Elefantentreffen 2011

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Elefantentreffen 2011

Schon lange hörte ich vom Mythos Elefantentreffen. Mitte 2009 bei einem Theaterbesuch traf ich meinen  Klassenkameraden Rudolf der mir in der Pause von seinen Motorradtouren und von den vielen Besuchen des Elefantentreffens erzählte.

Ich fand die Sache sehr spannend und wollte gleich im Januar 2010 mit auf die Tour.

Allerdings fiel das Ganze dann für mich aus geschäftlichen und krankheitsbedingten Gründen ins Wasser. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. 2011 gab es ja auch wieder ein Elefantentreffen im Februar 2010 reichte ich schon Urlaub ein damit ja nichts mehr schiefgehen kann. Zelt, zweiten Schlafsack und weitere Utensilien wurden gekauft bzw. ausgeliehen. Dann nach einem Vorgesprächsabend die Ausrüstung noch einmal komplettiert und schon mal Probe gepackt. Man muss noch dazusagen das ich das letzte Mal vor über 30 Jahren gezeltet habe und das auch nur im Sommer. So fuhren wir dann auch tatsächlich am 27.01.2011 um 9:00 Uhr los. Wir, das waren Rudolf und seine Tochter Lisa auf dem vollgepackten Guzzi Gespann, Marcel mit seiner Kawasaki Zephyr 550 und ich mit meiner F800er GS. Am 26.01.2011 war bereits unsere Vorhut mit Tim auf einem MZ 250er Gespann sowie Christoph und Michi auf einem Dnepr Gespann losgefahren. Aber nur bis Mespelbrunn gekommen. Die MZ Kupplung rauchte ab. So wurde die MZ samt Tim nach Rodgau zurückgeholt und Tim startete zum zweiten Mal mit der KLR 650 von Michi. Christoph und Michi waren zwischenzeitlich schon weiter gefahren.

Doch wieder zurück zu uns. Wir kamen an sich recht gut voran, obwohl uns leichter Nebel und auch mal Schneetreiben die Sicht nahmen. Nach zweimal komplettem Stromausfall an dem Guzzi Gespann, war der Fehler erkannt und auch behoben. Es war ein Wackelkontakt am Zündschloss. Der nächste Wackelkontakt bzw. eine Steckverbinderunterbrechung fand dann an Lisas Warmhaltesohlen statt. Auch dies war mit einigen Muskelveränkungen kein Thema und schnell behoben. Für den Rest der Truppe war es eine schöne Verlängerung der Aufwärmpause.

Nun ging es ohne Probleme weiter und wir kamen gegen 16:00 Uhr in Loh an. Nach dem bezahlen bei den netten Ordnern vom BVDM fuhren wir aufs Gelände. Wir wurden bereits von der Vorhut erwartet und erhielten gleich Hilfe beim Abladen und Zelt aufbauen. Das Lagerfeuer war schon vorbereitet und die Entspannung konnte einsetzen. Ein erstes wohlverdientes Bier und das Grillen für das Abendessen begann. Überall wurden bereits Feuerwerksraketen gezündet und Sirenen betätigt.

Die vielen tollen Mopedumbauten bis hin zu exotischen Anhängern und Seitenwagen in Form von Zinkbadewannen oder Kleinbussen waren sehr beeindruckend. Ich war erstaunt über die bereits schon überall stehenden Zelte in verschiedenen Ausführungen. Vom Einmannzelt bis hin zum Zehnmannkomfortzelt mit eigenem Ofen. Hierzu muss man aber sagen, dass dies meist keine echten Winterbiker sind. Das Zelt und die ganze Ausrüstung wird meist mit dem Auto gebracht und dann ist 3- 4 Tage nur Party angesagt. Also genau das was ich nicht unbedingt erleben muss. Viel interessanter war da dieser größere Teil der Biker die aus verschiedenen Nationen wie: Holland, Belgien, Italien, Spanien, Polen Tschechien, Slowenien, Russland, Großbritannien, Frankreich und natürlich aus Deutschland kamen und einen freundlich anlächelten, wenn man an ihren Feuern vorbeiging. Das sind diejenigen Biker, die Kameradschaft den Zusammenhalt und das Kennenlernen untereinander repräsentierten. Naja der erste Abend durfte aber nicht vorübergehen ohne den Besuch der Yeti Bar. Dort traf man dann auch die eingefleischten und teilweise schon zum Inventar des Elefantentreffens gehörenden Biker. Die schon 5, 10 oder noch mehr Treffen hinter sich hatten und dies auch mit Ihren Jahresplaketten stolz dokumentierten. Hierzu muss auch noch erwähnt werden, dass man in der Yeti Bar zu vernünftigen Preisen essen und trinken kann. Man muss nicht kiloweise Grillgut mitschleppen. Wobei das Benzin reden während das Fleisch auf dem Schwenkgrill über dem Lagerfeuer schwebt ein einzigartiges und unterhaltsames Erlebnis ist. Die Nacht war kühl aber in den Schlafsäcken war es warm genug. Was mich um den Schlaf brachte war das ständige abwärtsrutschen meiner Isomatten hangabwärts sowie das ständige Stimmengemurmel, die Böller, das Feuerwerk und die Sirenen. Irgendwann so gegen 5:00 Uhr wurde es ruhiger, aber um 7:00 Uhr ging es für die Frühaufsteher wieder von vorne los. Was habe ich Tim, meinen Zeltnachbarn beneidet. Schlafsack über den Kopf und durchgeschlafen.

28.01.2011

Nach dem Frühstück begann der Vormittag mit unserem ersten Rundgang in den Kessel. Hier gab es jede Menge Mopeds und Gespanne die den Weg nach unten bzw. viel wichtiger wieder nach oben bezwingen wollten. Es hat jeder wieder nach oben geschafft, wenn auch mit Hilfe der herumlaufenden Biker. Rudolf traf alte Bekannte aus den Vorjahren und so wurden ausführliche Benzingespräche geführt. Der Rest schaute sich an den verschiedenen Essen- und Verkaufsständen um. Am Nachmittag erhielten wir in unserer Runde weitere Verstärkung. Es kamen noch Tim P. und Ralf mit Ihren Zelten dazu. Beide kamen mit Ihren Mopeds. Dann kamen noch Björn und Steppo allerdings mit dem Auto. Zum einen hatten sie keinen Urlaub und zum anderen schon am Samstagnachmittag die Rückfahrt geplant. Da war das Auto die bessere Alternative. Nachdem die Zelte aufgebaut waren und wir uns erst einmal gemütlich am Lagerfeuer aufgewärmt hatten, unternahmen wir dann unseren zweiten Rundgang zum Kessel um auch den Neuankömmlingen zu zeigen was es dort alles an skurrilen Motorrädern, Zelten und Leuten zu sehen und was es da zu kaufen gibt. Der Holzsägewettbewerb, das heutige Tageshighlight war bereits beendet. Diesmal war der Abstieg zum Kessel ziemlich glatt und den einen oder anderen haute es dann auch richtig hin. Später am Abend kamen dann die Traktoren mit Streumittel zum Einsatz. Nach unserer Grillfete am Lagerfeuer unternahmen wir noch mal einen Ausflug zur Yeti Bar. Diesmal gingen die alten Herren also Rudolf und ich zeitig zurück um für den nächsten Tag ausgeschlafen zu sein. (schlafen Ha, Ha). Naja immerhin klappte es dank meiner Ohrenstöpsel etwas besser als die Nacht davor. Allerdings quälte mich immer noch das aufstehen mitten in der Nacht, sich aus zwei Schlafsäcken zu befreien, die Stiefel anzuziehen und dann den Gang für das Notwendige und Unvermeidliche zu unternehmen.

29.01.2011

Der nächste Morgen begann wieder mit strahlend blauem Himmel, wie gemacht für eine kleine Motorradtour. Wir, das heißt Rudolf, Lisa und ich unternahmen eine kleine Tour zu einem Arbeitskollegen von Rudolf, der etwa 30 - 35 KM entfernt wohnte. Wir wurden sehr herzlich von Robert und seiner ganzen Familie aufgenommen und bewirtet. Mein schönstes Erlebnis war die Begegnung mit einer ganz frischen Packung „Hakle feucht“.  Hierzu muss man erwähnen dass es auf dem Gelände des Elefantentreffens zwar einen  beheizten Toilettenwagen gegen Gebühr gibt, dieser aber meist mit einer Schlange von 10 – 15 Bikern belagert wird. Die Alternative sind die reichlich vorhandenen Plumpsklos. Naja „Back to the Roots“, daher war das „Hakle feucht“ ein besonderer Genuss. Am frühen Nachmittag machten wir uns wieder auf in Richtung Loh um Björn und Steppo zu verabschieden. Da das Tauziehen bereits um 12:00 Uhr stattfand, konnten wir uns natürlich nicht bei den Gewinnern einreihen. Für das Schneeskulpturen bauen, den ältesten Teilnehmer, die weiteste Anfahrt und den größten Motorradclub konnten wir uns nicht qualifizieren. Für den Fackelzug bis nach Solla zum Gottesdienst waren wir zu kaputt, ich nahm dann aber an der Gedenkminute für die verstorbenen Motorradkameraden teil. Die Namen der Verstorbenen wurden in den Sprachen der jeweiligen Nationalität aufgerufen. Eine sehr beeindruckende Situation. Als ich zurück zum Lagerfeuer kam, unterhielten wir uns noch ein wenig in unserer geschrumpften Gruppe. Stanken weiter nach Rauch und Qualm, tranken noch was und suchten bald unsere Schlafsäcke auf um für den nächsten Tag fit zu sein.

30.01.2011

Heute war der Tag der Rückfahrt. Gegen 7:50 Uhr bin ich aus dem Zelt gekrabbelt. Es war klar, das Rudolf schon auf war. Naja, der ist ja auch ein Jahr jünger als ich ( ha, ha). Das Lagerfeuer brannte, der Topf mit dem Kaffeewasser stand bereits im Feuer. Ralf war ebenfalls schon auf und Beide schlabberten bereits ihren ersten Kaffee. Ich versuchte dann meine Motorradstiefel anzuziehen. Dies gelang mir wie den meisten nur mit Mühe. Weil das Leder über Nacht gefroren war, ging dies nur in Etappen. Ich trank auch meinen ersten Kaffee, danach begann das Wecken für die restliche Truppe. Es war ja noch jede Menge zu tun. Zeltinhalte zusammenpacken, Zelte abbauen, alles zu den Mopeds schleppen und verschnüren, frühstücken, Müll einsammeln und in Säcke packen. Ralf traf ich noch oben bei den Mopeds wie ich mein Gepäck verschnürte, Tim P. habe ich leider nicht mehr gesehen. Hier noch mal einen Gruß. Der Rest der Truppe sammelte sich gegen 10:30 Uhr in Solla an der Schranke. Christoph und Michi waren auf dem Dnepr Gespann schon vorgefahren. Von dort ging es direkt zur Tankstelle und unsere Fahrt bei - 8° C. und Nebel begann. Landschaftlich sah das alles auch toll aus, der Frost und das Eis an den kahlen Bäumen die die Straßen säumten. Nach knapp 60 KM die erste Rast. Marcel wärmte sich die Hände und bekam andere Unterhandschuhe und wir trafen uns mit Christoph und Michi. Ab hier ging es gemeinsam weiter. Das hieß mit 70 – 80 KM über die Autobahn, denn die Dnepr gab nicht mehr her. So nach 140 KM kletterte das Thermometer tatsächlich auf - 5° C. Ab jetzt wurde es wärmer, dachte ich. Das Ganze war aber nur von kurzer Dauer. Um es abzukürzen, bei Erlangen erreichten wir vielleicht für 10 Minuten mal die 0° C. Grenze, danach ging es wieder abwärts und zu Hause kamen wir bei – 5° C. an. Aber zwischenzeitlich habe ich noch an meiner F800 GS die Fahrlichtbirne getauscht um dann später im Spessart mit Licht fahren zu können. Bei unserer letzten Rast am Rasthof Würzburg, stellte Christoph fest dass an seinem Hinterrad 5 Speichen gebrochen waren. Kurzerhand urteilte der Altgespannfahrer Rudolf, dass das Rad gewechselt werden muss. Kurzerhand wurde das Gepäck vom Seitenwagen entfernt, das Werkzeug und der Wagenheber herausgenommen und das Reserverad abmontiert. Dies war aber als Hinterrad nicht brauchbar. Da die Räder alle bei der Dnepr universal passen, wurde erst das Rad am Seitenwagen getauscht. Dann das Seitenwagenrad mit dem defekten Hinterrad. Dank der Erfahrung von Christoph und der Unterstützung von Rudolf hatten die Beiden das Binnen 35 Minuten erledigt. Nach einer intensiven Handreinigungsaktion konnte die Karawane wieder ihre Fahrt aufnehmen. So kamen wir ohne weitere Zwischenfälle Punkt 19:00 Uhr in Rodgau beim „Oldtimer“ an. Hier wurde noch ein gemeinsames Abschiedsbier getrunken und Toni der Wirt lud uns noch zu einer heißen Rindswurst ein. Rudolf fragte mich, ob ich im nächsten Jahr wieder dabei bin und ich antworte frag mich das Mal im Sommer. Dann fuhr ich nach Hause und wurde von meinen Lieben mit einem warmen Kaminfeuer herzlich begrüßt.

Fazit:

Ich weiß, dass die Meinungen über das Elefantentreffen recht unterschiedlich sind. Zum einen die Fraktion die die Ansicht vertritt es handelt sich nur um ein Saufgelage über mehrere Tage. Die andere Fraktion die zum Elefantentreffen fährt wegen der Kameradschaft, den Teilnehmern aus unterschiedlichen Nationen, die man dort kennenlernt und der Abenteuerromantik am Lagerfeuer. Ich kann jetzt aus eigener Erfahrung sprechen. Der größte Teil, ich denke mindestens 80 % gehört zur zweiten Fraktion und das ist auch prima so. Ein Treffen wie in diesem Jahr, in dem der BVDM wieder ganze Arbeit, mit einem riesen Einsatz, einer super Organisation und vielen Helfern geleistet hat, bei dem 4230 Motorradfahrer auf dem Gelände campierten, 2100 Tagesbesucher kamen und dies alles ohne Ausschreitungen, dies spricht für den Charakter der Biker und den Mythos Elefantentreffen.

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