und wir wussten bis soeben noch nicht einmal von ihrer Existenz :-).

Später erklimmen wir den Col de la Perche mit seinen 1.579 m. Doch wer glaubt, wir seien schon hoch angekommen, dem kann ich verraten, dass wir diese Höhe heute noch zweimal toppen werden.

Als harte Nuss erweist sich dabei der Col de Pailheres. Kurz vor seinem höchsten Punkt mit seinen 2.001 m ist die Passstraße noch wegen eines Schneebretts gesperrt. Berthold, unser Tourengide, probiert die gesperrte Passstraße aus. Nach einigen Minuten kehrt er über die Umleitung zu uns zurück (?). Wie das? Beide Straßen stoßen wieder aufeinander. Auf der gesperrten Straße lässt das Schneebrett den Asphalt schon einige Zentimeter hervorschauen. Wir haben die Wahl: entweder die freie aber dafür sehr enge Serpentinenstraße oder die kürzere Straße am Schnee vorbei. Wir wählen den Schneeweg und tatsächlich stellt er sich als gut befahrbar für Motorräder heraus. Für Autos wäre dieser Weg noch versperrt (außer man hätte Mitte Juni noch Schneeketten dabei, lach, lach). So erreichen wir kurz danach den nebligen Pass bei 2.001 m Höhe und 8°C brrrrr-Temperaturen. Nix für Warmduscher, deshalb schnell weiter, weil ich definitiv zu dieser Spezies gehöre (zumindest gebe ich es zu).

Die Strecke führt uns weiter in seichtere Gefilde über den Col d´enFerret mit 1.420 m und danach über den Col de Marmare mit 1.361 m.

Danach kommen wir 4 Hungrigen am Col de Chioula (1.431 m) an und wollen einkehren. Doch weit gefehlt. Die riesige Berghütte hat geschlossen: Vorsaison. Dafür haben die neben uns parkenden französischenen Mountain-Biker ihr wohlduftendes Picknick ausgebreitet mit gegrillten Hähnchenkeulen und anderen Leckereien. Ob hier wohl Mundraub auch straffrei ist? Lieber nicht ausprobieren. Die Franzosengruppe ist klar in der Überzahl. Also weiter, hilft ja nix.

Im Einkaufsparadies

Es dauert noch eine Weile, bis wir uns stärken können. Doch bald danach erreichen wir mit dem Port d´Envalida das kleine Andorra. Grenzkontrollen sind wir gar nicht mehr gewohnt, doch hier gibt es sie noch. Wir Biker sind für die Grenzer scheinbar uninteressant, denn wir können problemlos passieren. Auf 2.408 erreichen wir bei 8,5° C und stürmischem Wind den höchsten befahrbaren Pass der Pyrenäen.

Was für ein Ausblick. Die Baumgrenze haben wir längst hinter uns gelassen und einige Schneefelder sind von hier aus zu sehen. Ebenso 3 (!) Tankstellen. Wie das? Die Franzosen tanken gerne in Andorra, was bei einem Spritpreis von 1,22 € pro Liter Super auch kein Wunder ist. Überhaupt ist Andorra preislich unschlagbar: so kostet eine Stange Zigaretten 23 € oder ein 8 Jahre alter Malt Whiskey in der 1Literflasche ab 8,50 €. Auch finden wir in der Hauptstadt Andorra la Vella die preiswerteste Unterkunft des ganzen Urlaubs: 33 € für das Einzelzimmer mit Frühstück(chen) und 43 € für das Doppelzimmer mit Frühstück(chen). Die Tiefgarage kostete pro Moped 3 €, was wir unseren braven Maschinen gerne spendierten.

Diesen Abend gehen Männer und Frauen wegen der unterschiedlichen Objektbegierden getrennt auf Shopping-Tour. Im Ergebnis haben die Männer diese Aktion klar für sich entschieden: 1. haben sie das Zeitlimit überschritten, 2. das Budget und 3. die Ladekapazität. Frau hingegen hat sich 1. pünktlich am Treffpunkt eingefunden, 2. keinen einzigen Euro ausgegeben und 3. interessante Fotos geschossen, die Dank Digitaltechnik keinen zusätzlichen Stauraum verbrauchen. Natürlich haben wir letztendlich alles untergebracht, drück + quetsch.

199 Tages KM

Vercors + Pyrenäen 2012 Teil 3: Motorradtour in die Pyrenäen: Von Prades geht es über Villefranche-de-Conflent vorbei an der Festung Liberia zum Col de la Perche 1579 m. Über Querigut zum Col de Pailheres 2001 m, dann zum Col de Ferret 1420 m und zum Col de Marmare 1361 m. Von hier geht es über Goulours zum Col de Chioula 1431 m. Jetzt geht es über die Grenze nach Andorra dort überqueren wir den Port d´ Énvalira 2408 m. Über Camillo erreichen wir Andorra la Vella. Besichtigung: Eglisa de Sant Esteve, Casa de la Vall, Pont de la Margineda.

Dienstag, 12.06.2012
Zunächst besichtigen wir die Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt, was nicht lange dauert, denn es gibt davon nicht so viel: die Kirche Eglésia de Sant Esteve und die Casa de la Vall, in dem bis vor kurzem sowohl das andorranische Parlament als auch das andorranische Gericht seinen Sitz hatte. Doch mittlerweile gibt es für beide wichtige Einrichtungen benachbarte Neubauten mit viel mehr Platz, die dafür nicht so ansehnlich sind. Die Casa de la Vall wird auch in der Vorsaison von Touristen umlagert, die sich Führungen in verschiedenen Sprachen anschließen, wir nicht.

Das nächste Ziel ist die Pont de la Margineda, eine alte Brücke, die dem Kulturerbe Andorras zuzurechnen ist um im 14. oder 15. Jahrhundert erbaut wurde. Sie überquert Andorras größten Fluss, den Valira. Doch wie findet man eine Brücke? In dem man mehrere Einheimische fragt und ca. 3 – 4mal daran vorbei fährt, um das Zielgebiet einzukreisen. Denn mittlerweile führt eine Schnellstraße mit großen Kreiseln an der Brücke vorbei. Von dort ist sie kaum sichtbar.

Zum guten Schluss schauen wir noch in 4 Motorradbekleidungsgeschäften vorbei. Walter ersteht hier eine superkomfortable Motorradjacke für wenig Geld und hinterlässt dem Händler kurzerhand seine alte, deren Reißverschluss sich ohnehin schon von Walter trennen wollte. Berthold findet ebenfalls noch ein passendes Schnäppchen und dann geht´s weiter. Kurz vor der spanischen Grenze noch bei McDoof gestärkt und die letzte andorranische Tankstelle benutzt. (Es ist das erste Mal, dass ich mich ärgere, weil der Tank nicht leerer war.)

Bikertraum mit Dusche

Wir nehmen nun Kurs auf La Pobla de Segur und durchqueren einen immer schöner werdenden Gebirgsabschnitt. Unterwegs sehen wir einen Adler, der direkt neben der Straße im hohen Gras seine Beute schlägt. Was für ein stattlicher Vogel, was für ein Anblick. Für den Rest des Urlaubs halten wir immer wieder Ausschau nach diesen stattlichen Tieren, die sich mit Geiern und anderen Vögeln den Luftraum teilen.

Doch auch das Wetter verändert sich. In der Ferne verdunkelt sich der Himmel und Regenwolken nähern sich auch uns. In der Ferne sind jetzt sogar Blitze zu sehen. Was soll ich sagen, das Gewitter kommt uns näher, oder wir ihm? Als es anfängt zu blitzen und zu donnern und der Regenguss uns mit aller Macht erwischt, ist weit und breit kein Ort, kein Unterschlupf in der Nähe, nur rotes Gestein, überschwemmte kurvenreiche Straßen und 2 sehr langsam vor uns fahrende Pkws. Also besteht keine Chance, schnell ins Trockene zu kommen. Jeder Biker kennt das Gefühl, nass bis auf die Knochen zu werden. Genau jetzt war es wieder soweit, gerade mal 5 km vor La Pobla de Segur.

Zu allem Unglück können wir das Fremdenverkehrsbüro nicht finden und kehren zunächst vor einer Bar unter einen Sonnenschirm ein, der gerade als Regenschirm fungiert. Vom Wirt nehmen wir gerne etwas zu trinken und die Wegbeschreibung zum Tourist-Office und zum Hotel. Letztendlich eskortiert uns eine supernette ältere Dame in einem ebenso alten Mercedes bis zum einzigen Hotel am Ort: Hotel Solé („Sonnenhotel“ ha, ha, sehr witzig). Bis wir ankommen, hat der Regen aufgehört (ha, ha, noch witziger).

Das Hotel selbst ist sehr empfehlenswert, schöne Zimmer, gutes Essen und sogar ein Swimmingpool, doch heute haben wir von Wasser die Nase voll.

Abends erkunden wir im Trockenen noch die Altstadt, machen nebenbei noch eine kleine „Kneip-Kur“, um dann in einem Lokal nahe des Hotel die vielen spanischen Tapas zu uns zu nehmen, auf die wir uns schon lange gefreut haben.

109 Tages KM

Mittwoch, 13.06.2012

Getrennte Wege

 

Heute mache ich mal Urlaub vom Motorradfahren und schicke deshalb die Männer alleine auf die Piste. Ich bin mir sicher, dass sie das hinkriegen. Ich bevorzuge heute die Jagd mit dem Fotoapparat, ein Mittagsschläfchen und ein kurzes Treffen mit dem Biker Wilson (s. Foto).

 

 

 

                                                     

Als die Männer am späten Nachmittag zurück kommen, strahlen sie und sind begeistert von der heutigen Tour. Diese führte sie auf der N 260 über den Creu de Perves 1335 m nach El Pont de Suert und von dort ins Vall de Boi. Nach einem Zwischestopp in Coll ging es zur romanischen Kirche in Boi. Die Sant Climent de Taüll ist die einzige Kirche des Urlaubs, für die Eintritt verlangt wird: 3 €. Von dort geht es wieder zurück über die N 230 nach Vielha, um dort auf die C 28 abzubiegen. Der „Iran“ (interessanter Name) bleibt links liegen. Es geht durch das Val d' Aran zum Port de Bonaigua.

 

 

 

Auf 2.072 m Höhe treffen die Jungs auf freilaufende Pferde mit Kuhglocken und Fohlen. Was für eine Überraschung und Hingucker zugleich. Die Tiere beanspruchen die Straße erst einmal für sich, was aber nur für Pkws und nicht für Motorräder ein längerdauerndes Hindernis darstellt.

Über Valencia d`Aneu geht die Tour weiter auf der C 13 Richtung Süden. Über Sort geht es dann auf die N 260, immer weiter südlich. Über Gerri de la Sal mit einer wunderschönen alten Brücke kehren die Biker wieder nach La Pobla de Segur zurück. Was für eine hervorragend schöne Tour!

Abends spielt dann Deutschland gegen Holland im Gruppenspiel der Fußball-Europameisterschaft und gewinnt tatsächlich 2 : 1! Jubel auch bei uns, denn wir haben im Hotel einen riesigen Fernsehraum eingerichtet bekommen, ganz für uns allein. Bei dieser Gelegenheit erfahren wir auch, dass in der hiesigen Gegend Basketball als bedeutender betrachtet wird, schließlich kommt ein berühmter Spieler aus – na woher wohl – aus La Pobla de Segur.

221 Tages KM der Männer

Vercors + Pyrenäen 2012 Teil 4: Motorradtour in die Pyrenäen. Wir fahren von Andorra nach Spanien. Es geht über den El Canto 1721 m durch Sort nach La Pobla de Segur. Besichtigung der Kirche und de maurischen Turmes. Den Rundkurs am nächsten Tag beginnen wir auf der schönen N260. Über den Creu de Perves 1335 m geht es über traumhafte Stecken Richtung La Vall de Boi. Zuerst ein Abstecher nach Coll 1271 m und über Barruera nach Boi. Besichtigung der Eglise Romano. Danach durch das Val d´Aran über den Port de la Bonaigua 2072 m. Dort begegnen uns freilaufende Pferdeherden. Über La Ginqueta D´ Aneu und Gerri de la Sal geht es an den schönen Bergen vorbei zurück nach La Pobla de Segur.

Donnerstag, 14.06.2012
Und wieder heißt es Aufbruch. Unser heutiges Reiseziel ist Jaca, das auf dem aragonesischen Jakobsweg liegt.

Und es ist Sommer

Die Straße unserer Wahl ist die N 260, eine erst schmale gewundene kleine Straße, die sich in die Berge hochschraubt. Einen Teil dieser Strecke sind die Männer gestern schon einmal gefahren und nun komme auch ich in den Genuss der von ihnen beschriebenen wunderschönen Brücke mit See, Bergen und einer alten Stele.

Wir überqueren den Coll de L´Espina mit 1.407 m, und den Col de Fadas mit 1.470 m, um anschließend durch den Canyon Congosto de Ventamillo zu fahren. Eine wahnsinns Strecke mit steil aufragenden Felswänden die einen zu erdrücken scheinen. Bei Boltana biegen wir auf die A-1604 ab. Tierkot auf der Straße deutet darauf hin, dass auch hier wieder mit freilaufenden Haustieren zu rechnen ist. Ein wunderschönes Gebiet! Frei von jeglicher Zivilisation - und Verpflegung. Die Hitze nimmt zu und wir richten uns darauf ein, dass vor Erreichen der nächsten größeren Straße in (?)zig Kilometern kaum mit einem Mittagsimbiss zu rechnen ist.

Plötzlich taucht wie aus dem Nichts hinter einer Bergbiegung eine Handvoll Häuser auf mit Kirche und Gaststätte(Laguarta). Welch ein Glück, wir können uns auf dieser anspruchsvollen Strecke und bei dieser Hitze stärken. Das tut gut.

Biker treffen Kultur

Als wir am Nachmittag Jaca erreichen, nehmen wir Quartier im Hotel Mur am Rande der Altstadt. EZ 40 €, DZ 50 € jeweils inkl. passablem Frühstück. Nachdem das Quartier für 2 Nächte geklärt ist, nehmen wir noch ein kühles Bier auf dem Kirchplatz vor der Kathedrale. Dieselbe besichtigen wir noch, ebenso den Glockenturm Torre del Reloj, der auf mich allerdings nichtssagend wirkt. Umso schöner sind hingegen die engen Altstadtgässchen mit ihrem bunten Treiben.

Abschließend nehmen wir an einer Führung durch die berühmte Zitadelle Castillo de San Pedro teil. Sie ist Spaniens einzige komplett erhaltene Befestigungsanlage in Form eines Fünfecks. Raffiniert ausgeklügelte Architektur macht es möglich, potenzielle Angreifer von mehreren Seiten zu beschießen, oder Temperatur und Lüftung in verschiedenen Räumen konstant zu halten, oder den Kanonennachschub zu erleichtern, das Pulver trocken zu halten und vor Explosionen größeren Umfangs zu bewahren. Wenn man bedenkt, dass der Baubeginn im Jahre 1592 liegen soll, empfinde ich großen Respekt vor der damaligen Architektenleistung. Auch erhalten wir einen Eindruck, wie klein die Menschen in der damaligen Zeit waren und wie überaus schwer die Musketen (15 KG) waren, die teilweise sogar von 2 Männern gehalten und bedient werden mussten.

(Im Vergleich dazu werden heute unbemannte fliegende Drohnen geschickt, die ihr Ziel selbständig finden und vernichten können. Science Fiction hat längst Einzug gehalten.)

Für das Abendessen wählen wir uns eine kleine Kneipe in der Altstadt aus. Der Wirt und die Kneipe sind etwas schmuddelig, doch hier findet man ausschließlich Einheimische. Das ist ein gutes Zeichen. Wir verständigen uns mit Händen und Füßen, was schon sehr lustig ist. Als Berthold nach einem auf dem Plakat stehenden Menü fragt, greift sich der Wirt an seine Hoden. „Cojones (Stierhoden), oh nein, das esse ich nicht“, Berthold wird beinahe schlecht. Doch der Wirt hatte „Eier“ also „Hühnereier“ gemeint. Als das Missverständnis geklärt ist, lachen wir alle herzlich. Tatsächlich wird hier beinahe jedes Hauptgericht zusätzlich noch mit Spiegeleiern angeboten. Tja, andere Länder, andere Sitten.

218 Tages KM

Vercors + Pyrenäen 2012 Teil 5: Motorradtour in die Pyrenäen. Wir verlassen La Pobla des Segur und überfahren den Col de LÉspina 1407 m und den Col de Fadas mit 1470 m. Dann geht es durch den gigantischen Congosto de Ventamillo. Über Seira geht es über die Superstrecke der A1604. Wir rasten in Laguarta und kommen am Nachmittag in Jaca an. Besichitigung der Kathedrale und der Zitadelle.

Freitag, 15.06.2012
Heute steht ein Pyrenäen-Rundkurs ohne Koffer an :-). Wir starten mit dem Plan, Lourdes wegen des „Touristenauflaufs“ auszulassen. So steuern wir direkt den Col du Pourtalet mit seinen 1.794 m an. Dort staunen wir nicht schlecht, dass es auf der Passhöhe 4 Supermärkte gibt. So kurz vor der französischen Grenze kaufen die Nachbarn scheinbar auch gerne mal die preiswerten spanischen Lebensmittel ein. Wir folgen diesem Beispiel und decken uns für ein Picknick ein. Ohne Getränke zahlt jeder 3,20 € und wir sind eingedeckt mit allem, was das Herz begehrt.

Bei einer Tasse Kaffee im Straßencafe freuen wir uns über das Schnäppchen und genießen die Sonne und die Berglandschaft.

Wir überqueren die Grenze nach Frankreich und fahren weiter auf der D 934, vorbei am Lac de Fabréges, kurz darauf findet Berthold einen idyllischen Parkplatz mit Tischen und Bänken am Ufer eines Flusses. Der Platz ist perfekt für unser Picknick. Mit gefülltem Bauch kehren wir wieder auf die D 934 zurück und fahren dann bei Bèon in westlicher Richtung zum Col de Marie Blanque mit 1.035 m. Wieder bremst uns eine Pferdeherde mit Fohlen und danach eine Rinderherde aus, doch das kennen wir ja schon. Bei Le Barescou in Escot biegen wir auf die N 134 ab.

Schmetterling mag Moped

Auf dem Col du Somport mit 1.640 m Höhe angekommen, stellen wir fest, dass der Pass eine Station auf dem Camino de Santiago, dem Jakobsweg ist. Wow, da pilgern Menschen hunderte Kilometer zu Fuß und quälen sich dann auch noch diesen wirklich hohen Berg hinauf. Die Berghütte ist geöffnet und bietet Pilgern auch ein Übernachtungsquartier an. Na, wenigstens das.

Wir trinken einen Kaffee und treffen Biker wieder, die wir schon bei der Anfahrt in die Pyrenäen kennengelernt haben: die Paderborner. Die Welt ist klein.

Als wir aufbrechen wollen, um die letzte Tagesetappe vom Col du Somport nach Jaca zurückzufahren, gesellt sich ein Schmetterling zu mir und sucht bei böigem Wind Halt auf meinem Moped. Der hat sich wohl verflogen. Ohne Sturzhelm kann ich ihn leider nicht mitnehmen, aber vielleicht will er ja auch lieber weiterpilgern?

In Jaca angekommen unternehmen wir noch einen Spaziergang, um die Michaelsbrücke zu finden, die Puente de San Miguel. Als wir sie aus der Ferne entdeckt haben, beschließen wir, sie morgen früh per Moped zu besuchen und Berthold baut diesen Besichtigungspunkt noch in unsere morgige Tour ein.

188 Tages KM

Vercors + Pyrenäen 2012 Teil 6: Motorradtour in die Pyrenäen. Wir starten von Jaca auf einen Rundkurs. Zuerst geht es über den Col du Portalet 1794 m und über die Grenze nach Frankreich. Dann erklimmen wir den Col de Marie Blanque 1035 m, wo eine Kuhherde den Weg versperrt. Über Escot geht es über wunderschöne Strecken wieder Richtung Süden wir erreichen die Grenze am Puerto de Somport 1640 m und kehren zurück nach Spanien und nach Jaca.

Samstag, 16.06.2012
Die Puente de San Miquel befährt Berthold gleich dreimal, weil die Filmaufnahmen dieser unglaublichen Brücke dauernd missglücken. Dafür gelingen mir schöne Fotos. Die Hitze und das Warten nehmen wir hin, freuen uns dann aber doch, als wir weiter fahren.

Wenn einem die Scheiße um die Ohren fliegt

Unser heutiges Ziel ist Pamplona, aber nicht direkt, sondern über eine 58 km lange halbrunde Strecke, bei der wir den Puerto de Oroel mit 1.080 m queren.

Die Straße dieses Abschnitts ist bestenfalls eine schmale Schockelstrecke. Ein besonderes Merkmal dieser Strecke ist der Umstand, dass es hier sehr viele freilaufende Haustiere gibt: Kühe, Pferde, Esel, Ziegen, Schafe, … Und alle scheinen diese Straße als ihren Abort zu betrachten. Jedenfalls wird die Straße deutlich sichtbar von all diesen Lebewesen genutzt. Mitunter liegen die Kothaufen so dicht, dass ein Ausweichen nicht mehr möglich ist. Man kann sagen, wir sind  durch die Scheiße gefahren. Das ist jetzt für den Tourengide nicht schlimm, aber für die nachfolgenden Biker sieht das schon anders aus, denn der Hinterreifen wirft den losen Dreck nach hinten hoch. Also Achtung, in Deckung gehen und ausreichend Abstand halten, sonst … „ach Du Scheiße“ bekommt auf einmal eine sehr reale Bedeutung.

Auf dieser Schotterpiste begegnet uns ein weiteres Highlight: der Campingplatz „Anzánigo“ speziell für Biker mitten in der Natur. Sobald wir als Deutsche identifiziert sind, werden wir sogar mit einem „Guten Morgen“ begrüßt. Wir fühlen uns gleich wohl, zumal wir die Möglichkeit um Flüssigkeiten aufzufüllen, gerne nutzen. Denn die Temperaturen steigen stetig. Die Tageshöchstwerte liegen heute bei 34° C.

 

Einige KM später führt uns die N 240 wieder auf normale Straßen. Wir bewegen uns weiter Richtung Pamplona und nehmen angesichts der Hitze auch ein kurzes Stück Autobahn.

Die Kawa hat Durst, doch es kommt keine Tankstelle. Berthold sucht übers Navi die nächstgelegene Tanke. Gefunden. Also runter von der Autobahn, kurz die falsche Abfahrt nehmen, am nächsten Kreisel drehen, und dann die Tanke ansteuern, die ehemalige Tanke. Mist, es gibt hier schon lange keine Tankstelle mehr, denn sogar die Zapfsäulen sind bereits abgebaut. Dazu Hitze! Hilft nix, wir suchen die nächste Tanke. Bei all diesen Aktionen verliert Berthold auch noch den Stylus-Stift für´s Navi. 4 Erwachsene suchen zu Fuß die Landstraße ab. Hilft nix, es geht weiter.
(Anm.: zu Hause entdeckt Berthold den Stylus-Stift im Motorrad, aber ohne Chance, dran zu  kommen.)

Uff, kurz vor Pamplona erreichen wir eine geöffnete Tankstelle – grins + schwitz!

Kaum haben wir Pamplona erreicht, hat unser Tourengide einen Funkausfall und damit auch einen Navigationsfunkausfall. Die Hotelsuche gestaltet sich damit schwierig. Selbst als das Navi angibt, das Ziel erreicht zu haben, sehen wir nix. Später merken wir, dass das kurzfristig gebuchte Hotel Pamplona Plaza lediglich einen Schriftzug auf der Hauswand trägt, der beim Vorbeifahren von Straßenbäumen exquisit verdeckt wird …

Nachdem die Zimmer bezogen und die Mopeds in der Garage einquartiert sind, begeben wir uns zu Fuß in die Altstadt.

Auf den Spuren der Stierhatz

Pamplona besteht aus einer alten Oberstadt und einem neueren Teil in der Unterstadt. Zwei kostenlose gläserne Aufzüge ersparen den Passanten den mühsamen Anstieg in die Altstadt. Diese ist voll von historischer Architektur, Kunstdenkmälern und Kirchen.

An diesem Wochenende bietet die Hauptstadt der Region Navarra zudem noch ein Straßenfest. So füllen Menschen in historischen Kostümen neben schaulustigen Passanten und Touristen die engen Gassen Pamplonas. Welches Fest gefeiert wurde, haben wir allerdings nicht herausgefunden, denn das einwöchige Stiertreiben durch die Stadt findet jedes Jahr erst Mitte Juli statt.

166 Tages KM (Moped)

Sonntag, 17.06.2012
Heute haben wir 4 motorradfrei. Das ist auch gut so, denn die Sommersonne treibt das Quecksilber auf 35° C. Da erkunden wir die vielen Sehenswürdigkeiten Pamplonas ohnehin besser zu Fuß. (Ja, okay, wir hatten sowieso einen Tag Motorradpause geplant und auch unsere Freunde finden das passend. Da darf sich der Po mal ausruhen und die Knie sagen auch danke.)

Wir nehmen wieder den Aufzug und stehen direkt in der Altstadt. Vom Hotel haben wir einen kleinen Stadtplan, der uns zu unseren Besichtigungspunkten leitet:

  • Das Frankentor ist Bestandteil der Stadtmauer, die auf eine Länge von 5 Km erhalten ist. Das Tor selbst ist ein echter Hingucker, wegen seiner verschachtelten Architektur, aber auch weil hier viele Pilger hindurch wandern.
  • Nicht nur die Pilgerstrecke ist gekennzeichnet, auch die Stiertreiberstrecke.
  • In Pamplona stehen zu viele Kirchen, als dass Touristen sie alle zählen könnten.
  • Pamplonas Kathedrale ist gigantisch.
  • Pamplonas Zitadelle ist gigantisch.
  • Unsere Plattfüße sind ebenfalls gigantisch…

Es ist Nachmittag und wir sind alle 4 platt. So lassen wir uns mit einem Taxi zurück ins Hotel fahren, um auszuruhen. „Mittagsschläfchen“. Von nebenan sind eindeutige Geräusche eines Schäferstündchens zu hören. Warum auch nicht, in den Zimmern ist es kühl.

Zum Abend laufen wir nochmals in die Altstadt. Wir haben ein Lokal ausfindig gemacht, das Paella ohne Vorbestellung anbietet. Die bekommen wir dann auch, doch sie bleibt kurz unterhalb unserer hohen Genussansprüche.

Heimweg wieder zu Fuß, macht insgesamt …

11 TagesKM (zu Fuß)

Vercors + Pyrenäen 2012 Teil 7: Motorradtour in die Pyrenäen. Beim verlassen von Jaca und fahren wir zuerst zur Puente de San Miquel. Diese Brücke muß einfach überquert werden. Dann fahren wir über holprige Serpentinen hinauf zum Puerto de Oroel 1080 m. Wir setzen unseren Weg  auf der A1205 fort und kehren beim Moto Camping Anzziango auf eine Erfrischung ein. Dann geht es auf der N240 weiter durch eine wunderschöne Landschaft Richtung Pamplona. Sightseeing Pamplona.

Montag, 18.06.2012
Um 9:30 h heißt es Abschied nehmen von Pamplona bei bewölkten 20°C.

Wolken auf der Straße sind Nebel,
Nebel im Himmel heißen Wolken

In den letzten Berghängen der Pyrenäen gesellt sich zum Nebel auch noch Nieselregen bei gesunkenen 12°C. Beim 1. Stopp ziehen wir die Regenjacken über, beim 2. Stopp die Regenhosen und Gamaschen, wir ändern unsere Strecke und fahren direkt nach Leitza. Dort machen wir unseren 3. Stopp, trinken Kaffee und ziehen die Regenklotten wieder aus.

Danach sind es 38 Autobahnkilometer bis San Sebastian. Dort erreichen wir um 13.00 h die Kathedrale de Buen Pastor – des guten Hirten. Leider werden dort zur Mittagszeit (zw. 12:30 h und 17:00 h!) die Tore und Gitter verschlossen. Warum und was dem Gläubigen verschlossen bleibt, erschließt sich uns nicht. Also Fotoshooting von außen und tapfer weiter marschiert bis zum Atlantik – ca. 900 m. Als wir das Meer erreichen, bietet sich uns ein wunderbarer Anblick auf einen breiten Sandstrand, der nahe dem Stadtzentrum gelegen, zum Baden einlädt. Allein die Regenwolken und die kühlen Temperaturen laden uns wieder aus.

Dafür bietet uns das Rathaus rechts von der Badebucht mit einem kleinen Park einen echten Hingucker. Einst als Spielkasino erbaut, schenkt es jetzt seinen Prunk der Stadtregierung.

Nach einer Stärkung setzen wir unsere Tour fort Richtung Frankreich. Einen letzten Stopp legen wir vor der Grenze in Irun zum Tanken ein: 1,33 €/l Super.

Kurz vor der Grenze zahlen wir erstmals Maut auf einer spanischen Autobahn: 1,10 € pro Moped. Kaum über der Grenze quälen uns die Franzosen auch schon wieder mit ihrer Autobahn-Peage und den schlecht funktionierenden Automaten. Genervt von diesem Nepp beschließen wir, die letzten 23 KM auf der Landstraße zurück zu legen. Nachdem Berthold seinem Navi die kostenpflichtigen Straßen verboten hat, sind es sogar nur noch 17,8 KM. Freude! Doch zu früh gefreut: denn ca. 16 KM davon staut sich der Feierabendverkehr in Bayonne. Gegen 16:30 h erreichen wir dann endlich ziemlich genervt unsere Unterkunft in Ondres.

178 Tages KM

Dienstag, 19.06.2012
Heute steht ausschließlich Biarritz auf dem Programm. Die knapp 20 km bis Biarritz fahre ich bei Berthold als Sozia mit.

Eine geschlossene Gesellschaft

Unser erster Besichtigungspunkt ist der Leuchtturm Phare de Biarritz. Schon aus der Entfernung bietet er ein wunderschönes Fotomotiv, wie er oberhalb des Abhangs auf den Atlantik schaut. Am Turm angekommen informiert uns ein Hinweisschild, dass der untere Teil des Leuchtturms 1831 und der obere Teil 1832 erbaut wurden. Ein weiteres Schild weist auf die Öffnungszeiten des Leuchtturms hin, zu denen man gegen Gebühr die 248 Stufen hochklettern darf: von 14:00 – 18:00 h. Da sind wir deutlich zu früh dran. Doch wir genießen auch ohne die Turmbesteigung die Aussicht auf den Sandstrand von Biarritz, den Grande Plage.

Der nächste Besichtigungspunkt ist die orthodoxe Kirche St. Alexandre-Newsky. Deren Abbildung im Internet sah vielversprechend aus, doch die Realität war eine andere. Das Gebäude wirkt stark sanierungsbedürftig und wird teilweise sogar als Wohnraum benutzt. Die Parkplatzsuche rings um die Kirche gestaltet sich schwierig. Allerdings erfahren wir auf diese Weise, dass wir uns im russischen Viertel befinden. Als wir endlich vor dem Tor stehen, ist dieses abgeschlossen. Also bleibt mal wieder nur Fotoshooting von außen.

Anschließend steuern wir die Eglise St. Eugenie an. Wir parken oberhalb der Kirche und genießen den Ausblick auf das Meer und den alten Hafen sowie den Anblick eines Hauses, dass Norman Bates gehören könnte (Psycho, Hitchcock, Ihr wisst schon …).
Eine Treppe führt uns hinunter zur Kirche, die geöffnet ist (oh Freude). Sie ist eine schöne helle Kirche mit aktuellen Fensterbildern und Ziborium. Wer wie wir nicht weiß, was das ist, fragt das Internet. So erfahren wir später, dass der Begriff sowohl für ein Gefäß als auch für einen Altaraufbau verwendet wird. In unserem Falle war es Letzteres.

Als nächstes steht der Jungfrauenfelsen „Rocher de la Vièrge“ auf dem Programm. Dort steht die Statue der Heiligen Madonna auf einem vorgelagerten Felsen, auf den man über die Eiffelbrücke kommt, dem gleichnamigen Erbauer des Eiffelturms. Ich liebe solche Klettereien, doch erstens kommt es anders, zweitens als man denkt: wegen Bauarbeiten an der Brücke kommt man nicht einmal dorthin und schon gar nicht zur Madonna. Wieder einmal Pech gehabt.

Was heißt hier mondän?

Dabei sind Bautätigkeiten in Biarritz überhaupt das Normalste von der Welt. Denn der normale Biarritzaner renoviert und saniert, sobald sich die ersten Makel zeigen. Bei all diesen prunkvollen Gebäuden, Hotels und Geschäften und Villen verstehe ich zum ersten Mal, was die Bezeichnung „mondän“ wirklich bedeutet. Es ist das Synonym für Biarritz.

Wir fahren hinunter zum alten Hafen, wo wir eigentlich essen wollen, doch die wenigen Parkmöglichkeiten sind schon überbelegt. Also fahren wir durch den Tunnel weiter in Richtung Grande Plage, um am Strand in eines der vielen Restaurants einzukehren. Während wir unsere Muscheln und Gambas genießen, fallen die ersten Regentropfen. Kurze Krisenbesprechung. Doch unsere beiden härtesten Wasserratten lassen es sich trotz des Wetters nicht nehmen, in den 16°C kalten Atlantik zu steigen. Beweismittel haben wir genug. Nein, das ist doch nix für mich.

Wir kehren nach Ondres zurück und eruieren, wo wir heute unser Abendessen einnehmen wollen. Nach Begutachtung der überschaubaren Möglichkeiten entscheiden wir uns heute für Pizza essen in der Gartenanlage unserer Unterkunft „Le Lodge“. Die Unterkunft selbst bietet nur Frühstück an, so dass wir uns das heutige Abendessen  aus einer Pizzeria holen. Nachdem geklärt ist, wer was ungefähr will, machen Walter und ich uns auf den Weg, Walters Maschine mit dem größten Topcase und ich mit den besten Französischkenntnissen. Es gestaltet sich etwas kompliziert und langwierig, doch am Ende haben wir den Job als „Tele-Pizza“-Bote.

42 Tages KM

Mittwoch, 20.06.2012
Wir verlassen Ondres über Bordeau Richtung Clermont Ferrant, weiter über Saint-Pardoux-I`Ortiger über Ussel, vorbei an Volvic und nahe Vichy bis Paray-Le Monial. Klingt weit, ist es auch. In der Hitze, dem sich entwickelnden platten Hintern und steifen Gelenken fahren wir heute insgesamt

689 Tages KM

Vercors + Pyrenäen 2012 Teil 8: Motorradtour in die Pyrenäen. Wir verlassen Pamplona und fahren auf der NA4114 über Salidas nach Leitza. Von hier geht es weiter nach San Sebastian. Kurze Besichtigung und wir verlassen Spanien und weiter geht es nach Frankreich über Bayonne und Tarnos nach Ondres. Ausflug nach Biarritz. Besichtigungen und Bad im Atlantik. Wir starten in Ondres über Nationalrouten und Autobahnen Richtung Paray-Le Monial. Am nächsten Tag geht es ebenso weiter bis nach Hause.

Donnerstag, 21.06.2012
Ich nehme es vorweg, wir sind die restlichen 626 Km bis nach Rodgau durchgefahren, Walter noch weiter Richtung Hanau und Markus noch weiter Richtung Taunus. Unterwegs im Stau haben wir Markus kurz verloren, um ihn auf dem nächsten Parkplatz wieder abzufangen.

Bleibt am Ende eines langen schönen Motorradurlaubs festzuhalten, dass die Pyrenäen ein anspruchsvolles und grandioses Bikergebiet darstellen. Alle Sinne werden hier beansprucht und belohnt.

Für mich sind die Pyrenäen vor allem zweierlei:

  1. Eine wilde Schönheit und
  2. sooooooooo weit weg.
     

4.262 Gesamt KM

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